Angriff in Coburg
„Wir hätten diesen Fall nicht verhindern können!“
In der Badergasse kam es am 16. September zu einem brutalen Überfall.
In der Badergasse kam es am 16. September zu einem brutalen Überfall.
Foto: Oliver Schmidt/CT-Archiv
Simone Bastian von Simone Bastian Coburger Tageblatt
Coburg – Wie sicher ist die Coburger Innenstadt? Eine Frage, die sich nach einen Überfall am 16. September 2022 viele gestellt haben.

An jenem Abend wurde ein Mittfünfziger in der Stadt, im Bereich Lohgraben/Badergasse, brutal zusammengeschlagen. Wegen eines Regenschirms. Ein Fall, der auch den Polizisten naheging, die sich damals um das Opfer und seine Ehefrau kümmerten. So berichtete es der Leiter der Polizeiinspektion Coburg, Ralf Neumüller, am Donnerstag im Stadtrat.

Der schwer verletzte Mann drohte zu verbluten, seine Frau, deren Schirm die Täter zunächst hatten stehlen wollen, war nahe daran, zusammenzubrechen. Inzwischen gehe es dem Opfer besser, sagte Neumüller. „Aber es wird für beide nie mehr so sein wie vorher.“ Die Kripo habe noch Kontakt zu der Familie, die darum bitte, von Nachfragen abzusehen.

Nicht vorhersehbar

Eine schreckliche Tat, die aber kaum zu verhindern gewesen wäre, wie Neumüller betonte: „Es war eine ganz normale Uhrzeit, ein ganz normaler Ort. Dort hätten wir nie jemanden postiert. Das lässt einen tatsächlich etwas hilflos zurück.“

Denn ansonsten kann sich die Polizei rühmen, dass die Stadt Coburg sicher ist. Von den 2252 Straftaten, die die Polizei im Jahr 2021 registrierte, konnten 1614 – das sind 71,1 Prozent – aufgeklärt werden. Das liegt über dem bayerischen Durchschnitt, ist aber in Oberfranken Standard, wie Neumüller erkennen ließ. Im Vergleich zu Hof, Bayreuth und Bamberg können sich die Coburger sogar besonders sicher fühlen: Hochgerechnet auf 100.000 Einwohner gab es in Coburg 5458 Fälle, in Hof 7892, in Bamberg 8026.

Polizei hätte gern mehr Licht

Die Zahl der Straftaten sinkt in Coburg seit Jahren. „Wir sind wirklich eine sichere Stadt“, betonte Neumüller. Damit das so bleibt, hat die Polizei aber einige Wünsche. Einer lautet „mehr Licht“ in den Straßen, was angesichts der laufenden Energiesparbemühungen zu Diskussionen führen dürfte. Die Stadt solle sich Gedanken machen, ob sie eine vom Freistaat finanzierte Sicherheitswacht aufbauen wolle, schlug Neumüller vor. Dann sei mehr Ordnungspersonal in der Stadt unterwegs, wenn auch ohne Polizeibefugnisse. Doch die Stadträte sähen es lieber, wenn die Polizei mehr Personal erhielte. Denn: „Die Personalsituation ist angespannt und wird so schnell nicht besser werden“, sagte Neumüller.

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