Meine erste EM
So fiebert ein Neunjähriger mit Jogis Jungs
Jan Ciliax begleitet die Fußball-EM für den FT aus der Sicht eines Kindes.
Jan Ciliax begleitet die Fußball-EM für den FT aus der Sicht eines Kindes.
Foto: privat
EM 2021
Herzogenaurach – Den Kracher Deutschland-Frankreich verpasst der Drittklässler, weil der Anstoß zu spät ist. Trotzdem ist Jan Ciliax aus Herzogenaurach heiß auf die EM.

Seit Jan Ciliax geboren wurde, gab es nur einen deutschen Meister im Fußball: den FC Bayern München. Dabei ist Jan fast zehn Jahre alt und kickt seit sechs Jahren selbst – als Mittelstürmer wie sein Lieblingsspieler Robert Lewandowski. Von der Weltmeisterschaft 2018 in Russland weiß der Herzogenauracher Grundschüler nur noch, dass Deutschland früh gescheitert ist. Vielleicht ist es ganz gut so, dass er das Vorrunden-Aus der DFB-Elf nicht bewusst erlebte.

Teil 1 der EM-Kolumne von Stefan Kießling:

Die Europameisterschaft 2021 wird also sein erstes Turnier. „Ich fand es doof, dass die EM um ein Jahr verschoben wurde. Vor allem, weil ich selbst auch kein Fußball spielen durfte“, sagt Jan zu den Auswirkungen der Corona-Krise.

Anstoß ist für Jan zu spät

Doch wie erlebt ein Neunjähriger so eine Veranstaltung? Wie informiert er sich über den Kader von Bundestrainer Jogi Löw? Was weiß er über die deutschen Gruppengegner? Und wann begann die Vorfreude auf die „erste eigene“ EM, die am Dienstag um 21 Uhr mit einem Klassiker zwischen Deutschland und Frankreich Fahrt aufnimmt, den der Drittklässler nicht live sehen darf?

Jan Ciliax berichtet dem Fränkischen Tag darüber in den kommenden Wochen. Mit Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Florian Neuhaus, Robin Gosens und Christian Günter ist Jan schon auf Tuchfühlung gegangen. Das Quintett spielte in Herzogenaurach, wo die Mannschaft am Dienstag ihr EM-Quartier bezogen hat, eine Runde Golf. „Er war zu schüchtern, um den Augenblick richtig zu genießen“, berichtet Vater Michael Ciliax. „Er durfte immerhin bis auf zwei Meter ran und Servus sagen.“

Teil 2 der EM-Kolumne von Stefan Kießling:

Die pandemiebedingten Auflagen erschweren die Kontaktaufnahme zur selbst in normalen Zeiten stark abgeschirmten DFB-Elf. Über Adidas-Mitarbeiter im Bekanntenkreis hatte die Familie ursprünglich auf eine besondere Gelegenheit gehofft. Eine Geduldsprobe wartet auf Jan an diesem Mittwoch in der Schule: „Ich will nicht wissen, wie das Spiel gegen Frankreich ausgegangen ist. Meine Eltern nehmen es für mich auf, damit ich es am Nachmittag anschauen kann“, erzählt Jan. Also liebe Mitschüler: Nicht petzen!

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