Problem
Sanierung ist Kirchlauter zu aufwendig
Das Schicksal des Oskar-Kandler-Zentrums in Kirchlauter ist besiegelt – zumindest zum Teil.
Das Schicksal des Oskar-Kandler-Zentrums in Kirchlauter ist besiegelt – zumindest zum Teil.
Foto: Günther Geiling
Neubrunn – Das Oskar-Kandler-Zentrum in Kirchlauter muss weichen. Welche Lösung sich der Gemeinderat ersonnen hat – auch für den Nutzer Feuerwehr.

Seit Jahren beschäftigten sich die Dorfgemeinschaft von Kirchlauter und die Gemeinde mit der Sanierung des Oskar-Kandler-Zentrums. Immer wieder wurde umgeplant, die Sanierungskosten stiegen. Auf der Tagesordnung stand nun zum wiederholten Male „Sanierung des Oskar-Kandler-Zentrums“, und es sollte eine Grundsatzentscheidung fallen. Der Beschluss fiel aber nun ganz anders aus.

Zuschuss nur bis Ende 2021 zugesagt

Das Zentrum entsprach in vielen Bereichen nicht mehr den heutigen Anforderungen, insbesondere auch energetisch. So wurde seit Jahren geplant und umgeplant. Damit stiegen die Sanierungskosten und einschließlich der Baunebenkosten lagen sie zuletzt bei über zwei Millionen Euro, wozu man eine maximale Förderung von 763500 Euro durch das Amt für ländliche Entwicklung erwarten konnte. Der Zuwendungsbescheid für diese Förderung läuft jedoch zum 31. Dezember 2021 aus. Deswegen war die Gemeinde gezwungen zu handeln. Zwischenzeitlich war eine Arbeitsgruppe eingerichtet worden, welche die Planungen noch einmal auf Kosteneinsparungen überarbeiten und prüfen sollte. Zweiter Bürgermeister Reinhold Stöhr, Robert Muckelbauer (CSU), Hans-Jürgen Derra, Andre Borschert (CSU), Michael Tischner sowie Lilo Stubenrauch gehörten zu diesem Kreis.

Die Zeit wird allmählich knapp

„Der Zuwendungsbescheid könnte bei Vorliegen eines sachlichen Grundes grundsätzlich verlängert werden. Bei einem weiteren grundlosen Zuwarten dürfte eine Begründung für eine Verlängerung jedoch schwer zu finden sein“, erläuterte Bürgermeister Karl-Heinz Kandler (SPD) bei der Sitzung die schwierige Situation. Deswegen müsse der Gemeinderat nun entscheiden, wie es weitergehen solle. Robert Muckelbauer bestätigte, dass die gesamte Arbeitsgruppe einen Neubau wolle. Andre Borschert unterstützte ebenfalls die Entscheidung zu einem Neubau, der nach seiner Meinung günstiger komme als eine Sanierung, „selbst, wenn wir weniger Zuschuss bekommen. Bei einem neuen Gebäude haben wir aber die nächsten Jahre Ruhe und unter dem Strich ist dies wirtschaftlicher. Bei dieser Neuplanung soll sich der Architekt mit uns zusammensetzen; denn das Innenleben muss passen.“

Das Gebäude soll „über die Gemeinde hinaus strahlen“

Uwe Derra (FW) sprach sich dafür aus, das ganze Projekt von der Planung bis zur Bauausführung in eine Hand zu geben. Dies traf aber nicht auf Zustimmung. „Wir sollten die Chance bei einem Neubau nutzen, dass das Gebäude über die Gemeinde hinaus strahlt“, meinte Martin Luckardt (SPD). Man könne an eine ökologische Bauweise, vielleicht mit Holz oder regionaltypischen Baumaterialien wie Sandstein denken. Für eine optische Aufwertung sprach sich auch Hans-Jürgen Derra aus. „Was erarbeitet ist, ist ja nur ein Gerüst. “ Zweiter Bürgermeister Reinhold Stöhr war sich sicher, dass die Architekten der Gemeinde bei einem Neubau entgegenkommen würden.

Sanierungsbeschluss wird zurückgenommen

So nahm der Gemeinderat den Beschluss zur Sanierung vom 12. November 2019 zurück und beschloss, das Oskar-Kandler-Zentrum abreißen zu lassen. Das gilt aber nicht für den Bauteil, in dem die Feuerwehr untergebracht ist und der in den vergangenen Jahren mit viel Eigenleistung der Wehr saniert wurde. Die Arbeitsgruppe wurde damit beauftragt, mit dem Architekten über ein neues Konzept für das neue Zentrum zu sprechen.