Jubiläum
Sportangebote für jedes Alter
Die Ausbildung von Übungsleitern spielt im BLSV-Kreisverband Haßberge eine wichtige Rolle.
Die Ausbildung von Übungsleitern spielt im BLSV-Kreisverband Haßberge eine wichtige Rolle.
Foto: Annette Breunig/Archiv
Gerald Makowski, BLSV- Kreisvorsitzender
Gerald Makowski, BLSV- Kreisvorsitzender
Foto: Archiv
LKR Haßberge – Kreisvorsitzender Gerald Makowski spricht über den Verband. Senioren sind gut eingebunden, für Jugendliche braucht es neue Ideen.

Mit einem Festabend feiert der Bayerische Landessportverband Kreis Haßberge am 2. Oktober sein 50. Jubiläum in der Ganztagesstätte Silberfisch am Haßfurter Gymnasium. Im Vorfeld sprachen wir mit dem BLSV-Kreisvorsitzenden Gerald Makowski über „seinen“ Verein.

Welche Bedeutung hat der BLSV für den Landkreis und seine Sportvereine? Gerald Makowski: Auf Kreisebene ist der BLSV Sportkreis Haßberge Koordinator, Bindeglied bzw. „Sprecher“ zwischen den Sportvereinen, des Dachverbandes und der Landkreisverwaltung zugleich. Die Sportförderrichtlinien des Landkreises werden hier umgesetzt und im Auftrag des Landkreises die jährliche Sportgala mit den Ehrungen der erfolgreichen Sportler und Sportlerinnen durchgeführt. Zusätzlich gibt es auch die Förderung für Leistungssportgemeinschaften.

Auch die Aus- und Fortbildung von Übungsleitern für den Breitensport liegt in den Händen des BLSV. Jedes Jahr werden im Landkreis mehrere Angebote zur Verfügung gestellt, wo die Übungsleiter ihre Lizenzen verlängern können.

Wichtig für die Vereine ist ganz besonders die Beratung und Unterstützung beim Sportstättenbau. Unser Referent für den Sportstättenbau, Reinhold Heilmann, ist diesbezüglich aufgrund seines Berufes nicht nur Fachmann, sondern kann durch seine bereits 31- jährige Erfahrung wertvolle Tipps und Anregungen geben.

Infoveranstaltungen zu verschiedenen Themen sind weitere Aufgabenfelder speziell für den Sportkreis, nicht zu vergessen ist die Förderung und Würdigung des Ehrenamtes.

Was hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten geändert? Neben der stetig steigenden Zahl von Vereinen und Mitgliedern hat sich auch das Aufgabengebiet etwas gewandelt. Weniger verbandsinterne Veranstaltungen hin zu mehr Serviceleistungen und Beratung. Mit dem Einzug der Digitalisierung sind zum Beispiel die Unterstützung hinsichtlich des Datenschutzes, e-Sport, die digitale Vereinsverwaltung als neue Bausteine hinzugekommen.Zudem finden sich immer mehr weibliche und immer mehr ältere Mitglieder in den Vereinen wieder. Demnach wurden die Sportangebote entsprechend angepasst.

Wie ist der Ausblick in die Zukunft? Gibt es Nachwuchs, der nicht nur dem PC hockt? Auch coronabedingt ist es für die Vereine schwieriger geworden, Nachwuchs zu finden. Im Kinderbereich läuft es noch gut. Sobald die Kinder ins Jugendalter kommen, wird es schwieriger, da viele sich nicht an einen Verein binden wollen. Die Vereine müssen sich bemühen, gute Angebote zu machen, um die Jugend zu halten.

Worum kümmert sich der BLSV genau? Gemäß Paragraf 2 der Satzung ist der Zweck des BLSV als Dachverband die Pflege und Förderung des Sportes in Bayern. Dies bedeutet unter anderem die Aus- und Fortbildung von Übungsleitern außerhalb der Sportfachverbände, der Förderung des Breiten- und Gesundheitssportes für unterschiedliche Zielgruppen wie Kinder und Jugendliche, Senioren sowie Familien, Förderung des Leistungssports, den Service- und Beratungstätigkeit für die Mitglieder oder der Beschaffung von Versicherungsschutz.

