Konzert
Musik, die Freude spendet
Eine Premiere erlebten die Konzertbesucher nicht nur durch den Auftritt des Kinderchores, sondern auch die musikalische Zusammenarbeit zwischen den „Kleinen“ und den „Großen“ aus dem Chor „QuerBet“ beim ungarischen Advents- und Friedenslied „Weihn...
Eine Premiere erlebten die Konzertbesucher nicht nur durch den Auftritt des Kinderchores, sondern auch die musikalische Zusammenarbeit zwischen den „Kleinen“ und den „Großen“ aus dem Chor „QuerBet“ beim ungarischen Advents- und Friedenslied „Weihnachten steht vor der Tür“.
Matthias Schneider
F-Signet von Matthias Schneider Fränkischer Tag
Burgkunstadt – Die evangelische Kirchengemeinde lud nach zwei Jahren wieder zum traditionellen Adventskonzert. Das Publikum in der voll besetzten Christuskirche war begeistert.

Wie groß die Vorfreude des Publikums nach zwei Jahren Corona-Zwangspause auf das traditionelle Adventskonzert der Chöre und Solisten der evangelischen Kirchengemeinde in der Christuskirche war, wurde Pfarrer Heinz Geyer bereits kurz vor dem Konzertbeginn am frühen Sonntagabend klar. „Alle Programmzettel sind vergriffen – das gab’s noch nie!“, bilanzierte der Gemeindepfarrer überrascht und glücklich zugleich. 80 Minuten voller besinnlicher, teils meditativer und vor allem Freude spendender Musik später wussten er und die begeisterten Konzertbesucher in der voll besetzten Christuskirche, dass diese Vorfreude mehr als berechtigt gewesen war.

Als besonderen Gast durfte die Kirchengemeinde den Liederkranz Burgkunstadt im Rahmen ihres Adventskonzertes begrüßen. Und der von Katharina Flierl geleitete Chor verlieh dem Konzertabend dank enormer Ausdruckskraft in der Tat zusätzlichen Glanz.
Als besonderen Gast durfte die Kirchengemeinde den Liederkranz Burgkunstadt im Rahmen ihres Adventskonzertes begrüßen. Und der von Katharina Flierl geleitete Chor verlieh dem Konzertabend dank enormer Ausdruckskraft in der Tat zusätzlichen Glanz.
Matthias Schneider

Mit fünf Chören und zwei herausragenden Solisten wartete das Konzertprogramm mit einer Vielfalt an Beiträgen auf, die selbst dem traditionell bunten und musikalisch so abwechslungsreichen Treiben der Gemeinde die Krone aufsetzte.

Generationenübergreifende Chöre

Von der gerade einmal fünfjährigen Hannah Engler im Kinderchor bis hin zum 90-jährigen Otto Bähr aus dem Kreis des Liederkranzes offenbarte der Abend darüber hinaus auch ein generationenübergreifendes Spektrum an Sängerinnen und Sängern und Musikerinnen und Musikern. Sie alle verband an diesem Abend die musikalische Botschaft, zu der Pfarrer Heinz Geyer das Publikum zu Beginn noch eingeladen hatte. „Indem wir den Blick nach oben richten und auf das schauen, was am Weihnachtstag auf uns zukommen wird, können wir die Sorgen des Alltags heute ein gutes Stück hinter uns lassen.“ Dass genau dies im Rahmen des Konzertabends erreicht wurde, lag an der musikalischen Klasse aller Beiträge, aber auch an der bewusst gewählten Zielrichtung der Programmauswahl. Denn diese hatte mit den besinnlich-nachdenklichen Tönen der Adventszeit zwischenzeitlich einen geradezu meditativen Charakter.

