Ehepaar getötet
"Haben wunderbaren Menschen verloren"
Gewaltverbrechen Mistelbach
Kerzen, Blumen und ein Kreuz wurden vor der Kinderarztpraxis in Neudrossenfeld abgelegt.
Foto: Matthias Hoch
Neudrossenfeld – Der gewaltsame Tod des Neudrossenfelder Kinderarztes Stefan S. und seiner Frau macht auch das Praxisteam fassungslos. Wie geht es jetzt weiter?

Der Tod des beliebten Kinderarztes Stefan S. (51) und seiner Frau (47), die in der Nacht zum Sonnag im Wohnhaus in Mistelbach ermordet worden sind, ist für die Kollegen des verstorbenen Mediziners in den beiden Praxen in Bayreuth und Neudrossenfeld ein schwerer Schock. Das Ehepaar war erstochen worden.

Dringend tatverdächtig ist der 18-jährige Freund der ältesten Tochter, der sich in der Tatnacht der Polizei gestellt hat. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft inzwischen Haftbefehl wegen zweifachen Mordes erlassen.

Gedanken sind bei den Kindern

"Wir sind fassungslos. Wir haben einen großartigen Chef und Kinderarzt verloren und einen wunderbaren Menschen . Aber noch viel schmerzhafter ist das Leid der vier Kinder, die unter diesen schrecklichen Umständen ihre Eltern verloren haben. Unsere Gedanken und Gebete sind mit ihnen", heißt es auf der Facebook-Seite der Praxis. Dort steht weiter: "Wir sehen es jetzt als unseren Auftrag an, die Herzlichkeit und Liebe in ,med4kidz' weiterleben zu lassen. So wie er es wollte."

Dieser Zettel hängt am Praxiseingang in Neudrossenfeld.
Dieser Zettel hängt am Praxiseingang in Neudrossenfeld.
Foto: Jürgen Gärtner

"med4kidz" heißt die neue Praxis, die das Ärzteteam dieser Tage in neuen Räumen in der Alten Spinnerei in Bayreuth eröffnet. Die Praxis in den Neudrossenfelder Rotmainauen wird parallel weitergeführt.

Wie es weitergeht?

Wie und wann es nach dem schrecklichen Ereignis weitergeht?"Unsere Praxis wird an beiden Standorten spätestens nächste Woche wieder anlaufen", erklärt Kinderarzt Gerald Hofner auf Anfrage unserer Zeitung.

"Miss you"

In einer Nachricht auf Twitter hat Gerald Hofner deutlich gemacht, wie sehr ihn persönlich der Verlust schmerzt: "Wir alle benötigen jetzt Ruhe und Eure Gebete. Ich sitze in der leeren, nagelneuen, unbenutzten Praxis - gerade bereit für die ersten Patienten", schreibt Hofner, der ausführt: "Und es laufen die Tränen wie ein Strom ... weil einer nicht mehr da sein kann, der sie zusammen mit mir geplant hat - in Geduld und Weisheit." Seine Botschaft an Stefan S.: "Kuck uns von oben zu. Miss you."

Zusammen mit Gerald Hofner und weiteren Kollegen hat der verstorbene Stefan S. ein Buch mit dem Titel "Was dir Kinderärzte raten" verfasst, das Ende Februar veröffentlicht werden soll.

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