Eine Erkenntnis hat die Podiumsdiskussion der Coburger Grünen zur Sanierung des Landestheaters gebracht: Im Herbst nächsten Jahres wird das staatliche Bauamt Bamberg konkrete Planungen vorlegen und damit fundierte Kostenberechnungen.
Das war es aber schon gewesen mit Neuigkeiten zu diesem Coburger Dauerthema.
OB Dominik Sauerteig hatte die Info am Dienstagabend in den Saal des Pfarrzentrums St. Augustin mitgebracht. Vor einem vollen Saal gab es den Austausch von Statements und Bekenntnissen zur Sanierung des Theaters am Schlossplatz. Dass der marode und seit langem bekannte, völlig indiskutable bauliche Zustand geändert werden muss, war unstrittig. Auch, dass am Schlossplatz künftig Theater gespielt werden soll.
Diskussion der Grünen in Coburg
Anlass für die Veranstaltung war eine Diskussion im Sommer. Da hatte der emeritierte Professor der Hochschule, August Wilhelm Stübbe, die Frage aufgeworfen, wie und mit welchem Ziel das Landestheater saniert werden solle. Daraufhin entspannte sich eine angeregte wie kontroverse Diskussion, die die Coburger Grünen nun aufnahmen und Gelegenheit zu einem öffentlichen Austausch gaben. Im März nächsten Jahres findet schließlich die Kommunalwahl statt. Am Dienstagabend wies nur ein Banner auf die kleine parteipolitische Präsenz hin.
“Wir sind jetzt so nah an einer Generalsanierung wie nie zuvor!
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Vor dem Saal und der Veranstaltung hatten Mitglieder des Theaterkreises und der Theaterfreunde Stellung bezogen. „Das Theater gehört ins Große Haus“ war auf Schildern zu lesen, „Keine Abstriche von geplanter Sanierung“ und „Coburg braucht ein sachgerechtes zukunftsfähiges Theater“.
Dominik Sauerteig erinnerte mehrfach daran, dass der Freistaat Bayern Bauherr und Geldgeber sei, und warum es in der Vergangenheit zu Verzögerungen gekommen war. Etwa wegen der Diskussion um die Finanzierung des Globe, und – wer bezahlt was bei der Sanierung des Theaters? Man möge doch abwarten, was im nächsten Herbst präsentiert werde, warb er um Vertrauen für die Behörde in Bamberg. Moderne digitale Technik werde nicht vergessen, zeigte er sich überzeugt.
360 Millionen Euro Kosten haben sich in der öffentlichen Meinung festgesetzt. Mehr als die Hälfte jedoch sind jedoch großzügig angenommene Beträge, für Kostensteigerungen und Unvorhergesehenes. Erste vage Schätzungen sprachen von 157 Millionen Euro. Aber bislang, so der OB, gebe es keine verlässlichen Zahlen und Fakten. Sauerteig: „Wir sind jetzt so nah an einer Generalsanierung wie nie zuvor!“
Auf dem Podium und aus dem Plenum gab es dann viele Vorschläge, wie Theater in der Zukunft agieren müsse, um junge Menschen zu begeistern. Da war von digitalen, statt von gemalten Bühnenbildern die Rede. 90 Prozent der Menschen sprächen sich für ein klassisches Theater auch mit analoger Technik aus“, sagte Prof. Dr. Michael Heinrich, der auch zur „Szenografie u. Bühnenbild“ geforscht hat und Sprecher des Forums Kultur der Metropolregion Nürnberg ist. In der digitalen Zukunft wollten Menschen auch das haptische und gegenständliche Theater, sagte Heinrich. Hingegen zeigte sich Auwi Stübbe skeptisch, dass sich junge Leute vom Theater nach dessen Fertigstellung in eventuell zehn Jahren angezogen fühlten.
Breiten Raum nahmen die Vorstellungen ein, wie und in welcher Form Theater in der Zukunft stattfinden soll. Da wurden viele Wunschvorstellungen geäußert, die aber etwas von der baulichen Sanierung entfernt sind.
320 Millionen Euro für die Sanierung – da tauchte eine neue hohe unbelegte Zahl auf – für ein Prozent der Bevölkerung sei zu hoch, sagte eine jüngere Stimme aus dem überwiegend grau melierten Publikum. Eventuell sei der Preis für eine Karte zu niedrig.
In einem Jahr, nach der Kommunalwahl, wird wieder diskutiert – und bestenfalls werden Bauarbeiten zeitnah ausgeschrieben.














