Lea Raab muss sich beim Gespräch mit dem Coburger Tageblatt immer wieder auf die Zunge beißen: Gerne würde sie ganz viel von ihrem spannenden Projekt erzählen, das sie in der Großen Johannisgasse plant und auf das sie sich so sehr freut. Andererseits soll noch nicht zu viel verraten werden über das neue Café. „Naja“, hakt die 21-Jährige ein, „es wird ja kein reines Café!“ Aha! Sondern? Lea Raab lächelt: „Ein Café, eine Tagesbar – ein Ort, an dem sich die Menschen wohl fühlen sollen.“
Die Öffnungszeiten werden wohl von mittags bis in den Abend sein – „aber mehr wollen wir zum jetzigen Zeitpunkt wirklich noch nicht sagen!“ Mit „wir“ meint Lea Raab sich und ihre Mutter Tina Raab, die in Coburgs Gastronomieszene als Chefin der „Künstler-Klause“ seit mehr als 30 Jahren ein Begriff ist. Sie wird Lea Raab unterstützen, stellt allerdings klar: „Das Johann – das ist das Projekt von Lea!“
Mit der Gastronomie groß geworden
So, und jetzt der Reihe nach: Lea Raab ist sozusagen mit und in der Gastronomie aufgewachsen. Sie weiß deshalb zwar, dass diese Branche anstrengend und oft mit langen Arbeitszeiten verbunden ist. Doch sie kennt eben auch die schönen Seiten: „In der Gastronomie ist es total abwechslungsreich und man hat viel mit Menschen zu tun – also ich könnte mir nichts anderes vorstellen!“ Nach dem Abitur hatte sie sich zunächst für eine Ausbildung zur Hotelfachfrau entschieden. Doch so gut ihr das auch gefallen habe, wie sie betont: 2021 wechselte sie in die „Künstler-Klause“ und begann bei ihren Eltern eine Ausbildung zur Restaurantfachfrau.
„Den Traum von einem eigenen Café hatte ich schon immer“, erzählt sie. Und bald wird es auch soweit sein: In wenigen Wochen ist Lea Raab mit ihrer Ausbildung fertig; die Eröffnung vom „Johann“ soll im Frühjahr 2023 erfolgen. Der Name „Johann“ hat mit der Adresse zu tun: Große Johannisgasse 3. Außerdem sei es derzeit in vielen Städten „in“, Cafés solche Namen zu geben. „Man geht in München ins Heinrich, in Bamberg ins Henri – oder in Coburg eben künftig ins Johann.“
Früher: „Carolas Blumenecke“
Viele Menschen in Coburg dürften das Ladenlokal in der Großen Johannisgasse bislang aber noch immer mit einem anderen Namen verbinden: Carola! In der nach ihr benannten „Blumenecke“ verkaufte Carola Burkhardt bis zu ihrem Tod die vielleicht schönsten Blumen der Stadt. „Ich habe da manchmal eine Rose für meine Mama gekauft“, erinnert sich Lea Raab und sagt: „Dieser Laden hat mich schon immer angezogen!“
Der besondere Charme, den das ehemalige Blumengeschäft hatte, soll möglichst erhalten bleiben, wie Lea Raab betont. Eine Wand muss trotzdem herausgerissen werden. „Wir brauchen Platz für einen großen Tresen, an dem Gäste auch einfach mal schnell im Vorbeigehehen einen Espresso trinken können.“ Upps, hat sie jetzt nicht schon zu viel verraten?
Auch viele Plätze im Freien geplant
Okay, bleiben wir lieber allgemein: Das „Johann“ wird knapp 30 Sitzplätze haben (plus einige Stehplätze!). Aber auch draußen hat Lea Raab einiges vor: 25 Plätze wird es sowohl direkt vorm Fenster als auch auf dem kleinen Platz gegenüber geben (dort, wo sich bis vor ein paar Jahren ein kleines Spielgerät für Kinder befand). Nicht nur, dass es recht schön sein dürfte, beim „Johann“ auch im Freien sitzen zu können: Ein weiterer Nebeneffekt dürfte sein, dass das Café auf diese Weise auch von der Spitalgasse aus wahrgenommen wird – schließlich zweigt die Große Johannisgasse direkt von ihr ab.
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