Meine erste EM
Jan ging erst ins Bett, als es Eriksen besser ging
Jan Ciliax erzählt von der EM – aus der Sicht eines Neunjährigen.
Jan Ciliax erzählt von der EM – aus der Sicht eines Neunjährigen.
Foto: Andi Klupp
EM 2021
Herzogenaurach – Als Jan aus Herzogenaurach sah wie Eriksen umkippte, schaltete er um. Für den späten Anstoß gegen Frankreich hatte der Neunjährige auch eine Lösung.

Jan Ciliax ist neun Jahre alt und erlebt zum ersten Mal bewusst eine Fußball-Europameisterschaft. Der Stürmer aus der F-Jugend des FC Herzogenaurach ist ein Frühaufsteher. Deshalb konnte er das Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich – Anstoß war erst um 21 Uhr – nicht live sehen. Aber der Drittklässler fand im Teamwork mit seinen Eltern eine gute Lösung, wie er im ersten Teil seiner Kolumne erzählt.

Kids-Kolumne mit Jan, Teil 1:

„Meine Eltern hatten das Spiel für mich aufgenommen. Eigentlich wollte ich es am nächsten Tag nach der Schule anschauen, aber meine Mama hatte gesagt, dass ich es auch früh vor der Schule gucken kann, wenn ich rechtzeitig wach bin. Am Mittwoch bin ich dann um 6.15 Uhr aufgewacht. Ohne Wecker. Ich schlafe fast nie länger, weil ich meist rechtzeitig ins Bett gehe. Damit ich nicht zu spät in die Schule komme, habe ich in der Halbzeitpause vorgespult. Ich bin froh, dass ich das Spiel früh angeschaut habe, denn einige meiner Klassenkameraden hätten mir ansonsten ja das Ergebnis verraten.

Kießlings Konter – Teil 1 der Kolumne:

Ich finde, dass Deutschland am Anfang besser war, aber die Chancen nicht genutzt hat. Dann kam das doofe Eigentor von Hummels. Aber das passiert jedem mal. Ich habe neulich im Training auch eins geschossen. Nach einer Ecke. Ich denke, dass die Mitspieler Hummels jetzt aufmuntern. So wie mich meine vom FC Herzogenaurach aufgemuntert haben. Und er verkraftet das bestimmt, weil er eine richtig gute Saison gespielt hat.

Nach dem 0:1 war mir aber klar, dass Frankreich gewinnt. Weil Mbappé so schnell ist und tricksen kann. So wie bei seinem Tor, das nicht gezählt hat. Es war zwei Mal Abseits. Ich finde es komisch, wenn sich die Fußballer erst freuen und dann zählt es doch nicht. Toni Kroos hat die Freistöße leider immer drüber geschossen. Und das Foul von Kimmich in der sechsten Minute war keine gelbe Karte.

Lieber Sané oder Werner

Ab der Nachspielzeit habe ich nicht mehr an ein Tor für Deutschland geglaubt. Die waren alle ausgepowert, weil sie bei Kontern von Frankreich immer zurückrennen mussten. Ich hätte lieber Sané oder Werner statt Havertz spielen lassen, weil mit ihnen vorne mehr Action gewesen wäre.

Kießlings Konter – Teil 2 der Kolumne:

Das Spiel gegen Portugal am Samstag schaue ich bei einem Freund. Es ist ja schon um 18 Uhr und außerdem Wochenende. Wir grillen vorher. Leider habe ich das Gefühl, dass wir nicht gewinnen. Und dann wird es sehr schwer, unter den besten vier Gruppendritten zu sein.

Kießlings Konter – Teil 3 der Kolumne:

Bisher habe ich die meisten Spiele gesehen. Richtig cool fand ich auch das Feuerwerk bei der Eröffnungsshow. Bei der Szene mit Eriksen hatte ich Mitleid und ein bisschen Angst, als die Spieler so hektisch nach einem Arzt gewunken haben. Ich habe mich gefragt, ob er gestorben oder nur ohnmächtig ist. Um mich abzulenken, habe ich etwas anders im Fernsehen geschaut. Und zum Glück kam noch bevor ich ins Bett bin die Nachricht, dass es Eriksen gut geht. Ich habe deswegen auch nicht schlecht geträumt.“

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