Fassungslos steht Nicole Spiga vor ihrem Café „Soul“ am Marktplatz. Ein großer Bauzaun umringt komplett den gesamten Eingangsbereich. Zugang zur Tür – Fehlanzeige.
Kein Durchkommen. Kein Fußgängerweg für Gäste und Kunden. Ohne Vorwarnung. Ohne Ankündigung. Von heute auf morgen. Laut Spiga wusste sie von nichts.
„Keiner hat mir Bescheid gegeben. Ich bin einfach nur sprachlos. Das ist eine Unverschämtheit“, ärgert sich Spiga.
„Wenn das wirklich so lange dauert, ist das mein Bankrott“
Am vergangenen Dienstag stand der Bauzaun plötzlich da. Die Stadt Forchheim informierte Nicole Spiga weder schriftlich noch mündlich über die geplante Baustelle und den entsprechenden Zaun, so erzählt es die Inhaberin.
Wie lange er bleiben würde, wisse Spiga demnach nicht. Lediglich ein Schild an der Bushaltestelle, die sich direkt in der Baustelle befindet, weist darauf hin, dass die Haltestelle bis zum 4. September nicht bedient werden könne. „Ich muss hier Leute bezahlen. Wenn das wirklich so lange dauert, ist das mein Bankrott.“
In ihr eigentlich gut besuchtes Café kamen Gäste vorübergehend nicht rein. Der Zugang war versperrt. Spiga blieb kurzfristig nichts anderes übrig, als ihren Laden am Mittwoch zu schließen.
„Mit diesem Zaun vor der Tür kommt doch niemand zu uns. Für diese Woche blieb uns nichts anderes übrig. Wenn ich das Tagesgeschäft nicht machen kann, bin ich pleite.“
Durchgang erst auf Nachfrage gebaut
Einen Durchgang für die Kunden baute die Stadt erst am Donnerstag, nachdem Spiga darauf hingewiesen hatte, dass der Zugang zu ihrem Café versperrt sei. Spiga kann ihren Laden also wieder öffnen, doch der Schreck sitzt trotzdem tief.
Und selbst mit Durchgang ist eine Baustelle direkt vor dem Café Soul ein Hindernis für die Betreiberin und ihre Kunden. Auch über die wohl fehlende Vorwarnung von seitens der Stadt ärgert sich die Inhaberin nach wie vor.
Keine Informationspflicht
Von der Stadt Forchheim fühlt Spiga sich nicht verstanden und im Stich gelassen. „Da weiß wohl jemand, wie man die Stadt belebt und Jungunternehmer unterstützt“, so Spiga.
Eine Reaktion von der Stadt, um welche Baumaßnahme es sich überhaupt handele und warum ihr kompletter Laden erstmal ohne Durchgang eingezäunt wurde, bekam sie erst am Donnerstag auf Nachhaken.
„Ich bekam zu hören, dass das Ordnungsamt keine Informationspflicht habe und ich doch auch so erkennen würde, dass es sich um eine Baustelle handele, wenn ich aus dem Fenster schaue.“
Stadt Forchheim weist Schuld von sich
Eine FT-Nachfrage ergibt, dass die Schuld für den fehlenden Durchgang bei der Baufirma liegt. "Es tut uns wirklich leid. Die Baufirma dachte aus irgendeinem Grund, das Café hätte noch einen zweiten Eingang. Es war ein Versehen", sagt Britta Kurth, Pressesprecherin der Stadt Forchheim.
Die Firma würde ansonsten alles tun, um solche Baustellen möglichst schnell abzuwickeln und den Ladenbetrieb nicht zu sehr einzuschränken.
Die Vorwürfe, dass die Stadt die Inhaberin des Cafés nicht informiert habe, weist Kurth zurück: "Meines Wissens nach wird bei solchen Bauvorhaben natürlich mit den Betreibern der Läden gesprochen." Die Stadt lege viel Wert auf einen guten Austausch bei solchen Projekten.
Das Café Soul ist aufgrund des Kinderspielbereichs vor allem für Familien ein beliebter Treffpunkt. Anfang des Jahres feierte das Café Eröffnung.
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