Geschichte
Sagenhafte Ruine Raueneck
Die Exkursionsteilnehmer begutachten interessiert die vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen an der Burgruine Raueneck.
Die Exkursionsteilnehmer begutachten interessiert die vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen an der Burgruine Raueneck.
Foto: Edgar Maier
F-Signet von Helmut Will Fränkischer Tag
Unterpreppach – Bei einer Exkursion mit dem Archäologen Ralf Obst wurden auch Keramikfunde begutachtet.

Die Ruine Raueneck, ein gern besuchter Ausflugsort, thront nordwestlich der Ortschaft Unterpreppach, auf dem 430 Meter hohen „Haubeberg“. 15 Teilnehmer umfasste am vergangenen Samstag eine kleine Expedition zu der Burgruine, zu welcher Kreisarchivpfleger Edgar Maier aus Ebern eingeladen hatte. Ihm war es gelungen, den bekannten Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege auf Schloss Seehof bei Bamberg, Ralf Obst, als Experten zu gewinnen.

Funde meist aus dem 15./16. Jahrhundert

Die Teilnehmer, darunter Naturparkranger Arno Ludwig, Heimatkundler aus der näheren Umgebung sowie ehrenamtlich in der Archäologie Tätige konnten hierbei wertvolle Informationen gewinnen. Schon vor dem Anstieg zur Ruine begutachteten die Teilnehmer einige in der Vergangenheit gemachte Keramikfunde. Experte Ralf Obst bewertete diese und schätzte deren Alter ein. Die Masse der Artefakte (darunter versteht man von Menschen geschaffene Objekte und Ausdrucksformen) konnte auf das 15./16. Jahrhundert und später datiert werden, einige wenige Stücke waren sogar weit älter.

Ralf Obst, Archäologe beim Landesamt für Denkmalpflege auf Schloss Seehof (Zweiter von links), begutachtet zusammen mit den Teilnehmern der Exkursion das von Ehrenamtlern aufgefundene Keramikmaterial aus dem Bereich der Ruine Raueneck.
Ralf Obst, Archäologe beim Landesamt für Denkmalpflege auf Schloss Seehof (Zweiter von links), begutachtet zusammen mit den Teilnehmern der Exkursion das von Ehrenamtlern aufgefundene Keramikmaterial aus dem Bereich der Ruine Raueneck.
Foto: Edgar Maier

Edgar Maier entführte die Interessierten in die Sagenwelt, die mit der ehemaligen Burg Raueneck in Verbindung gebracht werden und nannte einige historisch gesicherte Eckdaten zu den Burgen Bramberg und Raueneck und zu den von der wissenschaftlichen Burgenforschung ermittelten Bauphasen, in denen die Burg immer wieder den Anforderungen der jeweiligen Zeit angepasst wurden. Zu der Herrschaftsgeschichte konnten einige Teilnehmer wertvolle ergänzende Hinweise geben, die sich unter anderem auf die Burgkapelle bezogen. Sie verwiesen dabei auf die von Pfarrer Franz Wilhelm Korb (von 1775 bis 1789 Seelsorger in Jesserndorf) geschriebene Chronik, in der er auch auf das unterhalb der Burg Raueneck liegende Dorf Vorbach und dessen Geschichte einging.

 

Raubgräber trieben ihr Unwesen

Obst zeigte die Ergebnisse der archäologischen Forschungsarbeit der Vergangenheit an der Burg auf und verwies dabei auf die Bedeutung der Funde, aus denen Rückschlüsse auf das Burgleben in der Vergangenheit gezogen werden können. Leider trieben bis in die jüngere Vergangenheit Raubgräber ihr Unwesen, die auf der Suche nach wertvollen Artefakten die Fundzusammenhänge nachhaltig störten. Er betonte die Wichtigkeit, Funde dem Landesamt für Denkmalamt zu melden, damit diese ordnungsgemäß dokumentiert und auf diese Weise der Nachwelt erhalten bleiben.

 

Kurs für interessierte Laien

Die Exkursionsteilnehmer begutachteten die vom Landkreis Haßberge vor Kurzem vorbildlich baulich gesicherte Burgruine. Zur fachlichen Betreuung hatte der Landkreis den angesehenen Burgenexperten Joachim Zeune unter Vertrag, der sich mit vielen Projekten im Landkreis einen guten Ruf erworben hat. Archäologe Obst bot aufgrund des großen Interesses an, Anfang des nächsten Jahres, einen Kurs für interessierte Laien für den Bereich Ebern abzuhalten, in dem in Theorie und Praxis archäologisches Grundwissen vermittelt werden soll. Interessenten können sich hierzu bei Kreisarchivpfleger Edgar Maier melden. Die Teilnehmerzahl ist allerdings begrenzt.

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