Der Hofgarten als Ort der Ruhe und geeignet für eine innere Einkehr. Einmal im Jahr verdient der Landschaftspark zwischen Schlossplatz und Veste diese Bezeichnung nicht. Bei der Coburger Museumsnacht am letzten Samstag der Sommerferien bevölkerten wieder Tausende von Besuchern den Hofgarten, die Ehrenburg, Veste, Kirchen oder das Naturkundemuseum.
Angezogen von Lichtinstallationen, Laser- und Feuershows, Sonderführungen durch Ausstellung, Depots und Magazine sowie Konzerte. Sechs Stunden lang, bis Mitternacht, hat auch diese 19. Museumsnacht ein opulentes wie abwechslungsreiches Programm bereitgehalten. Für das Auge gab es viel zu sehen, die Konzerte spannten einen weiten musikalischen Bogen der verschiedenen Musikrichtungen.
Frankenlied als Abschluss
Die „Nacht der Begegnungen“ startete mit einem Konzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim im Innenhof der Ehrenburg. Selbstverständlich fehlte das Frankenlied als Abschluss nicht. „Wir kommen und sind in Franken“, sagte Hauptmann Wolfgang Dietrich in seiner Moderation.
„Die Coburger sind vom Urlaub zurückgekehrt und dürfen sich an ihren kulturellen Schätzen erfreuen“, erklärte Norbert Tessmer den Termin. Der Coburger Alt-Oberbürgermeister ist Vorsitzender der Coburger Landesstiftung, die seit 1919 das kulturelle und naturkundliche Erbe des einstigen Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha betreut.
Ausgezeichnete Museumsnacht
Zum vierten Mal hat die Coburger Landesstiftung die Museumsnacht ausgerichtet. Dafür seien etwa 100 Mitarbeiter im Einsatz, zusätzlich Techniker und freiwillige Helfer. Die kulturelle Stadtlandschaft trete in dieser Nacht ein in einen lebendigen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kunst und Geschichte.
16 Stationen von Krypta bis Cosmos
Aus dem Programm unter der Ägide der künstlerischen Leiterin Antonietta Bafas muss der Besucher auswählen. 16 Stationen umfasste die Museumsnacht in diesem Jahr. So groß ist das Angebot, so weit die Wege, dass spät in der Nacht die Sinne kapitulieren.
Die Menschen drängen sich durch die Ehrenburg, blicken in die sonst verschlossenen Depots oder steigen in die Krypta der katholischen Kirche St. Augustin hinab. In der Reithalle und im Kunstverein, im Jugendzentrum Cosmos, im Münzmeisterhaus und Leise am Markt – gibt es Ausstellungen und Musik. Das Grabungsmuseum unter dem Ämtergebäude erzählt von den Ursprüngen der Stadt.
Von Coburg zum Cover der Vogue: Eine Kunstreise mit Anna Deller-Yee
In der früheren Schlachthalle am Güterbahnhof nahm Anna Deller-Yee die Besucher über sechs Stunden auf eine Kunstreise mit. Die angesagte Jungdesignerin Anna Deller-Yee bemalt große Glaswände. Die neue Arbeit steht unter dem Motto „Durch die Linien, die ich wurde“. Geboren wurde sie in Chicago, aufgewachsen ist Anna Deller-Yee in Coburg.
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Mit ihren Arbeiten schaffte sie es bis auf das Cover der Vogue. In der alten Schlachthalle kommen Pinsel und Finger zum Einsatz, zuerst sind die Farben zurückhaltend und bewegen sich um weiße und helle Töne. Schließlich sind Blumen entstanden, mit bunten Blüten.
Ein kurzer Schauer gegen 18 Uhr tat dem Erleben keinen Abbruch. Es war der einzige in dieser schönsten Nacht des Jahres.











































