Sowohl für seine künstlerische Arbeit als auch für seine inhaltliche Botschaft hatte der Sprayer und Aktionskünstler Alex Reuther im Oktober sehr viel Lob bekommen: An der Judenberg-Unterführung in Coburg hatte er ein Bild über Eck gemalt, das bis heute ein besonderer Hingucker ist. Denn wer vom Judenberg in Richtung Innenstadt fährt, sieht zunächst nur Hitler – und wer stadtauswärts unterwegs ist, sieht zunächst nur Putin. Wer direkt davor steht, sieht, wie die beiden Gesichter ineinander verschmelzen. Darüber hat Alex Reuther gesprayt: „Geschichte wiederholt sich?!“
Doch Kunst hin, Botschaft her: Die Staatsanwaltschaft Coburg hatte ein Ermittlungsverfahren gegen Alex Reuther eingeleitet. Vorgeworfen wurde ihm ein Vergehen nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches: also die „Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“.
Alex zeigte sich damals regelrecht geschockt. Die Staatsanwaltschaft würde seine Aktion offenbar völlig anders interpretieren als sie gemeint war. Ihm sei es ja um ein Zeichen gegen Diktatoren wie Hitler und Putin gegangen – und keinesfalls um eine Verherrlichung dieser Personen.
Post von der Staatsanwaltschaft Coburg
Doch gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten kann Alex Reuther jetzt aufatmen: Die Staatsanwaltschaft Coburg hat ihm schriftlich mitgeteilt, dass das Ermittlungsverfahren gegen ihn eingestellt worden ist. Wörtlich heißt es in dem an Alex Reuther gerichteten Brief: „Es hat sich herausgestellt, dass Sie unschuldig sind.“
Auf Facebook nahm Alex Reuther am Freitag zu dieser Entscheidung Stellung. „Gut so, ich fühle mich bestätigt“, schreibt er. Und: Er fühle sich „bestätigt und animiert, in diesem Sinne auch weiter zu gehen“. Plant er also bereits die nächste Aktion? Ja.
Was plant Alex als nächstes?
Alex kündigt auf Facebook an, dass er am Coburger Faschingsumzug, dem „Gaudiwurm“, mit einem „politischen Motivwagen“ teilnehmen möchte. Möglicherweise werde er dabei auch das Hitler-Putin-Bild verwenden, er habe allerdings auch schon andere Ideen parat.
Seine Stellungnahme auf Facebook schließt Alex mit folgenden Worten: „Ich wünsche allen einen guten Jahresabschluss und ein hoffentlich besseres 2023.“
Lesen Sie auch:














