Die Stadt Forchheim und die Forchheimer Brauereien suchen ab sofort wieder Bewerberinnen für das Amt der Forchheimer Bierkönigin für die nächsten zwei Jahre. Bis April ist es noch Melanie Lucius aus Forchheim.
Als Melanie I. durfte sie die Forchheimer Bierkultur aufgrund der Corona-Pandemie und der ausgefallenen Feste ein Jahr länger präsentieren. Gemeinsam mit dem FT blickt sie zurück auf ihr persönliches Highlight, wie es für sie weitergeht, für was sie Bier noch nutzt und was sie von einem Mann als Bierkönig hält.
Kannst du Bier noch sehen?
Melanie Lucius: Ja auf jeden Fall, und zwar nicht nur sehen sondern auch trinken.
Hat sich dein Biergeschmack verändert?
Definitiv ja! Früher habe ich mehr dunkle Biere gemocht. Das ist mittlerweile anders und ich bin eher bei den herberen Bieren hängen geblieben. Und da gibt es in Franken ja zum Glück sehr gute.
Wie viel Bier hast du in deiner Amtszeit als Bierkönigin wohl getrunken?
Schwer zu sagen, aber es waren viele gute Biere dabei. Es kommt ja auch noch hinzu, dass ich privat sehr gerne verschiedenste Biere ausprobiere.
Hast du mitgezählt auf wie vielen Festen du warst?
Das habe ich tatsächlich nicht. In den ersten zwei Jahren meiner Amtszeit waren die Feste ja relativ überschaubar, dafür war mein letztes Jahr zum Glück ziemlich ausgefüllt. Viele Feste und Jubiläen wurden nachgeholt und da durfte ich auf vielen anwesend sein.
Es hat sich im letzten Jahr alles sehr geballt, so dass ich teilweise an einem Wochenende bis zu fünf Veranstaltungen hatte. War zwar stressig, aber wahnsinnig schön. Es war eine riesige Erfahrung für mich.
Was war für dich das Highlight als Bierkönigin?
Ganz klar das Annafest. Das ist das Highlight einer jeden Forchheimer Bierkönigin. Es war ein atemberaubendes und aufregendes Fest. Ich werde es niemals vergessen. Die Leute durften wieder feiern und sich treffen; das hat man absolut an deren Stimmung gemerkt.
Auf Festen ist auch immer Alkohol im Spiel. Wurdest du mal blöd von der Seite angesprochen?
Ich wurde niemals blöd angesprochen. Die Leute haben sich eigentlich immer gefreut, mich zu sehen. Mit betrunkenen Menschen kann ich gut umgehen, weil ich langjährige Bedienung im Kellerwald bin. Da eignet man sich ein dickes Fell an und ich bin auch nicht auf den Mund gefallen.
Warum wolltest du Bierkönigin werden?
Der Hauptgrund war für mich die Begegnung mit Menschen. Neue Kontakte knüpfen. Außerdem mag ich Bier und bin ein großer Fan unserer Forchheimer Braukultur, die sich nicht verstecken muss. Und jedes Mädel will gerne eine Königin sein.
Auf einen Kaffee mit Bierkönigin Melanie I.
Im April endet deine Amtszeit. Wirst du dem Bier in irgendeiner Form treu bleiben?
Ja, in ein paar Tagen fange ich meine Ausbildung zur Biersommeliere an. Das fing damit an, dass ich großen Gefallen daran gefunden habe, verschiedene Biere auszuprobieren, über Social Media vorzustellen und zu bewerten.
Anscheinend habe ich in den Augen meines „Chefs“ Nico Cieslar der Tourismusabteilung ein gewisses Talent und habe das wohl ganz gut gemacht. Die Ausbildung wird gefördert von der Stadt und ich werde glücklicherweise nach meiner Amtszeit weiterhin für die Stadt tätig sein dürfen.
Und zwar kann man dann zum Beispiel eine Kellerwaldführung buchen mit der Option eines Biertastings mit mir zum Abschluss. Ganz weg werde ich somit nach meiner Amtszeit nicht sein. Das ist für mich eine große Ehre und darauf freue ich mich schon sehr.
