Problembewusstsein
Grundschule Ebern ist jetzt Fairtrade-Schule
Die Grundschule Ebern wurde als Fairtrade-Schule ausgezeichnet
Stolz halten Sophie Riegel und Anton Lutter die Fairtrade-Urkunde in Händen, die von Andreas Schneider, Regionalkoordinator und Fairtrade-Referent (links), übergeben wurde. Auch Schulleiterin Gudrun Schnitzer ist auf die Auszeichnung für ihre Schule stolz.
Foto: Helmut Will
Ebern – Eberner Schulkinder lernen etwas über Handelsbeziehungen. Viele Aktionen, eine eigene Schokolade und ein eigener Laden führten zur Fairtrade-Urkunde.

„Hurra -geschafft“, hat Gudrun Schnitzer, Rektorin der Grundschule Ebern, auf die Einladung für die Übergabe der Fairtrade-Urkunde an ihre Schule geschrieben. Nachdem die Schule bereits im Jahr 2019 einen ersten Anlauf gestartet hatte, machte Corona einen Strich durch die Rechnung. Nun ist es aber so weit: Fairtrade-Referent Andreas Schneider hat die Grundschule am Dienstagvormittag als „Fairtrade-Schule“ ausgezeichnet.

Die dritte Schule in Ebern, die Fairtrade-Schule ist

Ein Blick in die strahlenden Gesichter der Schülerinnen und Schüler und zufriedene Gesichter bei der Schulleiterin und ihrem Kollegium zeigten, dass alle stolz auf diese Auszeichnung sind. Die Grundschule Ebern ist damit die dritte Schule in Ebern, die diese Auszeichnung in Empfang nehmen konnte. Insgesamt gibt es nach den Worten von Regionalkoordinator Andreas Schneider in Bayern 292 ausgezeichnete Schulen, insgesamt in Deutschland bisher 844. Schulleiterin Gudrun Schnitzer betonte, dass man in diesem Jahr nach 2019 erneut durchgestartet sei und mit vielen Einzelaktionen darauf hingearbeitet habe, die Auszeichnung als „Fairtrade-Schule“ zu erhalten.

Im Unterricht wurde immer wieder über den fairen Handel gesprochen

Mit Unterstützung der Stadt Ebern und insbesondere durch Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) habe man sich auf den Weg zur „Fairtrade-Schule“ gemacht. Es wurde ein „Fairtrade-Team“ gegründet und in Aktionen der Elternbeirat mit eingebunden. „Wir haben den Kindern im Unterricht des Fairtrade-Gedanken nähergebracht“, erzählte die Rektorin. Es habe kleinere, größere und fortlaufende Aktionen gegeben. „Unsere Fairtrade-Schokolade wurde zu einem Verkaufsrenner“, berichtete Schnitzer und verwies auf den Schülerladen, den die Schüler gut betreuten. Der Gewinn aus dem Verkauf komme Menschen zugute, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stünden. Dank sagte sie an den Elternbeirat und den Förderverein, die das Projekt unterstützten.

Die Grundschule Ebern wurde als Fairtrade-Schule ausgezeichnet
Kinder der Klassen 3b und 4d der Grundschule Ebern trugen Lieder bei der Auszeichnung als „Fairtrade-Schule“ vor.
Foto: Helmut Will

Bürgermeister Jürgen Hennemann habe auch immer wieder Projekte angestoßen, so zum Beispiel das „Möhrchen-Hausaufgaben-Heft.“ Dieses weise auf Nachhaltigkeit und fairen Handel hin. „Wir wollen uns auf dem Erreichten nicht ausruhen, weitere Ideen schlummern schon in unseren Köpfen“, sagte Gudrun Schnitzer. Wichtig sei es, den Schülern zu vermitteln, dass sie über den Tellerrand hinaussehen und mit Mitmenschen und Umwelt verantwortungsvoll umgehen sollten. „Der Fairtrade-Gedanke ist hierzu ein Baustein“, so die Rektorin. Mit einzelnen Liedern, vorgetragen durch die Klassen 3b und 4d und „Werbeblocks“ einzelner Schüler wurde auf den Fairtrade-Gedanken aufmerksam gemacht und die Werbetrommel für den Verkauf im schuleigenen Fairtrade-Laden zu rühren.

„Der faire Handel fördert Menschen, die weit weg sind und leistet Aufbau- und Entwicklungshilfe“

Andreas Schneider sagte im Hinblick auf die zunehmenden Extreme, wie auch den Hitzesommer und die Trockenheit, dass man beim Einkauf und Verbrauch etwas dringend ändern müsse, wenn man die Welt, das „gemeinsame Haus für alle Menschen“, erhalten wolle. „Das erfordert Einsatz und Engagement und fängt bereits beim Einkauf an.“ Für ihr Engagement dankte er der Schulleitung und dem Kollegium, aber besonders den Kindern. „Der faire Handel fördert Menschen, die weit weg sind und leistet Aufbau- und Entwicklungshilfe“, meinte der Referent. Er diene den Kakaobauern, den Zuckerrohrplantagen. „Durch euren Einsatz helft ihr Menschen, die weit weg sind, in Lateinamerika, Afrika oder Asien, und macht ihnen enorm Mut, wie ihr euch für Gerechtigkeit auf dieser Welt einsetzt“, sagte Andreas Schneider. An Anton Lutter und Sophie Riegel von der Klasse 4d sowie an Schulleiterin Gudrun Schnitzer übergab Schneider dann die Urkunde und eine Plakette, welche die Grundschule Ebern als „Fairtrade-Schule“ ausweist.

Die Grundschule Ebern wurde als Fairtrade-Schule ausgezeichnet
Das ist unser Fairtrade-Laden, zeigen diese sechs Schüler*innen und laden zum Einkauf ein.
Foto: Helmut Will

Schulamtsdirektorin Claudia Schmidt vom Staatlichen Schulamt im Landkreis Haßberge lobte den Einsatz der Grundschule Ebern und gratulierte zur Auszeichnung. „Ihr habt in einer anstrengenden Zeit etwas erreicht, es braucht Kinder wie euch, und das gibt Hoffnung für andere Kinder in der Welt, lebt glücklich in dieser Welt“, sagte sie. Im Anschluss konnten sich Schülerinnen, Schüler und Gäste mit Leckereien versorgen und der Fairtrade-Laden der Grundschule öffnete seine Türen, wo sich mancher mit fair gehandelten Erzeugnissen versorgte und so die Kasse des Ladenteams aufbesserte.

Was sich in den Schulen im Landkreis Haßberge so tut: