Corona verliert allmählich seinen Schrecken. Die Masken fallen weitgehend genauso wie die meisten Beschränkungen. Ein pandemiebefreiter Sommer kündigt sich an. Dass die Pandemie aber längst nicht überwunden ist, zeigen die Diskussionen über den Herbst und erst kürzlich die lange aufgeschobene Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), auch gesunde Kinder gegen das Coronavirus impfen zu lassen.
Was das für Forchheim heißt und was Eltern jetzt wissen müssen.
Viele Kinder schon geimpft oder genesen
„Wir erwarten für die kommenden Wochen keinen großen Ansturm“, sagt Laura Trummer. Das liege aber nicht an mangelndem Interesse, so die Leiterin des Forchheimer Impfzentrums.
„Viele Kinder sind schon geimpft oder genesen gerade.“ Dennoch werde geimpft, sagt sie. „Unsere Kinderimpfstraße ist samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Wir bitten um Terminabsprache, weil wir die Ampullen des kindgerechten Impfstoffs nur in größeren Mengen öffnen können. Um nicht zu viel wegschmeißen zu müssen, versuchen wir, viele Termine nacheinander zu legen.“ Eltern können sich online eintragen.
Jedes fünfte Kind in Bayern geimpft
21,2 Prozent der Kinder zwischen fünf und elf Jahren in Bayern sind laut Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens einmal gegen Corona geimpft (als grundimmunisiert, also mit Auffrischimpfung, gelten 19,2 Prozent).
Zum Vergleich: in Sachsen sind es 7,6 Prozent (6,7), in Schleswig-Holstein 30,5 Prozent (29,6). Eine exakte Impfquote für den Landkreis Forchheim lässt sich nicht ermitteln, weil die Impfenden zum Teil an unterschiedliche Stellen melden.
Stiko empfahl zunächst für Vorerkrankte
Nachdem die Corona-Impfung im Dezember 2021 für Kinder zugelassen wurde, sprach die Stiko zunächst nur eine Empfehlung für Vorerkrankte und jene aus, die im Umfeld Menschen mit hohem Risiko für schwere Verläufe haben.
Dies habe viele Eltern auch gesunder Kinder von Beginn an nicht abhalten können. „In den ersten beiden Monaten war die Nachfrage sehr groß“, erinnert sich der Forchheimer Kinderarzt Dr. Thorsten Fröhlich. Das ebbte mit der Zeit ab. Ein erneuter Anstieg sei bei Fröhlich ausgeblieben. Aber der könne noch kommen.
„Im Hinblick auf den Herbst wissen wir nicht, wie sich die Lage entwickeln wird“, sagt er. Unbedingt vermieden werden müssten aber erneute Kita- und Schulschließungen. „Die Einschränkungen waren für die Entwicklung vieler Kinder gravierend. Eine hohe Impfquote auch in dieser Altersgruppe könnte erneute Schließungen verhindern.“
Auch wenn die Omikron-Variante gerade bei den Jüngeren meist milder verläuft – laut RKI ist derzeit keine Altersgruppe im Landkreis so häufig mit Corona infiziert wie die 5- bis 14-Jährigen.
Gesunde einmal, Vorerkrankte zweimal
Allen gesunden Kindern empfiehlt die Stiko zunächst eine Impfstoffdosis eines mRNA-Impfstoffes, etwa Comirnaty von Biontech in reduzierter Dosis oder Spikevax von Moderna (sechs bis elf Jahre). Warum nur eine? Laut Kommission hätten die meisten in dieser Altersgruppe bereits Kontakt mit dem Virus gehabt – und so bereits einen gewissen Immunschutz aufgebaut.
Für Kinder mit Vorerkrankungen rät das Gremium weiterhin zur Grundimmunisierung mit zwei Impfstoffdosen und zur Auffrischimpfung. Gibt es im Umfeld Personen mit hohem Risiko, sollen die Kinder demnach mit zwei Dosen grundimmunisiert werden. Die Lage neu bewertet werde im Spätsommer beziehungsweise wenn die Infektionszahlen wieder ansteigen.
Impfzentrum Forchheim: „Sind vorbereitet“
Dann könnten auch die Terminkalender im Forchheimer Impfzentrum wieder voller werden. „Wir rechnen in Richtung Sommerferien mit einem größeren Interesse“, sagt Leiterin Laura Trummer. Genügend Impfstoff stehe bereit, man sei vorbereitet. Noch immer würde sieben Tage in der Woche geimpft, auch der Impfbus toure weiter durch die Gemeinden.
Und: „Wenn wir müssen, können wir die Kapazitäten jederzeit weiter hochfahren“, sagt Trummer. Für Kinder und Erwachsene.
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