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Neuer GMD in Coburg gesucht
Über 100 Bewerbungen: Wer wird Musik-Chef am Landestheater?
Das Coburger Landestheater Coburg sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Generalmusikdirektor Daniel Carter, der nach der Spielzeit 2025/2026 komplett ans Staatstheater nach Weimar wechselt.
Das Coburger Landestheater Coburg sucht einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Generalmusikdirektor Daniel Carter, der nach der Spielzeit 2025/2026 komplett ans Staatstheater nach Weimar wechselt. // AdobeStock
Coburg – Wer tritt die Nachfolge von Generalmusikdirektor Daniel Carter an? Die Resonanz auf die Ausschreibung war enorm. Den Auswahlprozess, der jetzt ansteht, wird das Publikum hautnah mitverfolgen können.

Dem Coburger Landestheater stehen spannende Monate bevor, und zwar nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne. Allen voran gilt es einige Personalfragen zu klären. Möglich, dass nach Ende der Spielzeit 2025/2026 gleich drei Direktorenposten neu besetzt werden müssen. Die genaue Zukunft von Ballettdirektor Marc McClain (eventuell Ruhestand) ist ebenso noch ungeklärt wie die von Schauspieldirektor Matthias Straub (auslaufender Vertrag; mögliche Verlängerung offiziell noch ungeklärt). Was hingegen den Posten von Generalmusikdirektor Daniel Carter (wechselt ans Staatstheater Weimar) betrifft, hat die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin bereits begonnen.

Generalmusikdirektor Daniel Carter
Landestheater Coburg: Generalmusikdirektor Daniel Carter wechselt nach der Spielzeit 2025/2026 nach Weimar // Gabi Bertram

Die Stelle des Generalmusikdirektor (GMD) wurde ausgeschrieben. Vergangene Woche ist die Bewerbungsfrist abgelaufen. Auf Nachfrage teilte die Coburger Theaterleitung jetzt mit, dass mehr als einhundert Bewerbungen eingegangen seien. Unter den Bewerbungen würden sich sowohl „vielversprechende Nachwuchstalente“ als auch „erfahrene Dirigentinnen und Dirigenten“ befinden. Das zeige, so die Theaterleitung, dass die Position am Landestheater Coburg mit seinem „renommierten B- Haus-Orchester“ sowie die Stadt Coburg insgesamt „für viele sehr attraktiv“ sei.

Entscheidung fällt wohl erst im Mai 2026

Angesichts dieser Fülle an Bewerbungen hat das Landestheater nun also die Qual der Wahl. Aber: Die Entscheidung soll nicht überstürzt werden. Im Gegenteil: Frühestens im Mai 2026 dürfte feststehen, wer in die großen Fußstapfen von Daniel Carter treten soll.

Der Auswahlprozess sieht vor, dass auf gewisse Weise auch das Publikum eingebunden wird. So wird es zunächst Probedirigate geben, die noch im Oktober 2025 stattfinden. Anschließend folgen weitere Vorstellungsrunden. Dazu gehöre auch, wie die Theaterleitung erklärt, dass ausgewählte Kandidatinnen und Kandidaten ab November 2025 einzelne Vorstellungen von „La bohème“ (Premiere am 1. November) im Globe dirigieren. Dann kann sich also auch das Publikum ein erstes Bild (und vor allem auch einen optischen Eindruck) von den Bewerberinnen und Bewerbern machen, die zu diesem Zeitpunkt favorisiert werden.

Blick in den Innenraum des Globe Coburg.
Das Globe ist die Interimsspielstätte des Coburger Landestheaters. // Foto: Rainer Brabec, Archiv

Der Kreis derjenigen, die noch im Rennen um die Carter-Nachfolge sind, dürfte stetig kleiner werden. Geplant ist, dass die Verbliebenen im April und Mai kommenden Jahres das 5. und 6. Sinfoniekonzert dirigieren.

Brahms, Schubert und Rachmaninov

Beim 5. Sinfoniekonzert (Titel: „Seelenstürme“; Termine: 11. und 12. April 2026) stehen unter anderem die Tragische Ouvertüre von Johannes Brahms und die Sinfonie Nr. 4 von Franz Schubert auf dem Programm. Beim 6. Sinfoniekonzert (Titel: „Symphonische Affairen”; Termine: 23. und 24. Mai 2026) erklingt außer Masquerade von Anna Clyne auch das 1. Klavierkonzert von Sergej Rachmaninov.

Das Globe dient zurzeit als Interimsspielstätte des Coburger Landestheaters.
Das Globe dient zurzeit als Interimsspielstätte des Coburger Landestheaters. // Archiv/Jochen Berger

Die Theaterleitung erklärt mit Blick auf diese beiden Sinfoniekonzerte: „So erhält nicht nur das Orchester einen ersten Eindruck, sondern auch das Publikum die Gelegenheit, die Kandidat*innen intensiver kennenzulernen.“ Die Entscheidung über die Nachfolge von Daniel Carter werde im Anschluss getroffen. 

Spielzeit 2026/2027 : Daniel Carter bietet Hilfe an

Im Umkehrschluss bedeutet das aber natürlich auch: Die Personalie wird erst dann geklärt sein, wenn die Planungen für die Spielzeit 2026/2027 eigentlich längst stehen müssen. Die Theaterleitung hat das aber bereits bedacht und teilt dazu mit: „Daniel Carter hat dankbarerweise angeboten, sich mit dem Intendanten in die Programmplanung für die Spielzeit 2026/27 einzubringen, wo nötig, und diese dann gemeinsam mit seiner Nachfolgeperson zu finalisieren.“

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