Wir müssen die Buchstaben des Berliner Pannenflughafens „BER“ nur leicht verändert anordnen, einige wenige hinzufügen und schon steht da plötzlich „Piastenbrücke“.
Nein, das ist keine wortakrobatische Zauberei. Denn es existieren einige Gemeinsamkeiten der unrühmlichen Bauwerke. Erstens: Überflieger sind es beide nicht, in die Hall of Fame der schnellsten und in der Bevölkerung beliebtesten Baustellen schaffen sie es kaum noch.
Gut, der BER dauerte mit 14 Jahren Bauzeit etwas länger als die Piastenbrücke (obwohl, noch ist sie ja nicht fertig…) und auch beim Preis schlagen beim Flughafen nahe der Bundeshauptstadt ein paar Stellen vor dem Komma mehr zu Buche.
Dort war es der Brandschutz, hier ein maroder Pfeiler
Aber auch was die Gründe für die Verzögerungen betrifft, lassen sich einige Parallelen erkennen: So wie etwa das Thema Brandschutz beim BER außer Acht gelassen wurde, hat die Bahn in Forchheim mal eben einen maroden Stützpfeiler übersehen, bevor sie angefangen hatte. Kann vorkommen.
Immerhin haben die Königsstädter nicht wie die BER-Chefs mit Korruption zu kämpfen (ein paar Milliönchen sind Peanuts für die Regnitz-Achse) und auch prominente Landespolitiker wurden wegen der Brücke noch nicht verschlissen.
Andernorts dauert alles noch viel länger
Darüber hinaus steht die Piastenbrücke anders als der Treibhausgas-Moloch BER ganz im Zeichen der Verkehrswende, führt die irgendwann einmal asphaltierte Automeile doch immerhin über nagelneue Bahntrassen.
Der Zweck heiligt also den Optimismus.
Auch Rom wurde schließlich nicht an einem Tag erbaut, für die Errichtung der Golden Gate Bridge in San Francisco brauchten die Amerikaner gar vier Jahre und die Sagrada Familia in Barcelona ist selbst nach 140 noch nicht fertig.
Schlimmer geht immer.
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