Nach einem Jahr
Abschied vom Königsberger Diakon
Evangelische Kirchengemeinden Königsberg verabschieden Diakon Ulrich von Brockdorff
Die Dekanin überreichte Ulrich von Brockdorff ein kleines Licht zum Abschied.
Foto: Gerold Snater
F-Signet von Gerold Snater Fränkischer Tag
Königsberg in Bayern – Ulrich von Brockdorff hat die evangelischen Kirchengemeinden rund um Königsberg verlassen, um wieder seiner Heimat näher zu sein.

Nun geht er wieder, Diakon Ulrich von Brockdorff. Am 26. November 2021 wurde der Geistliche in einem feierlichen Gottesdienst in die evangelische Pfarrei in der Marienkirche in Königsberg eingeführt. Zuständig war er nicht nur für Königsberg, sondern auch für die Kirchengemeinden Altershausen, Dörflis, Köslau, Unfinden, Hellingen und Junkersdorf. Am Sonntag wurde er im Gottesdienst in der Marienkirche verabschiedet.

In einem knappen Jahr 86 Gottesdienste, 13 Beerdigungen und drei Taufen absolviert

Ulrich von Brockdorff wohnt in Birkach am Forst bei Coburg. Er erklärte, 86 Gottesdienste, 13 Beerdigungen und drei Taufen später, nach vielen Sitzungen, Gesprächen, Besuchen und Kontakten, nach 18 Fortbildungs-, sieben Arbeitsunfähigkeits- und 23 Urlaubstagen und rund 23.000 gefahrenen Kilometern sei für ihn mit seinen 60 Lebensjahren festgestanden, in die alte Heimat zurückkehren zu wollen. „Es ist leider eine rationale Entscheidung." Es seien die knapp 100 Kilometer und die eineinhalb bis zwei Stunden Fahrzeit pro „Einsatztag“ vor Ort, die ihn zu dieser Rückkehr bewegten.

Am 1. November hat sein neuer Dienst in der Pfarrei Ebersdorf-Großgarnstadt begonnen

Das heißt nicht, dass er sich damit in den Ruhestand verabschiedet. Am 1. November hat sein neuer Dienst in der Pfarrei Ebersdorf-Großgarnstadt begonnen, das liegt näher an seiner Heimat als Königsberg.

Evangelische Kirchengemeinden Königsberg verabschieden Diakon Ulrich von Brockdorff
Dekanin Anne Salzbrenner (links) entpflichtete in einem Gottesdienst in der Marienkirche Diakon Ulrich von Brockdorff (daneben) von seinen Aufgaben im Dekanat Rügheim. Mit dabei (weiter von links): Pfarrer Peter Hohlweg, Pastoralreferentin Claudia Nowak, die Prädikanten Ingrid Friedrich und Alfred Austel sowie Kreuzträgerin Lia Beck.
Foto: Gerold Snater

Obwohl er nur ein knappes Jahr in Königsberg gewesen sei, falle ihm der Abschied nicht leicht, sagte Diakon von Brockdorff und betonte: „Es war eine sehr schöne und sehr intensive Zeit, für die ich mich gerne bedanke. Obwohl ich dienstliche Abschiede kenne, gerade der von der Region Königsberg fällt mir sehr schwer. Mein ,Bassd scho‘ kommt von Herzen und jedes Wort mehr wäre a Gschmarri, das uns maulfaule Franken ja gor ned liegt.“

Auch viele Königsberger und Mitglieder der Kirchengemeinden rund um die Regiomontanusstadt werden ihren Diakon vermissen. Denn in den rund zwölf Monaten hat er in den verschiedenen Bereichen das verwirklicht und umgesetzt, was er in seinem Steckbrief anlässlich seiner Amtseinführung niedergeschrieben hat: „Lebendige Glaubenshoffnung braucht ein Miteinander, ein aktives Zuhören und die Teilhabe von möglichst vielen Geschwistern mit ganz unterschiedlichen Gaben und Talenten“.

Evangelische Kirchengemeinden Königsberg verabschieden Diakon Ulrich von Brockdorff
In seiner Predigt ging Diakon von Brockdorff auf den Thesenanschlag Luthers vor 505 Jahren und Erscheinungen in unserer Zeit ein.
Foto: Gerold Snater

Seine Grundsätze wurden auch noch einmal in der Predigt zu seinem Abschiedsgottesdienst offenbar, die er im Wechsel mit seiner Frau Birgit hielt. Darin beschäftigte er sich anlässlich des Reformationstages nicht nur mit dem vermeintlichen Thesenanschlag von Martin Luther vor 505 Jahren und den Folgen für den Protestantismus.

„Ein feste Burg ist unser Gott“, singt die Gemeinde in der Marienkirche in Königsberg

Er zeigte auch Parallelen zur Gegenwart auf und dazu, wie Gott zum Frieden in dieser kriegerischen Welt steht. Passend dazu sang die Gemeinde das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott, ein gute Wehr und Waffen“, welches Martin Luther an einem Tiefpunkt seines Lebens geschrieben hatte.

Begleitet wurden sie von Kerstin Wrozosok an der Orgel und dem Posaunenchor Königsberg unter der Leitung von Marco Häfner.

Evangelische Kirchengemeinden Königsberg verabschieden Diakon Ulrich von Brockdorff
Dekanin Anne Salzbrenner entpflichtete Diakon Ulrich von Brockdorff von seinen Aufgaben im Dekanat Rügheim.
Foto: Gerold Snater

Die Entpflichtung des Diakons nahm Dekanin Anne Salzbrenner im Beisein vieler Christen aus allen ihm anvertrauten Kirchengemeinden vor. Auch Pastoralreferentin Claudia Nowak von der katholischen Pfarrgemeinde nahm an diesem Gottesdienst teil. Die Dekanin, die zum ersten Mal in der Marienkirche war, dankte dem scheidenden Diakon für den Einsatz seiner Gaben und Kräfte. Salzbrenner ließ im Rahmen der Entpflichtung auch anklingen, dass zum 1. August 2023 die Stelle des Diakons in Königsberg wieder neu besetzt werden soll.

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