Bezahlbarer Wohnraum ist Mangelware in der Region, das trifft auf die Städte ebenso zu wie auf die Umlandgemeinden. Um dem entgegenzuwirken, hatten acht Kommunen mit der Gewo-Bau Erlangen die Wohnungsbaugesellschaft Gewo-Land gegründet. Ziel ist es, dass die Gemeinden mit Hilfe von Fördermitteln Wohnungen bauen und preisgünstig vermieten. Zu den Gründungsmitgliedern gehört auch die Gemeinde Heßdorf, die modernen Mietwohnungsbau mit bezahlbaren Wohnungen plant.
Tagespflege mit 15 Plätzen
Der Geschosswohnungsbau im neuen Baugebiet Heßdorf-Süd ist ein Thema, das Gemeinde und Gemeinderat über Jahre immer wieder beschäftigte. Im April stellte Gewo-Land die Planung einer möglichen Nutzung mit Wohnen im Eigentum und der einkommensorientierten Förderung (EOF) des Wohnraumes vor.
So sah die Planung auch eine Tagespflege mit 15 Plätzen sowie Praxisräume sowie eine Bäckereifiliale zur Versorgung des gesamten Wohngebietes vor. Aber auch eine Demenzwohngemeinschaft für etwa zwölf Bewohner war vorgesehen. Der Vorteil wäre dabei gewesen, dass das Eigenkapital hier über die Flächen eingebracht worden wäre.
Flächen reichen nicht aus
In der Sitzung des Gemeinderates gab Bürgermeister Horst Rehder eine Mitteilung der Gewo-Land bekannt, dass die eingelegten Flächen doch nicht ausreichend sind und die Gemeinde noch rund 1,2 Millionen Euro einbringen müsste, eine Summe, die derzeit nicht verfügbar ist, wie die im Anschluss diskutierte Haushaltssatzung zeigte. Deshalb wurde entschieden, das Projekt anderweitig umzusetzen. Zweiter Bürgermeister Axel Gotthardt nahm deshalb Kontakt zur Schultheiß-Projektentwicklung in Nürnberg auf. Bei einer Besprechung mit Vertretern des Unternehmens äußerten diese großes Interesse an der Umsetzung dieses Projektes. Hermann Ruttmann, Vorstand der Projektentwicklung des geförderten Wohnbaus, stellte dem Gremium eine mögliche Lösung vor.
Nach eigenen Angaben des Unternehmens konnten unter seiner Leitung die Schultheiß Projektentwicklung AG bislang Neubauprojekte mit über 1000 geförderten Mietwohnungen auf den Weg bringen. Inzwischen habe sich der Bauträger zum gefragten Partner von Städten, Gemeinden und Investoren bei der Entwicklung ganzer Wohnquartiere etabliert, die mit einer Mischung aus freiem und gefördertem Wohnungsbau, Gewerbe und sozialen Einrichtungen wie Kitas und Pflegeheimen neue Maßstäbe für lebenswerten Wohnraum in der Metropolregion Nürnberg setze.
Thema Mietzuschüsse
Wie Ruttmann erklärte, könne das Projekt mit der EOF verwirklicht werden. EOF ist ein laufender Zuschuss zur Miete nach den Wohnraumförderungsbestimmungen bis zu einem Jahreseinkommen von höchstens 85.000 Euro. Bei diesem Zuschuss handelt es sich nicht um eine Unterstützung nach dem Wohngeldgesetz, beide schließen einander jedoch nicht aus. Die Erstvermietungsmiete legt die Regierung von Mittelfranken fest und beträgt je nach Einkommensgruppe zwischen 5,50 bis 7,80 Euro pro Quadratmeter.
Nach Aussage von Hermann Ruttmann sind Tiefgaragenplätze kaum umzusetzen, weil unwirtschaftlich, und diese kollidieren zudem mit der Ökologie und einer Schwammstadt (Aufnahme von Regenwasser). Auch geht das Unternehmen davon aus, dass Wohnungen für Senioren einen reduzierten Stellplatzbedarf haben, und Wohnungen für Mitarbeiter, die dort auch wohnen, wie in einer Kita oder einer Pflegeeinrichtung keine extra Stellplätze benötigen. Denn die Stellplätze waren, bevor man sich für das Objekt überhaupt entschied, ein etwas breiteres Thema der Diskussion.
Von Bäckerei abgeraten
Deswegen riet Ruttmann auch von einer Bäckereifiliale ab, denn deren Kunden würden das Wohngebiet nur unnötig belasten. Er empfahl deshalb ein Mobilitätskonzept oder eine Zusammenarbeit mit einer Diakonie. Gleichwohl könne er sich vorstellen, in einem Untergeschoss einen Seniorentreffpunkt in Verbindung mit einem kleinen Tagescafé einzurichten.
Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte Ruttmann, wenn die Gemeinde sich für sein Unternehmen entscheide und die Voraussetzungen schaffe, könne das Objekt Ende 2025 bezugsfertig sein.
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