Was ist eigentlich dein Lieblingsbier?
Am liebsten trinke ich natürlich das heimische Bier. Ich mag das Schlöbberla von der Brauerei Greif, das Export von der Brauerei Hebendanz und die Schwarze Anna von der Brauerei Neder am liebsten.
Welches Bier eignet sich deiner Meinung nach für welchen Anlass?
So für zwischendurch kann man bei einem hellen Bier nichts verkehrt machen. Zu einer deftigen Brotzeit finde ich immer dunkles Bier bzw. ein malziges Bier besser. Im Prinzip passt Bier zu jedem Anlass und hat mittlerweile auch einen ganz anderen Standpunkt wie früher. Früher wurde Bier immer etwas unterschätzt, aber es gibt so viele verschiedene Aromen in Bier.
Erkennt Melanie I. die Forchheimer Biere am Geschmack?
Nutzt du Bier auch anderweitig? Manche schwören ja drauf, es wäre super für die Haare.
Bier trinke ich am liebsten. Ab und an verwende ich es zum Kochen. Ich mache zum Beispiel eine sehr leckere Biersoße zu meinem Schäuferla.
Die Preise steigen in allen Bereichen. Wie ist das beim Bier – wie viel würdest du maximal für ein Seidla bezahlen?
Das ist eine schwierige Frage, denn ich möchte nicht auf Bier verzichten. Ich kann auch verstehen, dass Bier ebenso teurer wird wie alles andere im Moment durch die bekannten Gründe.
Wir haben hier ja das Glück, dass das Bier noch bezahlbar ist. Wenn man weiter in den Süden schaut oder über die Landesgrenzen hinaus, zahlt man da leider locker fast das Doppelte.
Versteift sich Forchheim deiner Meinung nach zu sehr auf sein Bierimage?
Das finde ich nicht. Unsere Bierkultur, unser Bier und unser Kellerwald sind ja nun mal unser Aushängeschild und viele Touristen kommen extra deswegen nach Forchheim. Ich finde das genau richtig.
Findest du es noch zeitgemäß, dass eine Frau im Dirndl die Forchheimer Bierkultur präsentiert?
Was zeitgemäß ist, da scheiden sich ja die Geister. Da hat jeder eine andere Auffassung. Zu offiziellen Anlässen trage ich ja die traditionelle fränkische Tracht, die ich sehr hübsch finde. Ich finde Dirndl einfach festlich und sind nun wirklich schön anzuschauen. Meiner Meinung nach sind Trachten immer zeitlos und können gerne weiterhin getragen werden.
An die künftige Bierkönigin: Was muss man mitbringen, um den Job gut machen zu können?
Sie sollte gesellig sein, kommunikativ, flexibel und sie sollte Bier mögen. Wenn jemand kein Bier mag, dann ist sie fehl am Platz. Sie muss jetzt kein großes Fachwissen besitzen, denn dafür wird man geschult.
Aber sie sollte schon eine Verbindung zu Forchheim, den Brauereien und dem Kellerwald haben. Oder sich zumindest dafür interessieren. Sie muss auch Social-Media-affin sein, denn ich habe in meiner Amtszeit einen Facebook- und Instagram-Account aufgebaut, den sie dann übernehmen und weiterpflegen wird.
Könntest du dir einen Bierkönig vorstellen?
Wir haben doch ganz viele Bierkönige in Forchheim. Nein, Quatsch bei Seite. Warum nicht? Wobei ich eher denke, dass eine Frau einfach für mehr Aufsehen sorgt und auch besser bei den Leuten ankommt. Bei den Männern zumindest. Eine witzige Idee wäre es auf jeden Fall und vielleicht mal einen Versuch wert.
Trinkst du auch Wein?
Ja ich trinke auch gerne mal ein Glas Wein oder Sekt. Es kommt auf den Anlass drauf an. Wenn ich mich mit meinen Mädels treffe, dann gibt es da eher Wein. Wobei ich lieber beim Bier bleibe. Da weiß ich, woran ich bin und was ich hab.
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