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Heimat-Monitor
Erlangen-Höchstadt: Zu wenig Busse, zu wenig Radwege
Heßdorfs Bürger kämpften seit 2010 um eine Bushaltestelle am Gewerbepark. 2018 wurde ihr Wunsch endlich erfüllt. Andere Gemeinden wie Mühlhausen und Wachenroth träumen immer noch von einer besseren Anbindung.
Heßdorfs Bürger kämpften seit 2010 um eine Bushaltestelle am Gewerbepark. 2018 wurde ihr Wunsch endlich erfüllt. Andere Gemeinden wie Mühlhausen und Wachenroth träumen immer noch von einer besseren Anbindung. // Michael Busch/Archiv
LKR Erlangen-Höchstadt – Gremsdorf leidet unter dem Lärm, in Wachenroth geht nichts ohne Auto. Die Auswertung des Heimat-Monitors zeigt die Brisanz des Themas Verkehr im Landkreis.

Kaputte Straßen, plötzlich endende Radwege, fehlende Busse – sie bringen das Blut der Leser des Fränkischen Tags im Kreis Erlangen-Höchstadt in Wallungen.

Die Auswertung des Heimat-Monitors lässt daran keinen Zweifel: Mit fast hundert Kommentaren und Hinweisen, die uns die Teilnehmer zusätzlich zur Beantwortung der vier Fragen rund um Straßenverkehr, Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und Radfahren geschickt haben, steht der Verkehr an der Spitze der acht Wochenthemen.

Ein guter Grund, um mit Autos und Rädern in unsere Monitor-Wochen zu starten. Neben diesem Überblick über die Umfrageergebnisse, berichten wir, woran die direkte Busverbindung vom Aischgrund nach Forchheim bis heute scheitert. Und warum 46 Umfrageteilnehmer Höchstadts Straßenbeläge als „katastrophal“, „unterirdisch“ und „miserabel“ beschreiben.

Nicht die schlechtesten Noten

Geht man nach dem Vergleich der vierzehn Themenkategorien, haben Straßenverkehr und ÖPNV in Erlangen-Höchstadt eigentlich keinen schlechten Stand.Der Verkehr belegt mit 5,57 von 10 Punkten Platz 7, der ÖPNV sogar Platz 5 (6,51). Kultur (4,91) und Immobilien (4,3) liegen weit dahinter.

 


Im überregionalen Vergleich ist Erlangen-Höchstadts Nah- und Radverkehr sogar der leuchtende Sieger. Mit dem Durchschnitt von 6,51 lässt er Forchheim (5,72) auf Platz 2 weit hinter sich.

Kaum zu glauben bei Kommentaren wie „In Wachenroth fehlen überall Radwege“, und „Der ÖPNV ist in Herzogenaurach mittlerweile noch schlechter.“Die Erklärung für die Schlucht zwischen Kommentaren und Noten liefert ein Blick auf die genaue Fragestellung und die einzelnen Städte und Gemeinden.

Kommentare ergänzen die Fragen

„Wie hoch ist die Belastung durch den Straßenverkehr“ und „Wie bewerten Sie die Lärmbelästigung durch den Verkehr?“ bilden die Kategorie Verkehr. Während der Durchschnitt der Leser in Lonnerstadt gut mit Belastung und Lärm zurecht kommt, ist für die Gremsdorfer beides ein großes Problem.

„Wir haben an der Hauptstraße in Gremsdorf keine Lebensqualität, da jeder Verkehr, der aus Höchstadt umgeleitet wird, diese Straße belastet“, schreibt ein Leser und fordert die Umsetzung der Umgehungsstraße, die in den 1950er Jahren zum ersten Mal im Gespräch war.

Straßenzustand und Querverbindung

Da sich keine Frage um den Zustand der Straßen dreht, ist dieser umso öfter Thema in den Kommentaren.

Genau wie die fehlenden Radwege im Landkreisgebiet, denn die Frage des Heimat-Monitors lautet: „Wie sicher fühlen Sie sich beim Radfahren in Ihrem Wohnort?“ Unsere Leser aus Herzogenaurach (7,47) und Adelsdorf (7,09) geben dem Radverkehr in ihrer Stadt und ihrer Gemeinde eine gute Note, laut den Weisendorfern (4,24) lässt die Sicherheit zu wünschen übrig.

Die Antworten auf die Frage „Wie gut ist Ihr Wohnort an den Nahverkehr angebunden?“, zeigen, woran es wirklich hapert im Landkreis. Unsere Teilnehmer aus Mühlhausen (1,73) und Wachenroth (1,92) geben ihrer Anbindung eine miserable Note.

Auch die Leser aus dem finanzstarken Herzogenaurach mit Stadtbussen sind – laut den Kommentaren – durch fehlende Ortsverbindungen und teure Preise nicht außerordentlich zufrieden (6,12).

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