HSC Coburg
Sieg in Hagen: Coburg gibt den Party-Crasher
Viktor Glatthard (am Ball) ist von Hagens Philipp Vorlicek nur mit einem Foul zu stoppen.
Viktor Glatthard (am Ball) ist von Hagens Philipp Vorlicek nur mit einem Foul zu stoppen.
Foto: Iris Bilek
Tobias Herrling von Tobias Herrling Fränkischer Tag
Coburg – Zweiter Sieg in Serie: Zweitligist HSC Coburg gewinnt beim VfL Eintracht Hagen – und versaut dem VfL das Jubiläum.

Das hatte sich der VfL Eintracht Hagen anders vorgestellt: In seinem 500. Zweitligaspiel wollte der VfL den zweiten Saisonsieg einfahren. Doch die Eintracht hat die Rechnung ohne den HSC 2000 Coburg gemacht. Die Vestestädter gaben den Party-Crasher, gewannen in Hagen mit 33:28 (15:13) und holten ihrerseits den zweiten Sieg in Folge.

Die Mannschaft von Trainer Brian Ankersen hatte zunächst Anlaufschwierigkeiten, steigerte sich aber im Laufe der ersten Halbzeit und zog kurz nach Wiederbeginn entscheidend davon. Garanten für den Auswärtssieg war zum einen das starke Spiel im Sieben-gegen-sechs und zum anderen Torwart Fabian Apfel.

2. Bundesliga

VfL Eintracht Hagen – HSC 2000 Coburg 28:33 (13:15)

Die Coburger kamen schleppend in die Partie und brauchten fünf Minuten, ehe der erste Treffer des Abends gelang. Max Jaeger löste von Linksaußen den Angriffsknoten, nachdem sich der HSC zuvor gegen die 6:0-Deckung der Hagener schwergetan hatte, flüssige und vor allem gefährliche Angriffe aufzuziehen (1:2, 5.).

Das blieb auch noch eine Weile so, weil die Deckung der Gastgeber sich einerseits beweglich, andererseits zupackend präsentierte. Ins Gewicht fielen die Schwächen aber nicht, denn auch die Abwehr der Gäste stand von Beginn an stabil. Die Folge war ein zähes und wenig hochklassiges Handballspiel.

Felix Jaeger war einmal mehr ein Aktivposten des HSC.
Felix Jaeger war einmal mehr ein Aktivposten des HSC.
Foto: Iris Bilek

Ein Beleg? Vier Minuten blieben beide Mannschaften ohne Tor, ehe Kapitän Andreas Schröder den HSC erstmals in Führung brachte (4:3, 12.). Zuvor hatten Viktor Glatthard und Florian Billek in Überzahl die erste Führung verpasst. Wie es gehen kann, wenn Angriffsreihen Probleme haben, zeigte kurz darauf Felix Jaeger.

Der Rückraumspieler, der als Einwechselspieler bisher stets überzeugt hatte, fackelte einen Ball aus dem Rückraum in die Maschen (5:3, 14.). Die Hausherren antworteten mit einem 3:0-Lauf und gingen mit 6:5 in Führung – HSC-Trainer Brian Ankersen reagierte sofort und nahm eine Auszeit, um den Hagener Lauf zu unterbrechen (18.).

Die Maßnahme fruchtete, denn Coburg lag in der Folge meist mit einem Treffer in Front – und profitierte vom siebten Feldspieler. Den brachte Ankersen im Angriff, nahm dafür den Torwart vom Feld und der HSC nutzte die Überzahl, um vorwiegend über den Kreis zum Abschluss zu kommen. Denn: Viktor Glatthard und Jan Schäffer erzielten die Coburger Treffer 6 bis 9.

Fynn Herzig (am Ball) tankt sich gegen zwei Hagener durch.
Fynn Herzig (am Ball) tankt sich gegen zwei Hagener durch.
Foto: Iris Bilek

In der Abwehr hatte Coburg die Hagener Schlüsselspieler weiter im Griff und ließ vor allem den Rückraumrechten Philipp Vorlicek kaum zur Entfaltung kommen. Gegen die Gewaltwürfe Valentin Spohns hatte die HSC-Deckung aber kein probates Mittel. Mit fünf Treffern aus der Distanz sorgte der Hagener Neuzugang, dass der VfL im Spiel blieb (10:10, 11:11).

