Aus eigener Kraft hat Florian Eichinger das alte Lagerhaus im Krottental 12 in sein Traumhaus verwandelt. Über vier Jahre lang steckte er große Anstrengungen und viel Arbeit in den Umbau des fast 400 Jahre alten Denkmal-Gebäudes in der Forchheimer Altstadt. „Die Sanierung war ein Riesenakt und eine große Verantwortung – nicht nur für mich, sondern für meine ganze Familie“, sagt der 35-Jährige.
Altbau-Sanierung in Forchheim: Beschwerlicher Weg von der Scheune zum Wohnhaus
Für den imposanten Scheunen-Ausbau in Forchheim erhielt Eichinger jetzt den Kulturpreis im Fachbereich Denkmalpflege der Oberfrankenstiftung. Bis dahin war es jedoch ein weiter und beschwerlicher Weg.
Das historische Gebäude wurde 1712 erbaut und war ehemals eine Getreidemühle in Forchheim. In den 1970er Jahren befand sich im Erdgeschoss eine Autowerkstatt, bevor das alte Gemäuer Jahrzehnte leer stand und verwaiste. Florian Eichinger ist im Elternhaus direkt daneben in der Hauptstraße 6 aufgewachsen. 2014 reifte in ihm die Idee, das leerstehende Fachwerkgebäude, das sich im Familienbesitz befindet, zu seinem Wohnhaus auszubauen.
„Ich bin durch diese Scheune gegangen, die von oben bis unten leer war, und habe in meinem Kopf schon die Vision gehabt, wie es einmal aussehen soll. Damals hat das kaum jemand gesehen und mir geglaubt“, erinnert er sich. Gemeinsam mit dem Bauunternehmen Zorn aus Hausen packt Eichinger das große Umbau-Projekt des Einzeldenkmals in der Forchheimer Innenstadt an.
Über vier Jahre steckt der ausgebildete Schreiner und Automobilkaufmann neben seiner Berufstätigkeit alle Kraft in die Altbausanierung. Ab Baubeginn 2018 ist er tagtäglich nach seinem Job auf der Baustelle am Werk: Wände herausreißen, Fachwerk freilegen oder den neuen Balkon zum Innenhof bauen. Die Komplettsanierung des historischen Gebäudes wird zur Mammutaufgabe.
Auf seinem Instagram-Kanal dokumentiert Eichinger die Baufortschritte:
Unvorhergesehene Hürden beim Umbau in Forchheim
Immer wieder kommen während des Umbaus unvorhergesehene Hürden auf. Wie zum Beispiel, als er plötzlich aus Statikgründen zusätzlich acht Meter Stahlträger unterm Wohndach einziehen soll. „Es war ein Zeitpunkt dabei, wo ich fast nicht mehr konnte“, erinnert sich der Forchheimer an diese besonders schweren Wochen im November 2019.
„Da ging es mir körperlich und mental auch nicht mehr gut, weil sehr viel gleichzeitig auf mich eingeprasselt ist – und ich hatte ständig die hohe Summe im Hinterkopf.“ Wie viel Geld Eichinger in den denkmalgerechten Umbau im Krottental 12 gesteckt hat, möchte er nicht verraten. Aber: Es hätte für zwei Neubauhäuser gereicht, erklärt der 35-Jährige.
Sanierung in der Altstadt: Keine Förderung von der Stadt Forchheim
Und obwohl er sich um Förderung bemüht habe, hätte er keine Zuschüsse für die Altbausanierung in der Forchheimer Altstadt bekommen. „Von der Stadt Forchheim habe ich keinen Cent an Förderung bekommen. Was ich natürlich sehr schade finde, obwohl ich alles probiert habe“, meint Eichinger.
Er uns seine Familie schaffen es aus eigener Kraft, den Ausbau zu stemmen. Im Juni 2020 zieht Eichinger mit seiner Verlobten Yvonne Pechtold dann endlich in die hochwertig sanierte Wohnung im ersten Stock ein. Freigelegte Fachwerk-Balken verleihen ihrer offenen Küche und dem modernen Wohnbereich nun einen gemütlich-rustikalen Charme. Im Erd- und im Obergeschoss befinden sich jeweils moderne Mietwohnungen.
Für die Sanierung im Krottental 12 haben Eichinger und seine Verlobte nun den mit 7500 Euro dotierten Denkmalpreis des Bezirks Oberfranken entgegen genommen. „Wenn andere jetzt das Haus sehen, sagen sie: Wow!“, sagt Eichinger.
Die Strapazen, das historische Gebäude in der Forchheimer Innenstadt zu sanieren, hätten sich definitiv gelohnt. „Jetzt ist es, wie ein wahr gewordener Traum. Das willst du nie mehr gegen etwas anderes tauschen“, betont er. „Als zum Beispiel die Leute zur Besichtigung der Mietwohnungen kamen und den Umbau gelobt haben, sind mir fast die Tränen gekommen.“
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