Warntag, 8. Dezember
Warum keine Sirenen im Stadtgebiet Bamberg heulen
Auf dem Dach der Luitpoldschule ist noch eine Sirenenanlage montiert, allerdings nicht mehr einsatzbereit.
Auf dem Dach der Luitpoldschule ist noch eine Sirenenanlage montiert, allerdings nicht mehr einsatzbereit.
Stadtarchiv, Jürgen Schraudner
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Bamberg – Am Donnerstag (8.12.) findet der bundesweite Warntag statt. Neben Sirenen und Warnapps wird erstmals auch das neue Katastrophen-Warnsystem getestet.

Am Donnerstag (8.12.) findet in ganz Deutschland der Warntag statt. Ziel dieses Aktionstages ist es, bundesweit in einer gemeinsamen Übung sämtliche Warnmittel zu erproben. Um 11 Uhr werden zeitgleich in allen 16 Ländern mit einem Probealarm die Warnmittel wie etwa Sirenen und Lautsprecherwagen ausgelöst. Zudem wird mit der Warn-App Nina eine Probewarnmeldung versendet.

Das  Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erklärt dazu: „Auf diese Weise werden die technischen Abläufe im Fall einer Warnung und auch die Warnmittel selber auf ihre Funktion und auf mögliche Schwachstellen hin überprüft. Im Nachgang werden von den Verantwortlichen gegebenenfalls Verbesserungen vorgenommen und so das System der Bevölkerungswarnung sicherer gemacht.“

Warntag: Keine Sirenen im Stadtgebiet Bamberg

In der Stadt beschränkt man sich weitgehend auf digitale Warnung, da aktuell im Stadtgebiet keine stationäre Sirenenanlage vorhanden ist, teilt die Pressestelle mit. Bei Bedarf erfolgen auch örtlichen Lautsprecherdurchsagen.

Sirenen zur Warnung der Bevölkerung sind im Landkreis Bamberg in der Stadt Baunach vorhanden, um vor einem Störfall im dortigen Flüssiggaslager zu warnen, berichtet das Landratsamt.

Außerdem nehmen in diesem Jahr erstmals der Markt Burgebrach und die Gemeinde Schönbrunn im Steigerwald am bundesweiten Warntag teil. In diesen beiden Gemeinden wurde die Umrüstung der Sirenen auf die digitale Alarmierung abgeschlossen.

Neues Katastrophenwarnsystem Cell Broadcast

Erstmalig wird auch über das neue Katastrophenwarnsystem Cell Broadcast gewarnt. Cell Broadcast ist eine Warnnachricht, die direkt aufs Handy geschickt wird. „Die Übersendung von Warnmeldungen über Cell Broadcast ist ein anonymes Verfahren, das die Empfangsbereitschaft des Mobilfunkendgerätes in einer Funkzelle des Mobilfunknetzes nutzt“, teilt das BBK mit.

Der Vorteil: So können in einem potenziellen Gefahrengebiet befindliche Mobilfunkendgeräte angesprochen und diesen ohne vorherige Registrierung eine Warnmeldung gesendet werden, also völlig unabhängig davon, ob auf dem Smartphone eine Warnapp installiert wurde oder nicht. Weitere Informationen dazu teilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf der Webseite warnung-der-bevoelkerung.de mit.

„Je besser eine Gesellschaft vorbereitet ist, zum Beispiel auf ein Hochwasser oder bei einer Bombenentschärfung, umso besser können sich Helferinnen und Helfer um die vulnerablen Gruppen kümmern",  erklärt Thomas Roschmann, Leiter des Bereichs Bevölkerungsschutzes bei den Johannitern in Oberfranken. „Das heißt konkret, wenn zum Beispiel bei einer Warnung zu Hochwasser niemand in den Keller geht, sondern sich viele Menschen auf höheren Standorten in Sicherheit bringen, werden weniger Menschen im schnell ansteigenden Wasser in ihren Kellern ertrinken."

Kritik an Cell Broadcast

Es gibt jedoch bereits erste Kritik an dem neuen Katastrophenwarnsystem Cell Broadcast: Was passiert bei einem landesweiten, langanhaltenden Stromausfall? „Denn Sendemasten können ohne Strom auch keine Warnung verschicken“, gibt Frank Förtsch, Pressesprecher des Landratsamtes Bamberg, zu Bedenken.

Stadtsprecher Sebastian Martin sagt: „Grundsätzlich wird die Bevölkerung über verschiedene Wege gewarnt, unter anderem über den Rundfunk, der auch ohne Stromversorgung mittels batterie- oder solarbetriebener Geräte  zu empfangen ist. Außerdem arbeitet die Stadt daran, eine Akku gepufferte Sirenen-Warn-Infrastruktur wieder zu einem echten Warninstrument für die Bevölkerung, auch bei Stromausfall, aufzubauen.“

Unabhängig davon, wie man gewarnt wird,  die Warnung sollte man auf jeden Fall ernst nehmen. "Wichtig ist, nicht in Panik zu verfallen, sich aber zügig auf vertrauenswürdigen Portalen über die Lage vor Ort zu informieren", rät Kreisbrandrat Thomas Renner. "Und dann natürlich die Anweisungen auch befolgen."

 

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