Trauer um Queen
Britische Fahne weht vor Coburger Rathaus
Zwischen der Coburg- und der Deutschland-Fahne hängt seit Freitag die britische Fahne vor dem Coburger Rathaus.
Zwischen der Coburg- und der Deutschland-Fahne hängt seit Freitag die britische Fahne vor dem Coburger Rathaus.
Foto: Jochen Berger
Oliver Schmidt von Oliver Schmidt Coburger Tageblatt
Coburg – In der Heimatstadt ihres Ururgroßvaters wird der verstorbenen Königin gedacht. Ab kommendem Montag liegt ein Kondolenzbuch aus.

Im Gedenken an die britische Königin Elizabeth II. hat Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) Trauerbeflaggung in Coburg angeordnet. Außerdem wurde zwischen der Coburg- und der Deutschland-Fahne vor dem Rathaus auch noch die britische Fahne gehisst.

Elizabeth war immerhin die Ururenkelin vom berühmtesten Sohn der Stadt Coburg, Prinz Albert. Durch dessen Heirat mit Queen Victoria hieß das britische Königshaus ab 1840 „Saxe-Coburg and Gotha“. Erst 1917, als das Verhältnis zu Deutschland durch den Ersten Weltkrieg sehr problematisch geworden war, erfolgte die Umbenennung in „Windsor“.

Coburger Weihnachtsbaum für die Queen

Obwohl es dann gerade Elizabeth II. war, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg um eine Aussöhnung mit Deutschland bemühte, gab es zwischen dem Königshaus und dem Coburger Herzogshaus lange Zeit praktisch gar keine Kontakte. Um so mehr sorgte Ende 2016 eine Aktion bundes-, ja europaweit für Aufsehen: Die Stadt Coburg schenkte Queen Elizabeth II. einen Weihnachtsbaum. Schließlich war es Prinz Albert, der den Brauch des Weihnachtsbaums einst von Deutschland auf die Insel gebracht hatte.

Der „Coburger Baum für die Queen“ wurde damals vor Schloss Windsor aufgestellt. Bei der Eröffnung war auch Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha anwesend.

Städtepartnerschaft blühte wieder auf

Parallel zu dieser Aktion konnte zuletzt auch die Städtepartnerschaft zur Isle of Wight wieder belebt werden. Auf der Isle of Wight befindet sich mit dem „Osborne House“ eine weitere Sommerresidenz, die – ebenso wie Schloss Balmoral in Schottland – eng mit Queen Victoria und Prinz Albert verbunden ist.

Oberbürgermeister würdigt Verdienste der Queen

In seiner Stellungnahme zum Tod von Queen Elizabeth II. schreibt Oberbürgermeister Dominik Sauerteig unter anderem: „In Coburg ist eine große Anteilnahme spürbar. Seit rund 200 Jahren sind Stadt und Stadtgesellschaft über die herzogliche Familie eng mit dem Haus Windsor verbunden.“ Und: „Auch wenn das Amt der britischen Monarchin grundsätzlich unpolitisch ist, so hat sich Queen Elizabeth II. immer wieder als überzeugte Europäerin gezeigt. Damit stand sie in Tradition ihrer Vorgängerin Queen Victoria und ihres Prinzgemahls Albert.“ Die Versöhnung zwischen dem Vereinigten Königreich und Deutschland sei ein wichtiger Beitrag zur Europäischen Friedensordnung gewesen.

Kondolenzbuch liegt ab Montag aus

Ab kommenden Montag, 12. September, wird ein gemeinsames Kondolenzbuch von Stadt und herzoglicher Familie öffentlich im 1. Stock des Coburger Rathauses ausgelegt. „Der Oberbürgermeister wird dem Hause Windsor ebenfalls schriftlich sein Beileid zum Tode der Königin ausdrücken“, heißt es außerdem in einer Mitteilung der Stadt.

An Schloss Callenberg, dem Stammsitz der Familie von Sachsen-Coburg und Gotha, ist derweil ebenfalls Trauerbeflaggung vorgenommen worden.

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