Hochwasser
Frühwarn-System für Bischberg
Bischberg ist am Zusammenfluss von Regnitz und Main gleich doppelt von Hochwasser bedroht: Diese Aufnahme entstand 2012, kurz vor dem Eintreffen der Scheitelwellen Anfang Januar.
Bischberg ist am Zusammenfluss von Regnitz und Main gleich doppelt von Hochwasser bedroht: Diese Aufnahme entstand 2012, kurz vor dem Eintreffen der Scheitelwellen Anfang Januar.
Ronald Rinklef/Archiv
F-Signet von Horst Lange Fränkischer Tag
LKR Bamberg – Der Gemeinderat Bischberg stimmt einem Förderantrag zur Verbesserung der Abwehr vor Sturzfluten und Hochwasser zu.

Weihnachtliche Weisen, vorgespielt von den Trosdorfer Blasmusikanten, stimmten den Gemeinderat in seiner letzten Jahressitzung auf das bevorstehende Fest ein, ehe der Rat mit fast 20 Tagesordnungspunkten nochmals Schwerstarbeit leistete.

Nah am Wasser gebaut ist bekanntermaßen die Gemeinde Bischberg − einerseits vom Main bedroht, andererseits aber auch durch Sturzfluten durch sintflutartige Regenfälle, die sich zum Beispiel aus Trosdorf oder Weipelsdorf ins Tal wälzen.

Integrales Konzept soll das Sturzflut-Management verbessern

Um dafür besser gerüstet zu sein, stellte Diplom-Ingenieur Hans Junginger vom Ingenieurbüro Spektren aus Herzogenaurach ein integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement in der Gemeinde Bischberg vor.

Hier ergebe sich, so der Referent, wie auch Erfahrungsberichte aus den 1970-er Jahren bestätigten, Handlungsbedarf für Weipelsdorf, Trosdorf und Bischberg. Auch im Hinblick auf die gegenwärtige Überplanung des Flächennutzungsplanes und die höhere Gefahr von Überflutungsereignissen bedingt durch den Klimawandel, sei eine konkrete Planung zum Sturzflutmanagement unabdingbar. Durch ein Starkregen-Frühalarmsystem könnten mit rechtzeitiger Vorsorge und richtigem Verhalten Starkregengefahren abgewehrt werden.

Das Frühalarmsystem erfasst die Niederschläge für jedes Einzugsgebiet

Entscheidend sei eine frühzeitige Warnung und Alarmierung der Bürger. Das Frühalarmsystem (FAS) misst in Echtzeit die tatsächlichen Niederschläge für jedes Einzugsgebiet, erfasst Pegelstände in Flüssen und Wasserstände im Kanalnetz und errechnet in Sekundenschnelle, ob eine Gefahr vorliegt. Bei Eintreten einer Gefahr alarmiert das FAS in drei Stufen: per Email und SMS und im Extremfall sogar mit persönlichen Telefonanrufen.

Im Rahmen eines Förderprogramms wird die Erstellung eines solchen Konzeptes bezuschusst. Die Kosten werden auf 100.000 Euro geschätzt, der Eigenanteil der Gemeinde beliefe sich auf 25.000 Euro.

Nachdrücklich warb Bürgermeister Michael Dütsch (BI) dafür, einen Antrag für das Fördervorhaben „Integrales Konzept zum kommunalen Sturzflut-Risikomanagement“ zu stellen. Schließlich seien in der Vergangenheit schon Weipelsdorf und Trosdorf bei Starkregenereignissen „abgesoffen“. In einem weiteren Schritt könnte auch der Bau von Regenrückhaltebecken notwendig sein.

Der Gemeinderat Bischberg stimmte dem Förderantrag einstimmig zu.

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