Jetzt geht es wieder los. Und wie! Die musikalische Gala und das Fest zur Spielzeiteröffnung des Landestheaters Coburg am Sonntag gab einen Vorgeschmack auf die Saison. Nach einem belebten Tag im und um das Globe herum schmetterte es endlich wieder auf der Bühne, lautstark beantwortet nach jeder Nummer vom begeisterten Publikum im vollen Saal.
Nachdem Schauspiel und Ballett mit eindrucksvollen Lesungen und diversen Aktionen seit Vormittag das bunte Programm gefüllt hatten, rückte das bevorstehende Musiktheater am späten Nachmittag in den Mittelpunkt. Intendant Neil Barry Moss hatte keine Scheu, die Bonbons der kommenden Produktionen auszupacken: Pures Vergnügen mit dem Philharmonischen Orchester unter verschiedenen Dirigenten, das voll auftrumpfen durfte, sowie dem Chor und den Sängern und Sängerinnen des Coburger Ensembles.
Theater trauert um Posaunist Peter Vörös
Doch vor Beginn der Eröffnungsgala gab es erst einmal Minuten der Trauer. Die Orchestermusiker müssen den plötzlichen Tod ihres Kollegen Peter Vörös vor einer Woche verkraften. Der geschätzte Posaunist wurde mit einem seiner Lieblingsstücke nahegehend geehrt, die „Nimrod“-Variation von Edward Elgar, eine Hymne an die Freundschaft.
„Eine Nacht in Venedig“ zum Start
Nach der Gedenk-Minute, dann Lust und Laune: Intendant Moss lässt die Spielzeit 25/26 mit einer munteren Operette beginnen: Johann Strauß` „Eine Nacht in Venedig“ – Premiere am nächsten Samstag, 20. September. Der Chor war schon jetzt kaum mehr zu halten, Pappacoda (Daniel Carison), Caramello (Dirk Mestmacher) und die anderen verkündeten ultimativ: Jetzt ist Zeit zur Lustbarkeit.
200 Jahre Johann Strauß – das wird auch mit dessen „An der schönen blauen Donau“ gewürdigt, mit Hinweis auf „Aschenbrödel“. Das Ballett wird von Mark McClain für 29. November vorbereitet. Schon am 1. November will das Landestheater mit Puccini verwöhnen: „La bohéme“ steht wieder einmal an; Jaeil Kim, Hlengiwe Precious Mkhwanazi und Bartosz Araszkiewicz gingen gleich zu Herzen.
Regiewettbewerb für Gaetano Donizettis „L'elisir d'amore“
Mit einer herausfordernden Prozedur will Neil Barry Moss überregional auf Coburg aufmerksam machen. Für Gaetano Donizettis „L'elisir d'amore“ wurde ein Regiewettbewerb ausgeschrieben. 30 junge Teams hätten sich beworben, verkündete Moss.
Nächste Woche wird die Shortlist erstellt, bevor es intern zur Entscheidung kommt, welches Team in Coburg zum 14. März den „Liebestrank“ auf die Bühne bringen darf. Dazu gab sich und uns Jaeil Kim am Sonntag einer verstohlenen Träne hin: „Una furtiva lacrima“.
„My Fair Lady“ und Comedian Harmonists
Im Januar will Emily Lorini als „My Fair Lady“ in der Regie von Sonja Trebes die Winterstimmung aufhellen. Das werden ab Ende Oktober als Wiederaufnahme aber auch schon die „Comedian Harmonists“ mit ihren Irrsinns-Dichtungen vom kleinen grünen Kaktus oder der schönen Isabella aus Kastilien tun. Bei der Gala verblüfften die Buben, die – von Dirk Mestmacher abgesehen – ja zunächst mal Schauspieler sind, erneut mit ihrem versierten a cappella Gesang.
Addams Family als Musikstück in Coburg
Der Musical-Zug fährt in dieser Saison geschickter Weise auf einem weltweiten Erfolgsgleis: Die morbide Addams-Family ist mit der Netflix-Serie „Wednesday“ und anderen Produktionen wieder aus ihrem nie toten Grusel erstanden. Im Juni nächsten Jahres wollen Schauspieldirektor Matthias Straub und Kapellmeister Roland Fister die schräge Story als Musikstück auf die Bühne bringen. Bei der Gala gaben Benjamin Hübner und Milena Weber schon mal eine witzige Vorstellung auf das Kommende.
Jonas Hämmerle ist jetzt auch in Coburg
Das gewitzte Bürschchen ist schon seit letzter Spielzeit auf der Coburger Bühne zu erleben, als Mitglied der Comedian Harmonists: Jonas Hämmerle wurde bei der Theatergala am Sonntag von Intendant Neil Barry Moss als neuer Schauspieler vorgestellt.
Und der ist eigentlich allen schon bekannt: Er war Wickie in Michael Herbigs Kinofilm „Wickie und die starken Männer“ aus dem Jahr 2009 und 2011 in der Fortsetzung „Wickie auf großer Fahrt“. Hämmerle hat seither in zahlreichen Fernsehproduktionen mitgewirkt. Theater, Film und Fernsehen studiert hat er in Glasgow und Linz. Jetzt ist er hier in Coburg zu erleben.
Veranstalter mit Theaterfest zufrieden
Auch wenn der heftige Regenguss am Vormittag den Symphonic Mob mit erneut 90 Gastmusikern aus der Bevölkerung ins Innere getrieben hatte, zeigten sich die Veranstalter mit dem Besuch des Theaterfestes 2025 zufrieden. Die Angebote seien den ganzen Tag lang intensiv wahrgenommen worden. Die Kostümversteigerung muss ein fröhliches Spektakel gewesen sein. Und auf die erstmals angebotenen Karten zur Weihnachtsproduktion „Ronja Räubertochter“ gab es einen regelrechten Sturm.















