Rettung
Hilferuf am Gewässer mit der Notrufsäule
Gewässer-Notrufsäulen der Wasserwacht stehen seit Ende Juni an den Seen in Sand
Über die technische Unterstützung der Retter von der Wasserwacht freuen sich am Sander Baggersee Johannes Rennert (links) und der Vorsitzende des Wasserwacht-Ortsvereins Sand/Zeil Manfred Bergmann.
Foto: Sabine Weinbeer
Sand am Main – Immer wieder ertrinken Menschen beim Baden. Am Sander Baggersee gibt es nun eine Einrichtung, die Leben retten kann.

Der Sander Baggersee gehört zum Pilotprojekt Rettungssäulen von Johannes Rennert. Rennert ist aktiv in der Wasserwacht Sand/Zeil und technischer Leiter der Wasserwacht für den Bezirk Unterfranken. Und er wünscht sich Notrufsäulen flächendeckend an möglichst vielen Badegewässern. Vier davon stehen seit Ende Juni an den Seen in Sand, in Sennfeld und Schweinfurt und an der Talsperre Goßmannsdorf. Möglich wurde das dank der Unterstützung der Björn-Steiger-Stiftung.

Die Rettungssäule am Sander Baggersee steht direkt an der zweiten Sandbank in der Nähe des Stand-up-Board-Verleihs zwischen Campingplatz und Strand

Zusammen mit Manfred Bergmann, dem Vorsitzenden in Sand/Zeil, inspizierte er gleich nach der Montage die Rettungssäule. Die steht direkt an der zweiten Sandbank in der Nähe des Stand-up-Board-Verleihs zwischen Campingplatz und Strand, ziemlich genau auf halber Strecke der Uferstraße.

Gewässer-Notrufsäulen der Wasserwacht stehen seit Ende Juni an den Seen in Sand
Unkompliziert ist die Bedienung der Wasserrettungssäulen: ein Knopfdruck genügt.
Foto: Sabine Weinbeer

Sie ist denkbar einfach zu bedienen: Ein dicker Pfeil zeigt auf den Knopf, der gedrückt werden muss, um die Verbindung zur Integrierten Leitstelle herzustellen. Keine Klappe, kein Code, auch in heller Aufregung und größter Sorge problemlos zu bedienen. Ein Solarpaneel liefert den Strom, der die Säule rund um die Uhr einsatzbereit hält, das LTE-Netz sorgt für die Verbindung. Und im Herbst, wenn hier am Seeufer Hochwasser droht, kann die Säule mit wenigen Handgriffen abgebaut werden.

Die Rettungssäule am Sander Baggersee kann für jegliche Notrufe genutzt werden

„Die Rettungssäule kann für jeglichen Notruf genutzt werden, ob ein Badeunfall, gesundheitliche Probleme wie Herzinfarkt oder Kreislaufkollaps oder auch ein Feuer“, erklärt Johannes Rennert. Die integrierte Leitstelle schickt die passende Hilfe.

Gewässer-Notrufsäulen der Wasserwacht stehen seit Ende Juni an den Seen in Sand
Über Solarzellen wird die Stromversorgung der Wasserrettungssäulen gewährleistet. Wenn im Herbst die Hochwasser-Saison naht, sind die Säulen mit wenigen Handgriffen abzubauen und sollen dann ins Winterlager.
Foto: Sabine Weinbeer

Nach besten Kräften versuchen rund 25 Ehrenamtliche der Wasserwacht Sand/Zeil den Badebetrieb am Sander Baggersee abzusichern, aber lückenlos ist das natürlich nicht möglich. „Hier ist richtig viel los“, freut sich Manfred Bergmann über die Attraktivität des Sees.

Gewässer-Notrufsäulen der Wasserwacht stehen seit Ende Juni an den Seen in Sand
Der Baggersee in Sand erfreut sich reger Beliebtheit bei Schwimmern und in letzter Zeit zunehmend bei Stand-up-Paddlern, seit es hier auch einen entsprechenden Verleih gibt.
Foto: Sabine Weinbeer

Allerdings beobachten Aktive der Wasserwacht landauf landab auch zunehmende Sorglosigkeit beim Baden – und schwindende Schwimmfähigkeit. „Ein Baggersee oder womöglich sogar Fließgewässer ist eine ganz andere Herausforderung als ein Becken im Schwimmbad. Das bedenken viele nicht“, sagt Johannes Rennert.

Johannes Rennert von der Wasserwacht appelliert dringend, niemals allein baden zu gehen.

Die Wasserrettung hatte in diesem Jahr schon zwei relativ spektakuläre Einsätze: Einmal fuhr ein Pkw in den Sander Baggersee und unlängst trieb eine tote Frau im Main bei Haßfurt. Für Sicherheit sorgt die Wasserwacht Sand/Zeil auch bei der Segelregatta des Bamberger Segelclubs, der am Sander Baggersee seine Heimat hat, und natürlich laufen gerade die Vorbereitungen für die Absicherung des Sander Weinfestes. Obwohl das direkt am Altmain stattfindet, gab es noch keine schlimmen Zwischenfälle.

Nachwuchs ist wichtig

Damit die Wasserwacht einsatzfähig bleibt, ist wöchentlich Jugendtraining in der „Welle“ in Haßfurt, an dem sich zwischen 13 und 15 junge Leute beteiligen. Drei Jugendliche zwischen 14 und 15 Jahren machen im August die Ausbildung zum Wasserretter. Danach können sie aktiv bei den Übungen eingesetzt werden, um Erfahrungen für ihren ersten Einsatz zu sammeln.

Derzeit tue man das Möglichste, um Schwimmkurse anzubieten und die Sicherheit an den Badegewässern zu erhöhen. Beispielsweise mit den Notrufsäulen, denen weitere folgen sollen. Etwa 8000 Euro kostet ein solche Säule.

Ohne Wasserwacht würde wenig laufen im Landkreis Haßberge, gerade im Sommer, wie die weiteren Beiträge beweisen: