Sage mir, wohin du willst und ich sage dir, wie es dir geht. Wer im Landkreis Forchheim unterwegs ist – sei es mit dem Auto, dem Bus, dem Zug oder dem Fahrrad – scheint sich nicht besonders wohl in seiner Haut zu fühlen.
Dies legen zumindest die Ergebnisse des Heimat-Monitors nahe. Am schlimmsten ist es demnach um den Straßenverkehr bestellt – so belegt der heimische Kreis den letzten Platz aller FT-Regionen, die sich an der großen Leserbefragung beteiligten.
Auf einen mageren Durchschnittswert von 5,36 (von zehn möglichen Punkten) schafften es die Asphaltstrecken in und rund um Forchheim.
Zum Vergleich: Der Durchschnittswert in der Region liegt mehr als einem halben Punkt darüber. Wenngleich der Landkreis Forchheim beim Thema ÖPNV hingegen zwar den zweiten Platz belegt, zeugt das Ergebnis von 5,72 dennoch von viel Luft nach oben.
Straßenverkehr ist größte Nerv-Faktor
Zurück auf die Straße. Mehr als 1000 Forchheimer FT-Leser beantworteten zum Thema Verkehr Fragen zur Belastung durch den Straßenverkehr und den Lärm.
Von einigen positiven Ausreißern wie Gräfenberg und Hiltpoltstein schaffte es nach Auswertung der Antworten keine Kommune über einen Wert von sieben.
Ortsdurchfahrten Hausen und Dormitz sind großes Problem
Am schlimmsten empfinden demnach die Hausener und Dormitzer den Autoverkehr vor ihren Haustüren. Kein Wunder, in beiden Orte nutzen täglich alleine mehr als 10.000 Autos die Durchfahrtsstraße, hinzu kommen unzählige Lastwagen.
Zwar sind etwa in Hausen und Dormitz seit Jahrzehnten Ortsumgehungen im Gespräch, genauso lange müssen sich Anwohner und Pendler aber auch schon in Geduld üben.
Straßenlärm im Landkreis vor allem entlang der B470 sehr hoch
Hinzu kommt das Problem der Belastung durch den Straßenlärm. Hier stellen die Dormitzer und Kleinsendelbacher ihrem Wohnort das schlimmste Zeugnis aus.
Kein Wunder: Wie die Umgebungslärmkartierung des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2022 zeigt, steigt der Lärmpegel an einigen Stellen auf bis zu 80 Dezibel. Noch lauter sind im Landkreis, abgesehen von der Autobahn A 73, nur Teile der B 470, die sich von Höchstadt kommend über Forchheim und Ebermannstadt durch die Fränkische Schweiz schlängelt.
Und der Verkehr nimmt zu; schon allein deshalb, weil fast 65.000 Pendler durch den Landkreis fahren.
Radfahren und Radwege im Landkreis Forchheim unterschiedlich bewertet
Was die Frage „Wie sicher fühlen Sie sich beim Radfahren?“ angeht, bilden wenig überraschend ebenfalls die straßenverkehrsgeplagten Orte Dormitz und Hausen die Schlusslichter – und zwar mit großem Abstand.
Während die Kreisstadt Forchheim zwar mit einem Wert von 5,94 verhältnismäßig gut abschneidet, lassen die offenen Nennungen im Heimat-Monitor aber ein erhebliches Verbesserungspotenzial für Forchheim erkennen.
ÖPNV-Lage variiert stark im Landkreis
Ein ähnliches Ergebnis skizziert das Stimmungsbild zum Thema Öffentlicher Personennahverkehr. Während Forchheim selbst und vor allem die Kommunen im südlichen Landkreis trotz einiger Missstände eher positiv abschneiden, lassen sich die schlechtesten Bewertungen für Bus und Co. hauptsächlich in den Tiefen der Fränkischen Schweiz wie etwa in Gößweinstein und Hiltpoltstein finden.
Was die Kreisstadtbewohner umtreibt, ist nicht das Busangebot insgesamt, sondern die ihrer Meinung nach zu geringe Taktung vor allem abends und an den Wochenenden.
Stadtbuskonzept könnte in Forchheim ab 2025 greifen
Gute Nachrichten gibt es für jene zumindest perspektivisch: Sollten Stadt- und Kreistag im Mai mit Ja votieren, könnte ab 2025 in Forchheim das neue Stadtbuskonzept greifen. Dieses sieht unter anderem einen 15-Minuten-Takt im Stadtgebiet (zwischen Bahnhof und Paradeplatz sogar 7,5-Minuten-Takt) sowie neue Buslinien vor, die insbesondere Burk und Buckenhofen sowie die nördliche Altstadt besser erschließen sollen.
Mit den Neuerungen sollen außerdem die Verknüpfungen mit dem Zugverkehr verbessert werden.
Wiesenttalbahn: Neue Taktung bleibt Dauerbaustelle
Davon können die Zugfahrer aus und nach Ebermannstadt bislang nur träumen.
Der Halbstundentakt für die Wiesenttalbahn, den ein breites Bündnis aus der Region lautstark fordert, verweilt nach wie vor auf der langen Bank; auch weil das Bayerische Verkehrsministerium keinen großen Handlungsbedarf zu sehen scheint, die Taktung zwischen Forchheim und Ebermannstadt zu erhöhen.
Immerhin ist die Petition für die Takterhöhung nicht gestrichen worden, sondern verweilt aktuell in den Arbeitsmappen der Ministeriumsmitarbeiter.
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