Eindrucksvolle Einstimmung auf die Advents- und nahende Weihnachtszeit: Zum traditionellen Abschlussfoto aller am Konzert Beteiligten fanden sich neben den Solisten des Abends auch die Mitglieder des Flötenchores, des Kinderchores, des Liederkranz...
Eindrucksvolle Einstimmung auf die Advents- und nahende Weihnachtszeit: Zum traditionellen Abschlussfoto aller am Konzert Beteiligten fanden sich neben den Solisten des Abends auch die Mitglieder des Flötenchores, des Kinderchores, des Liederkranzes, des Posaunenchores und des Chores „QuerBet“ im Altarraum ein.
Matthias Schneider

Dies galt bereits für den Konzertauftakt, für den sich Thomas Meyer an der Orgel der Christuskirche verantwortlich zeigte. Die in Perfektion vorgetragene „Pastorale“ von Alexandre Guilmant sorgte für eine ungemein besinnliche Stimmung in der vom Kerzenlicht erfüllten Christuskirche. Diese musikalische Ruhe nahm der Posaunenchor unter der Leitung von Thomas Meyer mit „Reflections“ von Gerhard Boesl genauso auf wie „QuerBet“ unter der Leitung von Friedrich Flierl mit dem herrlich harmonischen Choralsatz zu „In das Warten dieser Welt“ von Felix Mendelssohn. Dass die weiteren Beiträge dieser Chöre, wie beispielsweise das „Tochter Zion“ in der Bearbeitung von Andreas Schumacher durch den Posaunenchor, geradezu festlich-majestätisch erklangen, weckte die Vorfreude auf das nahende Weihnachtsfest.

Dieser kirchenmusikalische Spagat gelang auch dem Flötenchor unter der Leitung von Susi Schliefer. Egal, ob beim besinnlichen „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen“ von Hartmut Bietz oder beim ausgelassenen „Allegro“ des barocken Komponisten Guiseppe Sammartini: Der Flötenchor meisterte jede technische Herausforderung mit Bravour und bestach durch eine außergewöhnlich gut abgestimmte Dynamik.

Musikalische Maßstäbe setzten an diesem Abend einmal mehr Thomas Meyer an der Orgel und Susi Schliefer an der Querflöte. Die „Sonate G-Dur“ von Johann Joachim Quantz vereinte große Einfühlsamkeit mit musikalischer Perfektion, indem die Orgel gekonnt der Querflöte die großen Melodie- und Spannungsbögen, aber auch die atemberaubend schnellen Läufe überließ.

Als eine „ganz besondere Freude“ hatte Pfarrer Geyer bei seiner Begrüßung den Gastauftritt des Burgkunstadter Liederkranzes angekündigt. Und der von Katharina Flierl geleitete Männerchor erfüllte diese „Vorschusslorbeeren“ auf besonders nachdrückliche Art und Weise. „Als die Welt verloren“ von Heinrich Paulsen oder „Maria durch ein Dornwald ging“ in der Bearbeitung von Franz Biebl erklangen in ihrer Dynamik und Ausdruckskraft nahezu sakral und zauberten aufgrund der stimmlichen Dichte des Chors ganz besondere musikalische Momente in den Altarraum der Christuskirche.

Kinderchor begeisterte

Ebenfalls unter der Leitung von Katharina Flierl hatte kurz zuvor bereits der Kinderchor das Publikum verzaubert. Das lag zum einen an den glasklaren Stimmen der Sängerinnen, vor allem aber an der in den ausgewählten Liedern vermittelten Botschaft. „Advent, wir haben dich so gern“ von Casimir Eisenbarth sprach den Konzertbesuchern mindestens genauso aus der Seele wie der Wunsch nach „Frieden für die ganze Welt“ im ungarischen Adventslied „Weihnachten steht vor der Tür“, bei dem die Kinder durch „QuerBet“ im Hintergrund begleitet wurden.

All dies gipfelte im abschließenden „Weihnachten“ aus der Feder von Felix Mendelssohn, bei dem der klare Blechbläserklang des Posaunenchores endgültig den Blick nach oben und somit auf das nahende Wunder in der Krippe lenkte.

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