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Sanierung in Coburg
Gerüst im Spiegelsaal: Was tut sich da im Landestheater?
Das Coburger Landestheater soll saniert werden. Doch bevor es so richtig losgehen kann, sind umfangreiche Untersuchungen erforderlich. Hier ist beim Blick durch die Fenster zu erkennen, dass im Spiegelsaal ein Gerüst aufgebaut ist.
Das Coburger Landestheater soll saniert werden. Doch bevor es so richtig losgehen kann, sind umfangreiche Untersuchungen erforderlich. Hier ist beim Blick durch die Fenster zu erkennen, dass im Spiegelsaal ein Gerüst aufgebaut ist. // Foto: Oliver Schmidt
Coburg – Ein Blick durch die Fenster wirft Fragen auf. Das Staatliche Bauamt gibt Antworten. Außerdem wird ein besonderer Service abgekündigt, damit Interessierte mal ins verwaiste Haus schauen können.

Was den Spielbetrieb des Coburger Landestheaters betrifft, ist das Große Haus am Schlossplatz seit mehr als zwei Jahren verwaist. Das heißt aber nicht, dass sich in dem altehrwürdigen Gebäude nichts tun würde. Im Gegenteil: Damit die umfangreiche Generalsanierung eines Tages beginnen kann, finden Untersuchungen statt, die aber ebenfalls umfangreich sind.

Großes Gerüst im Spiegelsaal

Die meisten Untersuchungen finden auf eine Weise statt, von der die Öffentlichkeit nichts mitbekommt. Doch seit ein paar Tagen ist beim Blick auf die Fenster in ersten Etage zu sehen: Im Spiegelsaal steht ein Gerüst!

Beim Blick durch die Fenster zu erkennen: Im Spiegelsaal des Coburger Landestheaters ein großes Gerüst aufgebaut ist.
Beim Blick durch die Fenster zu erkennen: Im Spiegelsaal des Coburger Landestheaters ein großes Gerüst aufgebaut ist. // Foto: Oliver Schmidt

Sabrina Hörl, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim zuständigen Staatlichen Bauamt Bamberg, kann das nicht nur bestätigen, sondern auch erklären: „Das Gerüst wurde aufgebaut, da ab dieser Woche Untersuchungen an der Substanz, unter anderem für Denkmalpflege, Bauphysik und Statik durchgeführt werden.“ Die Befunde dieser Untersuchungen würden für die weiteren Planungsschritte benötigt.

Coburg 2023 - Bilder eines Jahres
Ein Bild aus besseren und vor allem belebteren Zeiten: der Spiegelsaal des Coburger Landestheaters. // Jochen Berger

Sanierung des Coburger Landestheaters: Wie ist der Zeitplan?

Alle, die sich eine Generalsanierung des Großen Hauses wünschen, dürften dies gerne hören – auch wenn für die Untersuchungen noch mehrere Jahre veranschlagt sind. Die sogenannte Vorplanung soll im Frühjahr 2026 abgeschlossen sein. Anschließend wird die Entwurfsplanung beginnen.

Bei einer Podiumsdiskussion in dieser Woche hatte Coburgs Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) die Info präsentiert, wonach das Staatliche Bauamt Bamberg im Herbst 2026 konkrete Planungen vorlegen werden. Erst auf deren Basis sei dann auch eine fundierte Kostenberechnung möglich. Mit einem Baubeginn ist aber sowieso erst ab 2030 zu rechnen.

Hoffentlich kein böses Omen: Dunkle Wolken über dem sanierungsbedürftigen Coburger Landestheater.
Hoffentlich kein böses Omen: Dunkle Wolken über dem sanierungsbedürftigen Coburger Landestheater. // Foto: Oliver Schmidt

Weil das Staatliche Bauamt aber offenbar weiß, dass es sehr viele Interessierte an einer Generalsanierung gibt, wird es schon bald einen besonderen Service geben. Sabrina Hörl erklärt: „Wir arbeiten derzeit am Aufbau einer Informationshomepage zur Sanierung des Landestheaters.“ Diese Homepage werde dann auch Bilder und Videoaufnahmen vom aktuellen Zustand des Gebäudes enthalten. Wann die Homepage fertig ist und freigeschaltet wird, konnte die Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aber noch nicht sagen.

Zum grundsätzlichen Verlauf der aktuellen Tätigkeiten verweist Sabrina Hörl auf eine Pressemitteilung von Mitte September. Damals konnte vermeldet werden: „Die Generalsanierung des Landestheaters Coburg schreitet weiter planmäßig voran.“

Coburger Landestheater: „Sensible bauliche Substanz“

In der Pressemitteilung wurde auch noch einmal erklärt, dass es sich beim Landestheater um eine „sensible bauliche Substanz“ handele. Daraus ergeben sich gleich mehrere Herausforderungen: Diese sensible und noch dazu denkmalgeschützte Bausubstanz müsse erhalten werden, gleichzeitig müssten aber auch die Funktionalität des Gebäudes verbessert und die Bedürfnisse eines „zukunftsfähigen Theaterbetriebs“ erfüllt werden.

Wörtlich heißt es in der Pressemitteilung: „Um das im Jahr 1840 errichtete Coburger Landestheater, das zuletzt vor über 50 Jahren teilsaniert wurde, wieder in ein strahlendes, technisch zukunftsfähiges und baulich sicheres Landestheater zu verwandeln, das dennoch den Charme des ursprünglichen Gebäudes wahrt, ist viel Fingerspitzengefühl und Einsatz renommierter Theaterspezialisten erforderlich.“

Auch neues Nebengebäude geplant

Neben der Sanierung des historischen Haupthauses gibt es noch einen weiteren, großen Baustein: den geplanten Neubau eines Gebäudes zwischen IHK und Palais Kyrill. In diesem Gebäude soll Raum für eine Probebühne, einen Chor- und Orchesterprobenraum, Kantine, Umkleiden, Lager sowie Technik geschaffen werden.

Ergänzend wird auch noch das Palais Kyrill selbst für die Theaterleitung generalsaniert und das Verwaltungs- und Betriebsgebäude im Erdgeschoss baulich verändert. Außerdem sollen die Werkstätten- und Magazingebäude in Cortendorf baulich erweitert werden.

„Auch Spezialisten haben keine Glaskugel“

Ulrich Delles, Behördenleitung Staatliches Bauamt Bamberg, wurde in der besagten Pressemitteilung wie folgt zitiert: „Wir arbeiten sehr intensiv! Wir haben ein Planungsteam aus europaweit renommierten Theaterspezialisten formiert: Architekten, Akustiker, Bühnentechniker und viele andere Und um die Diskussion in der bisherigen Berichterstattung mal ein bisschen aufzuräumen: Auch Spezialisten haben keine Glaskugel. Niemand weiß gesichert, wie sich die Theaterwelt in den nächsten zehn/zwanzig Jahren entwickelt. Darum schaffen wir bauliche und technische Rahmenbedingungen, die den Kunstschaffenden über die nächsten Jahrzehnte viel Entwicklungspotential bieten. Wir klären mit dem Theater, wie die optimale Raumanordnung gestaltet werden kann. Was muss direkt im Umfeld der Bühne angeordnet werden? Was muss in die vorhandene Struktur des Haupthauses, was in den Neubau? Welche technischen Ausstattungen sind unbedingt notwendig, welche wären ,nur' nice to have.“ 

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