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Gesundheit und mehr
Warum eine Therme gerade in Krisenzeiten wichtig ist
Thermen-Geschäftsführer Lutz Lange (rechts) und Bad Rodachs Kämmerer Michael Fischer verfolgen am großen Außenbecken der Therme Natur die letzten Arbeiten. Damit das Wasser nachts  nicht zu sehr abkühlt, wurde eine neue, leistungsstärkere Abdeckpl...
Thermen-Geschäftsführer Lutz Lange (rechts) und Bad Rodachs Kämmerer Michael Fischer verfolgen am großen Außenbecken der Therme Natur die letzten Arbeiten. Damit das Wasser nachts nicht zu sehr abkühlt, wurde eine neue, leistungsstärkere Abdeckplane angeschafft und installiert. // Oliver Schmidt
Bad Rodach – In der Therme Natur ist – anders als in anderen Bädern – das Absenken der Wassertemperatur kein Thema. Lutz Lange erklärt, warum nicht nur technische Gründe dafür ausschlaggebend sind.

Überall im Land haben Kommunen die Wassertemperatur in ihren Schwimmbädern abgesenkt und das oft als „Zeichen nach außen“ in Zeiten steigender Energiepreise bezeichnet. Lutz Lange und Stine Michel, Geschäftsführer der Therme Natur, wollen ebenfalls ein „Zeichen“ setzen, wie sie sagen – „aber nach innen.“ Und deshalb bleibt die Wassertemperatur in den diversen Becken des Thermalbades so, wie sie immer ist, also zwischen 33 und 35 Grad Celsius. (Lediglich im Herz-Kreislauf-Becken sind es „nur“ 28 Grad.)

Auch für die Psyche wichtig

Zunächst einmal stellt Lutz Lange klar, dass die Therme Natur kein „Spaßbad“ sei. Ein Thermalbad leiste wichtige Beiträge für die körperliche Gesundheit und auch für die Psyche der Menschen. Eine Absenkung der Wassertemperatur würde somit auch eine Einschränkung dieser Leistungen bedeuten. „Und dann ist die Therme keine Therme mehr!“

„Thermalbad ist wichtig für Bad Rodach“

Mit der Formulierung „ein Zeichen nach innen setzen“ meint Lutz Lange aber noch etwas anderes. „Wenn wir die Wassertemperatur auf zum Beispiel 28 Grad absenken würden, dann schätze ich, dass wir 50 Prozent weniger Gäste hätten.“ Das wiederum hätte nicht nur Folgen für die Therme Natur, sondern für ganz Bad Rodach. „Ein schwächelndes Angebot der Therme würde sofort weniger Belegungen in den Pensionen und Hotels bedeuten.“ Michael Fischer, Kämmerer im Bad Rodacher Rathaus, sieht das genauso: „Das Thermalbad ist für unsere Stadt und für die gesamte Region enorm wichtig.“

Die Therme Natur in Bad Rodach ist die einzig verbliebene Therme in der Tourismusregion Coburg-Rennsteig. Denn das Badehaus in Masserberg ist bereits seit einigen Jahren geschlossen, und die Therme in Bad Colberg steht zumindest nicht mehr der Öff...
Die Therme Natur in Bad Rodach ist die einzig verbliebene Therme in der Tourismusregion Coburg-Rennsteig. Denn das Badehaus in Masserberg ist bereits seit einigen Jahren geschlossen, und die Therme in Bad Colberg steht zumindest nicht mehr der Öffentlichkeit zur Verfügung. // Therme Natur Bad Rodach

Doch es gibt auch noch ein rein technisches Argument, das gegen eine Absenkung der Wassertemperatur spricht. „Das Thermalwasser kommt ja ohnehin mit einer Temperatur von etwa 34 Grad aus der Quelle“, sagt Stine Michel. Zwar gebe es immer ein paar Grad sogenannter Leitungsverluste. Doch es sei – im Vergleich zu „normalen“ Schwimmbädern – ein Unterschied, ob ein Wasser von 15 auf 28 Grad erwärmt werden müsse oder lediglich von 28 Grad auf 33 bis 35 Grad.

Aber in der Therme wird Energie nicht nur zum Erwärmen des Wassers benötigt, sondern auch zur Erwärmung der Luft. „Ja“, sagt Lutz Lange, „warmes Wasser braucht auch warme Luft.“

Er denkt dabei aber nicht nur an das Empfinden der Badegäste, die sich in einem Thermalbad im wahrsten Sinne des Wortes „wohl fühlen“ sollen. Denn wenn die Luft dauerhaft kälter wäre als das Wasser, würde durch die Kondensation das gesamte Gebäude darunter leiden und vor allem jede Menge Feuchte ins Mauerwerk eindringen. „Dann würden wir hier zur Tropfsteinhöhle werden“, bringt es Lutz Lange anschaulich auf den Punkt.

Den Rehasport nicht vergessen!

Bevor jetzt aber jemand mit dem Vorschlag kommt, dass doch sowohl die Wasser- als auch die Lufttemperatur gesenkt werden könnten, den erinnert Lutz Lange erneut an die vielfältigen Aufgaben, die ein Thermalbad in einer Kurstadt habe. „In kälterem Wasser könnten wir keinen Rehasport, keinen Schwimmunterricht, kein Babyschwimmen und auch keine Wassergymnastik für Senioren mehr anbieten.“

Zufluchtsort in schwierigen Zeiten

Kurzum: Die Therme Natur soll – mit gleich bleibender Temperatur – ein gesundheitsfördernder Zufluchtsort in schwierigen Zeiten bleiben. Zumal das Badehaus in Masserberg bereits seit einigen Jahren geschlossen ist und die Therme in Bad Colberg zumindest nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist. „Wir sind somit die einzig verbliebene Therme in der Tourismusregion Coburg-Rennsteig“, sagt Lutz Lange, und das habe man zuletzt auch bei den Besucherzahlen gemerkt. „Wir waren positiv überrascht über den großen Zuspruch nach der Corona-Krise“, betont Lutz Lange und sieht die Therme Natur auch deshalb weiterhin auf einem guten Weg – bei gleich bleibendenden Wasser- und Lufttemperaturen.

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