Gäbe es ein lokales Unwort des Jahres, Piastenbrücke stünde mit Sicherheit in der engeren Auswahl. Obwohl stahlrotes Licht am Ende der Brücke zu sehen ist, bleiben die Forchheimer skeptisch.
DB Netz AG gibt weiter keine feste Garantie
Immerhin untermauert die DB Netz AG nun ihr Versprechen, die so wichtige Gleisüberführung bis zum diesjährigen Annafest endlich fertigzustellen. Eine feste Garantie kann und will die Bahn aber noch immer nicht geben.
Bei dem zuständigen Projektingenieur der DB Netz AG Daniel Gallein klingt das so: „Garantie ist ein starkes Wort. Wenn keine höhere Gewalt mehr dazwischenkommt, bin ich zuversichtlich.“
Piastenbrücke: Auf der Zielgeraden
Bis zum 30. Juni wolle man die vollständige Verkehrsfreigabe realisiert haben, so Gallein. Man sei auf der Zielgeraden, die wesentlichen Arbeiten seien geschafft.
Und doch gibt es noch einiges zu tun an der Brücke, bevor der Verkehr darauf wieder rollen kann. Zuvorderst müsste das Bauwerk abgedichtet werden.
Dies, so der Experte, erfordere aber wärmere Temperaturen, weil sich kein Tau auf dem Bauwerk niederschlagen dürfe.
Baustelle: Witterungsbedingte Handbremse
Vor dem 14. März rechne er nicht mit dem Beginn. Danach fehlen noch Asphaltierung und Brückenausstattung wie Leitplanken und die Beleuchtung.
Ein straffes Restprogramm bis Ende Juni. Weil das so ist, haben sich Bahn und Stadtverwaltung darauf geeinigt, auch den Behelfssteg der Piastenbrücke ab dem 3. April zu sperren.
Vollsperrung Piastenbrücke: Dietrich-Bonhoeffer-Straße bleibt offen
Ab dann gibt es kein Durchkommen mehr – wieder eine bittere Pille für den Forchheimer Norden. Immerhin: Die Unterführung in der Dietrich-Bonhoeffer-Straße solle in dieser Zeit auf jeden Fall offen bleiben.
Kopfschmerzen bereiten Forchheims Stadträten vor allem die enormen Kostensteigerungen. Waren sie zuletzt noch von vier Millionen Euro ausgegangen, errechnet die Bahn nun einen Betrag von mehr als sechs Millionen Euro.
Als Grund nennt Daniel Gallein die gestiegenen Kosten unter anderem für Material und Bauüberwachung sowie Verwaltungskosten, die immerhin einen Anteil von 20 Prozent der Gesamtsumme ausmachen, und vorher (zumindest öffentlich) nicht kommuniziert waren.
Stadtrat Forchheim nimmt Kostensteigerungen gemischt auf
Mit gemischten Gefühlen nehmen Forchheims Lokalpolitiker die neue Lage des Baufortschritts auf; die Palette der Emotionen reicht von Freude über Galgenhumor bis hin zu Hoffnung und Resignation.
Und auch beim Thema Geld schafft es die Bahn in Person von Projektingenieur Gallein nicht, die Gemüter zu beruhigen. Er sei zu 90 Prozent sicher, dass nun alle Kosten aufgeführt seien. Gleichzeitig könne er nicht ausschließen, dass doch noch kleinere Beträge hinzukämen.
Zu viele Wenns, zu viele Vielleichts trüben weiterhin die klaren Aussichten auf den Sommer im Forchheimer Norden – und welche weiteren Einschläge noch wegen der Brückensanierung auf den Stadtsäckel zukommen.
Derzeit macht ein Blick auf die Baustelle tatsächlich wenig Hoffnung. Kaum ein Arbeiter ist zu sehen. Aber, so Gallein, das liege am Wetter. Im Frühjahr sehe die Welt schon ganz anders aus.
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