Konzert
Gänsehaut bei Händel-Oratorium in Haßfurt
Händel-Oratorium „Samson“ in Haßfurt von Kantorei aufgeführt
Hochkonzentriert sind die Musikerinnen und Musiker, die Sänger und Sängerinnen bei der Generalprobe zu dem Händel-Oratorium „Samson“ .
Foto: Doreen Streng
F-Signet von Wolfgang Aull Fränkischer Tag
Haßfurt – Inhaltliche Dramatik und musikalische Qualität verschmelzen bei „Samson“ in der Stadtpfarrkirche Haßfurt zu einem fulminanten Abend.

Mit „Samson“, einem dreiteiligen Oratorium von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759), hat kürzlich die Kantorei Haßberge unter Leitung von Matthias Göttemann in der Stadtpfarrkirche Haßfurt ein Werk aufgeführt, das sowohl aufgrund seiner musikalischen Qualität als auch wegen der inhaltlichen Dramatik die Zuhörerschaft in ihren Bann riss, was diese schließlich mit einem frenetischen Beifall belohnte.

Biblische Gestalt ist Hauptperson des Händel-Oratoriums

Der Name Händel versprach musikalischen Hochgenuss, die Handlung rund um die biblische Gestalt Samson Hochspannung, und der ausführende Chor, namentlich die Kantorei Haßberge, begleitet vom Orchester Würzburg und den Solisten Mechthild Söffler, Kea Niedoba, Oliver Kringel, Johannes Weinhuber und Sven Fürst, hohe Qualität.

Händel-Oratorium „Samson“ in Haßfurt von Kantorei aufgeführt
Kantorei Haßberge: hohe Willkommenskultur, ein lebendiger Chor, beliebt bei jüngeren und erfahrenen Menschen
Foto: Wolfgang Aull

Und so kam es dann auch: Samson wird von Dalila verführt, seiner übernatürlichen Kraft beraubt, verraten und in den Kerker seiner Feinde geworfen. Er soll als Sklave an einem Götzenfest teilnehmen. Doch Samson hat seine mächtige Kraft wiedergewonnen, zerstört den Tempel und reißt alle Festteilnehmer mit sich in den Tod.

Auch wenn für die Hinterbliebenen das Leben weiterging, sich neu ordnete, so blieb der Schmerz. Vereinsvorsitzender Dieter Möhring hatte bei der Begrüßung angekündigt, das Stück sei eine „Mahnung, aus der Geschichte zu lernen“.

Die Mahnung wird erkennbar

Im dritten Teil wurde erkennbar, wie dies verstanden werden konnte: Die Bereitschaft Samsons, sein Leben hinzugeben, um den Feinden den Tod zu bringen, führte zu Trauer bei allen Hinterbliebenen. Er gehörte somit auch zu den Verlierern. „Der Feinde Grab war auch das seine.“

Händel-Oratorium „Samson“ in Haßfurt von Kantorei aufgeführt
Die Kirche war sehr gut besetzt. Entsprechend laut war der Beifallssturm nach der Aufführung.
Foto: Wolfgang Aull

Gänsehaut, war später zu hören, habe der Trauermarsch hervorgerufen, den Göttemann so inniglich dirigierte, dass es scheinbar spürbar wurde, wie sehr ihn das Stück berührte. Es war eine Höchstleistung des Würzburger Orchesters, und als weiteres Glanzlicht konnte im zweiten Teil der Doppelchor, „Dalilas Jungfrauen“ und „der Chor der Priesters Dagons“, mit einer unglaublichen Präzision und Innerlichkeit vernommen werden.

Händel-Oratorium „Samson“ in Haßfurt von Kantorei aufgeführt
Dirigent und Musiker in Personalunion: Matthias Göttemann am Cembalo
Foto: Wolfgang Aull

Im Gespräch mit dem Fränkischen Tag erläuterte Göttemann, weshalb seine Wahl auf dieses Stück gefallen war: „Wegen der eingehenden Musik von Händel, die die Leute kennen.“ Gereizt hätten ihn auch die zeitlose Kernaussage des Inhalts und die gekürzte Version, die sich mit einer Dauer von anderthalb Stunden gegenüber dem Original zwar absetze, doch den roten Faden der Geschichte nicht verliere.

 

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