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Saison beginnt
Neues Projekt: Kirschen zum Selbstpflücken
„Kirschen zum Selbstpflücken“ – Das neue Konzept von Andreas Weber soll nicht nur den Besuchern Spaß machen, sondern auch seine Kosten senken.Forchheim & Fränkische Schweiz
„Kirschen zum Selbstpflücken“ – Das neue Konzept von Andreas Weber soll nicht nur den Besuchern Spaß machen, sondern auch seine Kosten senken. // Ronald Rinklef
Signet des Fränkischen Tags von Petra Malbrich
Pettensiedel – Um seine Preise stabil halten zu können, hat Andreas Weber die Aktion im Erlanger Albvorland gestartet. Diese ist nicht nur gut für die Umwelt.

Kiloweise hängen die Kirschen an den Ästen. Das rote Gold ist reif. Die Kirschsaison beginnt und mit dem Auftakt dieser startet Andreas Weber ein neues Projekt: Kirschen zum Selbstpflücken.

Wetterbedingt ist es ein einsamer Auftakt bei Schleinhof, wo Webers Plantage ist. „Es ist im Gegensatz zu den Erdbeeren zum Selbstpflücken noch unbekannt“, sagt Weber. Und doch war der Erfolg bei den Erdbeeren einer der Gründe, diese Aktion auch für die Kirschen anzubieten.

Andreas Weber hofft auf eine gute Saison.Forchheim & Fränkische Schweiz
Andreas Weber hofft auf eine gute Saison. // Ronald Rinklef

Einen Vier-Tage-Versuch bot Weber im vergangenen Jahr bereits an. Die Resonanz war so gut wie die Saison. Auch in diesem Jahr sieht es vielversprechend aus, wenn auch die letzten Tage etwas ausbremsten. „Wir sind immer noch zehn Tage einem normalen Jahr voraus“, sagt Weber, der bereits einige Körbe Kirschen gepflückt hat. Denn nicht jeder Kirschliebhaber mag diese auch selbst pflücken.

Die Konkurrenz aus der Türkei

Obwohl: Auf die Leiter muss und darf zum Pflücken ohnehin niemand. „Das wäre zu gefährlich. Wir lassen nur vom Boden aus pflücken“, sagt Weber. Seine Kirschen, die zu hundert Prozent für die Direktvermarktung sind, wachsen auf 500 Niedrigstammbäumen.

Die ersten vier Reihen sind Frühkirschen. Preislich bleibt es ähnlich wie im Vorjahr, zwischen vier und sieben Euro das Kilo. Doch um diese Preise annähernd halten zu können, hat Weber die Aktion „Kirschen zum Selbstpflücken“ gestartet.

Auf eine Leiter muss keiner zum Selbstpflücken. Auf eine Leiter muss keiner zum Selbstpflücken. Die Kirschen wachsen auf 500 Niedrigstammbäumen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Auf eine Leiter muss keiner zum Selbstpflücken. Die Kirschen wachsen auf 500 Niedrigstammbäumen. // Ronald Rinklef

Durch die schwache türkische Lira würden im Supermarkt türkische Kirschen zum Preis von 2,90 Euro angeboten. „Das ist eine starke Konkurrenz“, befürchtet Weber. Denn seine Kosten sind gestiegen.

„Der Preis für den Dünger hat sich verdoppelt, der Sprit kostet fünfzig Prozent mehr und der Mindestlohn steigt“, sagt Weber. Dieser zwar erst Ende der Saison, trotzdem ist das für Landwirte in der Region nicht ganz nachvollziehbar, den Mindestlohn auch den Saisonarbeitern zu zahlen.

Verpackungsmüll einsparen

Hier lebende Arbeiter müssten von dem Mindestlohn Miete und Krankenversicherung bezahlen und den Lebensunterhalt bestreiten. Für sie sei der Mindestlohn brutto. Webers Saisonarbeiter kommen aus Rumänien.

Die gestiegenen Preise für Energie machen auch den Landwirten zu schaffen.Forchheim & Fränkische Schweiz
Die gestiegenen Preise für Energie machen auch den Landwirten zu schaffen. // Ronald Rinklef

„Es ist für sie netto. Sie nehmen den Mindestlohn mit nach Hause. Die Krankenversicherung, Kost und Logis bezahlen wir“, sagt Weber. Das Personal zu reduzieren, war deshalb ebenfalls eine Überlegung, die zur Aktion „Kirschen zum Selbstpflücken“ beigetragen hat.

Auch Verpackungsmaterialien, die ebenfalls teurer geworden sind, entfallen, wenn die Leute ihre Kirschen selbst ernten. Um eine ansprechende Optik zu gewährleisten, steht ein neues Projekt schon in den Startlöchern. Die Kirschplantage „wird überdacht“, erklärt Weber. So werden Schäden durch Dauernieseln, Starkregen und Frost vorgebeugt. Regenschäden, die oft 80 Prozent der Ernte betreffen, könnten nicht versichert werden.

Verzicht auf Pflanzenschutzmittel 

Zusätzlich werden an den Enden der Überdachung Insektenschutzgitter angebracht, um die Vögel, aber vor allem die Kirschessigfliege, draußen zu halten. Wenige Wochen vor der Ernte wollen die Landwirte das nicht.

Die neue Investition im höheren fünfstelligen Bereich spart letztendlich Pflanzenschutzmittel und somit auch Kosten, was dem Verbraucher im Kilopreis zugutekommt.

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