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Wunder von Erlangen
Wie diese Klinik Frühchen Felix retten konnte
Einfühlsame Pflegekräfte wie Katrin Klein werden in der Erlanger Neonatologie gebraucht.
Einfühlsame Pflegekräfte wie Katrin Klein werden in der Erlanger Neonatologie gebraucht. // Franziska Männel/Uniklinikum Erlangen
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Erlangen – Felix überlebte, weil sich im Erlanger Perinatalzentrum ein interdisziplinäres Team des Frühchens annahm.

Seit Juli 2021 gibt es in Erlangen eine eigene Professur für Neonatologie. „Nicht jedes Uniklinikum hat so etwas“, sagt Prof. Dr. Heiko Reutter, Leiter der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin am Universitätsklinikum Erlangen. „Das zeigt, welchen Stellenwert die Früh- und Neugeborenenmedizin bei uns hat und wo wir noch hinwollen.“ Der Fall des kleinen Felix aus dem Landkreis Roth zeigt, wie wichtig es ist, dass sich Expertinnen und Experten verschiedener Fachrichtungen in einem Perinatalzentrum vernetzen und nur das Wohl des Kindes und seiner Mutter im Blick haben. Dass Felix überleben würde, war zwischenzeitlich mehr Hoffnung als medizinische Gewissheit. Doch mit der Hilfe eines erfahrenen medizinischen Teams mobilisierte der Kleine noch einmal alle Kräfte – und ist heute fast sieben Monate alt.

„Das Universitäts-Perinatalzentrum Franken am Uniklinikum Erlangen betreut Schwangere wie Felix’ Mutter Nadine Steinlein vor und rund um die Geburt“, erklärt Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen und neben Reutter Sprecher des Perinatalzentrums. „Unser Zentrum umfasst unter anderem die Pränatalmedizin, die Geburtshilfe und die Neonatologie und hat Schnittstellen zu vielen weiteren Fachbereichen. Betreut werden schwangere Frauen aus ganz Nordbayern – und zwar auf Level-1-Niveau, also auf der höchsten universitären Versorgungsstufe.“

Eingriff im Mutterleib

Im Januar 2022 schob ein Oberarzt der Frauenklinik des Uniklinikums Erlangen eine Hohlnadel in Felix’ winziges schlagendes Herz, während der Fötus noch im Fruchtwasser seiner Mutter schwamm. Eine Einblutung zwischen Herzbeutel und -muskel des Kindes hinderte das Organ daran, sich richtig zusammenzuziehen und wieder auszudehnen. Die ultraschallgesteuerte Punktion durch die Bauchdecke der Mutter hindurch war nicht ohne Risiko. Doch Felix’ Herz brauchte dringend Entlastung; das Blut musste abgeleitet werden.

Um bestmöglich im Sinne des ungeborenen Kindes zu entscheiden, nutzte das Team des Erlanger Perinatalzentrums sein Netzwerk: „Modernste Universitätsmedizin bedeutet für mich, externe Kolleginnen und Kollegen in Deutschland und im Ausland hinzuzuziehen, um für unsere Patientinnen und Patienten das Beste zu erreichen“, verdeutlicht Prof. Reutter.

Nur 1410 Gramm Körpergewicht

Felix David Steinlein wurde am 10. Februar 2022 geboren – zwölf Wochen vor dem errechneten Termin. Mit nur 1410 Gramm Körpergewicht und einer Größe von 36 Zentimetern wurde Felix auf die Intensivstation gebracht, künstlich beatmet und an Drainageschläuche angeschlossen, die weiterhin die Flüssigkeit aus seinem Körper schleusten. „Ich habe ihn nach der Entbindung kurz gestreichelt und ihn dann im Inkubator liegen sehen. Herausnehmen durfte ich ihn erst drei Wochen später“, erinnert sich Nadine Steinlein. Erst dann konnte sie endlich mit Felix „känguruhen“: ihn sich zum Kuscheln auf ihren Oberkörper legen, Herz an Herz. „Es war ergreifend und voller Liebe, machte mir aber auch Angst“, gesteht die 36-Jährige. „Angst, die Verbindung, die wir schon hatten, zu stärken, und dabei zu wissen, dass alles auch nicht gut ausgehen könnte.“

Entlassung nach fünf Monaten

Dass Felix so massiv Wasser und Lymphflüssigkeit einlagerte, war höchstwahrscheinlich auch seiner schweren Grunderkrankung geschuldet: Der Junge hat Trisomie 21, das Downsyndrom.

Felix ist Nadine und Daniel Steinleins drittes Kind. Fünf Monate nach seiner turbulenten Geburt durften sie ihren Sohn endlich nach Hause zu seinen beiden älteren Geschwistern holen.

 

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