Zwar brachte Vorlicek mit seinem einzigen Treffer im ersten Abschnitt die Eintracht noch einmal in Front (12:11, 26.), aber nun war es der HSC, der mit einem 3:0-Lauf antwortete und auf 14:12 (28.) stellte. Mit diesem Zwei-Tore-Vorsprung für die Gäste ging es letztlich auch in die Halbzeitpause (15:13).

Unmittelbar nach Wiederbeginn die vorentscheidende Phase des Spiels: Coburg knüpfte an seine starke Deckungsleistung an und zog binnen kurzer Zeit davon. Fynn Herzig und Felix Jaeger stellten auf 19:14 (35.) und zwangen VfL-Trainer Stefan Neff zu einer frühen Auszeit im zweiten Durchgang. Nur: Besser wurde es aus Hagener Sicht nicht.

Jakob Knauer zeigte im zweiten Durchgang eine starke Leistung.
Jakob Knauer zeigte im zweiten Durchgang eine starke Leistung.
Foto: Iris Bilek

Kurz darauf kassierten die Hausherren die nächste Schwächung: Abwehrchef Tilmann Pröhl, nach zehn Minuten bereits mit zwei Zeitstrafen vorbelastet, sah nach einem Wurf ins Gesicht von HSC-Torwart Fabian Apfel die dritte Zeitstrafe und damit die Rote Karte.

Das Coburger Eigengewächs kam im Laufe der ersten Halbzeit in die Begegnung, zeigte eine starke Vorstellung und hatte zeitweise eine Quote von 60 Prozent. Auch dank seiner Paraden entwickelte sich die Partie zu einer im Vorfeld nicht erwarteten einseitigen Angelegenheit. Daran änderte auch Hagens Umstellung auf eine 5:1-Formation zunächst nichts.

Zwar leistete sich Coburg zeitweise manchen Fehlwurf, verkürzen konnte Hagen aber zunächst nicht. Der HSC hielt seine Führung konstant bei sechs, sieben Toren (25:19, 30:23). Im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit spielte sich ein weiteres Eigengewächs der Oberfranken in den Vordergrund: Jakob Knauer.

Florian Billek war mit neun Treffern bester HSC-Werfer.
Florian Billek war mit neun Treffern bester HSC-Werfer.
Foto: Iris Bilek

Die Gäste spielten ihre Überzahl nun verstärkt über die rechte Seite und Knauer nutzte den Raum, um mit starken Durchbrüchen vier Treffer zu erzielen. So torgefährlich war der rechte Rückraum in dieser Saison bislang noch nicht. In den letzten Spielminuten stotterte allerdings der HSC-Motor und Hagen kam bis auf drei Treffer heran (31:28, 59.).

Dank zwei abgefangenen Bällen und erfolgreich abgeschlossenen Gegenstößen durch Billek und Herzig machte der HSC letztlich den 33:28-Auswärtssieg perfekt.

Die Statistik:

VfL Eintracht Hagen: Mahncke (7 Paraden), Paske (4 Paraden) – Bürgin (2), Norouzi Nezhad (6/1), Pröhl, Renninger, Klein, Voss-Fels, Vorlicek (1), Spohn (7), Gaubatz (3), Stüber (1), Stefan (2), Toromanovic (3), Busch (3/1)

HSC 2000 Coburg: Kulhanek (4 Paraden), Apfel (11 Paraden)– M. Jaeger (2), Dettenthaler, Mund, Glatthard (3), Fuß, Ossowski (4/1), Billek (9/1), Herzig (4), Knauer (4), Schäffer (3), F. Jaeger (3), Schröder (1)

Schiedsrichter: Engeln / Schmitz (beide Burscheid)

Zeitstrafen: 5 (3x Pröhl, Bürgin, Spohn) – 3 (2x Glatthard, Schäffer)

Rote Karte: Pröhl (Hagen, 35., dritte Zeitstrafe)

Siebenmeter: 2/4 (Busch scheitert zweimal) – 2/3 (Billek scheitert einmal)

Spielfilm: 1:0 (2.), 2:0 (4.), 3:3 (8.), 3:5 (15.), 6:5 (18.), 7:7 (20.), 9:10 (24.), 12:11 (26.), 12:14 (28.), 13:15 (30.), 13:16 (31.), 14:19 (35.), 17:24 (43.), 19:25 (47.), 21:28 (51.), 23:30 (53.), 27:31 (58.), 28:33 (60.)

Beste Spieler: Spohn, Pouya / Apfel, Knauer, Billek

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: