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Flüchtlingswelle
Streit um neues Asylbewerberheim in Coburg
In diesem Gebäude an der Ecke Goethestraße/Casimirstraße in Coburg werden künftig etwa 60 Asylbewerber untergebracht. Das hat die Regierung von Oberfranken so entschieden.
In diesem Gebäude an der Ecke Goethestraße/Casimirstraße in Coburg werden künftig etwa 60 Asylbewerber untergebracht. Das hat die Regierung von Oberfranken so entschieden. // Oliver Schmidt
Coburg – Die Stadt Coburg hätte sich eine dezentrale Unterbringung gewünscht. Doch die Regierung von Oberfranken hat entschieden: In der Goethestraße entsteht eine große Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber.

Die Umbauarbeiten laufen bereits: Aus dem ehemaligen Pflegeheim „Haus Casimir“ in der Goethestraße 13 in Coburg wird ein Heim für Asylbewerber. Voraussichtlich im Juli diesen Jahres sollen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner einziehen. Insgesamt wird in dem Gebäude, das direkt an der wichtigsten Zufahrtsstraße in die Coburger Innenstadt liegt, Platz für rund 60 Menschen sein.

Bessere Integration bei dezentraler Lösung?

Bei der Stadt Coburg ist man über diese künftige Nutzung des Gebäudes nicht sehr glücklich. Das liege aber ausdrücklich nicht daran, wie betont wird, dass man geflüchteten Menschen nicht helfen wolle. Vielmehr halte man die Unterbringung in einer großen Gemeinschaftsunterkunft nicht für sinnvoll.

Doch für die Unterbringung der Asylbewerber ist die Regierung von Oberfranken zuständig – und die hat das Gebäude Goethestraße 13 vom privaten Eigentümer angemietet. Die Stadt Coburg hat zwar mehrmals ihre Bedenken geäußert, doch letztlich ohne Erfolg.

„Wir hätten eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen im Stadtgebiet besser gefunden, weil dann auch eine bessere Integration möglich ist“, sagte Stadtsprecher Louay Yassin am Montag dem Coburger Tageblatt.

Im Gebäude Goethestraße 13 in Coburg befand sich zuletzt ein Pflegeheim. Nun wird es zu einem Heim für Asylbewerber umgebaut.
Im Gebäude Goethestraße 13 in Coburg befand sich zuletzt ein Pflegeheim. Nun wird es zu einem Heim für Asylbewerber umgebaut. // Oliver Schmidt

Hinzu kommt, dass Gemeinschaftsunterkünfte erfahrungsgemäß auch Konflikte mit der Nachbarschaft liefern können. Nicht zuletzt deshalb hat die Stadt Coburg jetzt alle Anwohner des Quartiers zwischen Ketschendorfer Straße und Schillerplatz angeschrieben. Darin heißt es: „Wir wissen, dass einige von Ihnen aufgrund dieser Gemeinschaftsunterkunft besorgt sind.“

Brief an Anwohner

In dem Brief kommt auch der Konflikt mit der Regierung von Oberfranken zur Sprache: Die Stadt habe alles in ihrer Macht stehende getan, um eine Gemeinschaftsunterkunft zu verhindern. Aber: „Leider hat sich die Regierung von Oberfranken über unser Votum hinweggesetzt und die Unterkunft – ohne uns weiter zu informieren – zugelassen und angemietet.“

Regierung von Oberfranken nimmt Stellung

Auf Anfrage des Coburger Tageblatts hat sich am Montag auch die Regierung von Oberfranken dazu geäußert. In einer Stellungnahme heißt es, dass das Gebäude Goethestraße 13 „sehr gut geeignet“ sei für eine Gemeinschaftsunterkunft. Unter anderem verfüge es über behindertengerechte Zimmer. Im kleinen Außenbereich solle – „auf Wunsch der Stadt Coburg“ – auch noch ein „kleiner Spielplatz für Kinder“ entstehen.

Grundsätzlich betont die Regierung von Oberfranken, dass es auch weiterhin solche Gemeinschaftsunterkünfte brauche – „um die Herausforderungen bei der Unterbringung von Asylbewerbern bewältigen zu können“.

Appell an Anwohner

Derweil ist man bei der Stadt Coburg bemüht, nun das Beste aus der Situation zu machen. So wird in dem Brief an die Anwohner betont, dass man im Rahmen seiner Möglichkeiten sowohl das Miteinander in der Unterkunft unterstützen werde als auch „für ein ordentliches Miteinander im Quartier“ sorgen wolle. Ebenso wird versichert, für die Anwohner stets „ein offenes Ohr“ zu haben: Sollten irgendwelche Probleme auftauchen, sollten diese entweder dem Hausverwalter mitgeteilt werden, der in der Unterkunft tätig sein wird, oder dem Sozialamt der Stadt.

Wie viele Flüchtlinge leben zurzeit in Oberfranken?

Nach Angaben der Regierung sind in Oberfranken derzeit insgesamt 27.107 geflüchtete Menschen untergekommen, davon 13.804 aus der Ukraine. In der Stadt Coburg sind aktuell 1.456 geflüchtete Menschen verzeichnet, davon 839 aus der Ukraine. Im Landkreis Coburg sind es 1.634 geflüchtete Menschen, davon 845 aus der Ukraine.

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