„Das ist wirklich eine Zumutung“, raunt eine Frau unter der Dusche, während sie sich und ihr kleines Kind frierend einschäumt. „Das war schon vor Weihnachten so“, beschwert sich die Frau neben ihr. Die Stimmung in der Damendusche im Forchheimer Königsbad ist derzeit nicht die beste.
Der Grund sind die Duschen selbst: Manche werden während des Duschens ganz plötzlich eiskalt, andere werden gar nicht erst warm. Der Frust der Badegäste wächst. „Ich würde einen Teil des Eintritts zurückverlangen“, schlägt eine weitere Dame unter der Dusche sauer vor.
Warmwasser-Ventil verkalkt
Christian Lenkl, Betriebsleiter des Königsbads, bedauert diesen Zustand. Auslöser für die Temperaturprobleme in den Duschen sei die kaputte Enthärtungsanlage. „Deshalb haben wir Kalk in der Leitung. Auch das Warmwasser-Ventil ist somit verkalkt und deshalb funktionieren die Duschen nicht richtig“, bedauert Lenkl auf Nachfrage des Fränkischen Tags.
In Aushängen im Eingangs- und Kassenbereich würden Badegäste auf das Duschproblem aufmerksam gemacht. „Wir spülen die Duschen täglich durch, aber am Wochenende kriegen wir das einfach nicht hin.“
Termin wurde verschoben
Das Ärgerliche: Die neue Enthärtungsanlage ist bereits vor Ort im Königsbad. Eigentlich sollte sie nämlich schon vor Weihnachten von einer Firma aus Bamberg eingebaut werden.
Krankheitsbedingt musste der Termin allerdings verschoben werden und dann kamen auch schon die Feiertage. „Ich warte aktuell auf Rückruf der Firma“, sagt Lenkl.
Wegen Energiekrise: Wasser in den Becken kälter?
Doch nicht nur wegen der Temperatur in den Duschen werden Lenkl und sein Team häufig angesprochen. Auch die in den Becken ist immer wieder Gesprächsthema unter den Badegästen. „Immer wieder wollen Leute wissen, ob wir die Wassertemperatur herabgesenkt haben. Das haben viele andere Bäder gemacht. Wir allerdings nicht. Das ist also subjektives Empfinden“, betont Lenkl.
Das Kinder- und Erlebnisbecken habe nach wie vor 32 Grad, das Schwimmerbecken 30 Grad und das Lehrschwimmbecken 32 Grad. Das Außenbecken ist mit 34 Grad das wärmste.
Auch der Zustand der Decke in den Duschen wird zunehmend kritisiert. „An die Decke mag man gar nicht schauen. Die ist offen und hängt runter“, sind sich die Frauen unter der Dusche erneut einig. Die notwendige Sanierung des gesamten Königsbads ist schon seit Jahren in aller Munde.
Zeitplan für die Sanierung
Der Zeitplan für diese Sanierung steht allerdings nach wie vor nicht konkret fest. Die Sanierung ist nach zahlreichen Rohrbrüchen vor allem im Sanitärbereich und bei den Garderoben dringend nötig.
In diesem Zuge soll es außerdem einen Umbau des Königsbads geben, um die Attraktivität des Freibads zu erhöhen.
Angedacht ist zum Beispiel, das Ruhehaus im Saunabereich zum zweistöckigen Gebäude auszubauen. Oder den bestehenden Haupteingang zu verlegen und Platz für einen neuen, großzügigen und zentralen Sommer- und Wintereingang zu machen. Geplant seien außerdem deutlich mehr Föhn-Plätze, insbesondere für Schüler.
Auf den Weg gebracht wurde außerdem angesichts der erhöhten Gaspreise vom Sanierungsausschuss bereits ein neues Energiekonzept. Den Auftrag, dieses Energiekonzept zu erstellen, erhält vermutlich Markus Brautsch, Professor für Umwelttechnik und Geschäftsführer des Instituts für Energietechnik der Hochschule Amberg-Weiden.
Einlass-Stopp am Wochenende
Das Königsbad soll bei Sanierung und Umbau dann nicht komplett, sondern in Etappen geschlossen werden, sodass der Badebetrieb immer gewährleistet bleibe.
Über zu wenig Gäste konnte sich das Forchheimer Königsbad vor allem zuletzt in den Weihnachtsferien und am vergangenen Wochenende ohnehin nicht beschweren.
Am letzten Sonntag musste das Badteam sogar einen kurzen Einlass-Stopp einlegen, nachdem bereits 700 Badegäste im Bad waren. Die Warteschlange wurde zusehends länger. „Anders ging es nicht. Wir müssen ja vor allem die Sicherheit der Badegäste gewährleisten“, sagt Lenkl.
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