Die Hälfte ist fast geschafft. Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit startet Forchheims Rathaus bald in die zweite Sanierungshalbzeit. Ob und wie viel Nachspielzeit zu erwarten ist und was sich in puncto Kosten in den kommenden Jahren entwickelt, ist nicht sicher vorhersehbar. Aber die Verantwortlichen ziehen kurz vor Jahresende eine positive Zwischenbilanz.
Vor allem beim Thema Kosten für den Mega-Bau werden die Forchheimer erfahrungsbedingt hellhörig. Nachdem sich diese seit 2014 von anfangs angedachten zehn Millionen auf mittlerweile mehr als 34 Millionen (inklusive einer Risikoreserve und einer Indexprognose für kommende Ausschreibungen) erhöht haben, kann Projektsteuerer Markus Greger nun Erfreuliches verkünden.
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Rathaussanierung: Kosten im Moment stabil
So rechnet er aktuell mit knapp 70.000 Euro niedrigeren Gesamtkosten als noch im September angenommen. Zwar seien die archäologischen Grabungen teurer als geplant, dafür habe man bei den Vergaben der Gewerke gute Ergebnisse erzielt, so Greger. Das gesparte Geld wandere in den oben genannten Reservetopf, so dass sich das Gesamtbudget von 34 Millionen Euro nicht ändere.
Vergabeverstoß kostet Stadt Forchheim 3,5 Millionen
Und doch gibt es einen Wermutstropfen. Weil die Ausschreibung für die Zimmererarbeiten fälschlicherweise nur national und nicht wie gefordert EU-weit erfolgt ist, gehen der Stadt dafür zugesagte Fördergelder in Höhe von 3,5 Millionen Euro verloren.
Aber immerhin kann Greger Entwarnung geben: Die Gesamtförderung stehe trotz dieses Fehlers nicht in Gefahr.
Aber unterm Strich wächst der Anteil der Kosten, welche die Stadt aus eigenen Mitteln für die Sanierung aufbringen muss, dadurch weiter an. Waren im Juli 2019 noch 2,8 Millionen aus dem Stadtsäckel eingepreist, sind es im November 2022 schon 13,3 Millionen Euro.
Die gute Nachricht: Es geht voran. Wie Architekt Stephan Fabi ausführt, arbeiten derzeit vier Gewerke gleichzeitig in drei Bereichen des Gebäudes.
So laufen die Rohbauarbeiten dank guter Abstimmung mit den Archäologen, auch die Holzbau- und Zimmererarbeiten seien aktuell zufriedenstellend; unter anderem deshalb, weil sich der Holzlieferengpass in weiten Teilen entspannt habe. Die Fachwerksanierung ist laut Fabi vorbereitet und könne je nach Witterung im Frühjahr 2023 begonnen werden.
Bleibt Rathaussanierung im Zeitplan?
Zwar habe man die wegen der aufwendigeren archäologischen Grabungen entstandenen Verzögerungen im Rohbau insbesondere in den Untergeschossen noch nicht kompensieren können, erklärt Projektsteuerer Markus Greger. Aber das schade den Folgegewerken nicht.
Auch gestalteten sich die Zimmererarbeiten zur Sanierung des Dachtragwerkes sowie des Holztragwerks von Wänden und Decken wegen der vorgefundenen Schäden aufwendiger als angenommen. Dies wiederum könne sich auf den Beginn der sogenannten TGA-Gewerke (technische Gebäudeausrüstung wie Strom und Wärme) auswirken.
Insgesamt aber bleibe der zuletzt avisierte Zeitplan bestehen, sagt Greger. Und damit die Zuversicht, die Mammut-Baustelle bis Ende 2024 abschließen zu können. Die Eröffnung des dann neu geschaffenen „Hauses der Begegnung“ ist nach wie vor für Mai 2025 geplant.
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