Der Verband sieht seine Aufgabe darin, die Mitglieder zu betreuen und gegenüber Staat und Gesellschaft zu vertreten. So dient er als Schnittstelle und Verhandlungspartner zwischen den Sportver-einen, den verschiedenen Sportfachverbänden und der Politik zur Schaffung einheitlicher Sportfördergrundsätze im Rahmen der Sportförderrichtlinien des Freistaates Bayern. Diese Verhandlungskompetenz kommt unseren Vereinen besonders beim Sportstättenbau zugute. Mit dem derzeit laufenden Sonderprogramm für strukturschwache Gebiete liegen die staatlichen Zuschüsse bei bis zu 55 Prozent der bezuschussungsfähigen Kosten. Weiter hat die Stärkung des Ehrenamtes und Ehrung von Personen, Gruppen und Vereinen, die sich um den Sport verdient gemacht haben, einen großen Stellenwert im Aufgabengebiet des Dachverbandes.

Warum ist er notwendig? Nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ hat ein Dachverband eine größere Durchsetzungskraft als Verhandlungspartner mit der Politik und anderen Partnern. Es kann ja nicht jeder einzelne Verein mit dem Freistaat Bayern oder dem Landkreis über Sportförderungen verhandeln.

Wer ist daran angeschlossen? Beim BLSV als Dachverband in Bayern sind die einzelnen Sportvereine und die Sportfachverbände zusammengeschlossen. Mitglied beim BLSV kann auch eine Sportabteilung eines gemeinnützigen Vereines werden, der aufgrund seines Vereinszweckes die Mitgliedschaft im BLSV nicht als gesamter Verein erwerben kann, sofern in dieser Sportabteilung eine vom Verband anerkannte Sportart betrieben wird und der Verein der Aufnahme der Sportabteilung in den BLSV zustimmt. Zudem können Anschlussorganisationen und Verbände mit besonderer Aufgabenstellung die Mitgliedschaft mit besonderem Status erlangen, sofern sie die Aufgaben und Zwecke des BLSV unterstützt.

War Olympia 1972 der Grund für die Gründung des BLSV im Landkreis Haßberge? Nein! Ausschlaggebend war die Landkreisreform mit der Gemeindegebietsreform und der damit verbunden Gründung des Landkreises Haßberge. Vorher fungierte im Landkreis Haßfurt bereits sieben Jahre lang ein von den Sportvereinen gewähltes Gremium als Untergruppe des Kreis Schweinfurt, welches den BLSV-Vereinen als Anlauf- und Informationsstelle diente. Bis dahin führten die Sportvereine unseres Landkreises ein mehr oder weniger reges Eigenleben.

Lediglich die Fußballvereine hatten in den ersten Jahrzehnten nach dem Krieg bereits einen koordinierten Spielbetrieb.

Der erste ordentliche Kreistag mit der Wahl einer Kreisvorstandschaft fand am 4. November 1972 statt. Dabei wurden auch die Altlandkreise Ebern und Hofheim integriert.

Hat die Corona-Krise den Vereinen und dem BLSV geschadet? Meiner Meinung nach ist diese Frage mit einem eindeutigen Ja zu beantworten, vor allem im ländlichen Raum. Einige Aktive merkten, dass es sich auch ohne die sportlichen „Verpflichtungen“ gut leben lässt und haben nicht mehr zurückgefunden. Kinder und Jugendliche konnten mangels Sportangeboten gar nicht in Sportvereinen aufgenommen werden.

Dies gilt es jetzt wieder aufzuholen, was jedoch nicht leicht sein wird. Beim Blick auf die Gesamtzahlen fällt dies nicht so ins Gewicht, da in den Ballungsräumen in einigen Vereinen sowieso ein gewisser Aufnahmestopp vorlag.

Hinzu kommen noch die physischen, psychologischen und pädagogischen Auswirkungen der fehlenden bzw. reduzierten Sportangebote in den letzten zweieinhalb Jahren. Diese lassen sich nur schwer einschätzen und vorhersehen. Aber es wird sie geben, da bin ich mir ziemlich sicher.