Vereinsgeschichte
75 Jahre voller Erinnerungen
Die zwei neuen Ehrenmitglieder des TSV Pfarrweisach, Emil Barthelmann (links) und Leni Pfadenhauer
Die zwei neuen Ehrenmitglieder des TSV Pfarrweisach, Emil Barthelmann (links) und Leni Pfadenhauer
Foto: Simon Albrecht
Pfarrweisach – Der TSV Pfarrweisach hat zwei neue Ehrenmitglieder. Es gab auch kritische Worte bei der Jubiläumsfeier.

Beim TSV Pfarrweisach sind am Freitag 23 Mitglieder für ihre langjährige Treue zum Verein geehrt worden, und seit diesem Tag dürfen Leni Pfadenhauer und Emil Barthelmann den Titel Ehrenmitglied des TSV tragen.

Im Rahmen des Jubiläumsfestes zum 75. Geburtstag des TSV an den Pfingstfeiertagen fand im Sportheim der Festkommers für geladene Gäste statt, den Emil Barthelmann moderierte. Es waren schon nachdenkliche Minuten, als Barthelmann das ehrenamtliche Wirken von Leni Pfadenhauer aufzeichnete und ihm die Urkunde zum Ehrenmitglied überreichte, und als dann zum Schluss der Feier der ehemalige Ehrenamtsbeauftragte des Vereins, Hermann Martin, selbst den überraschten Barthelmann im Auftrag des Vorstands zum Ehrenmitglied ernannte. Da mussten einige vor Rührung schlucken.

„Wo sind die Frauen im Verein?“

Barthelmann war es auch, der in einer digitalen Präsentation auf die 75 Jahre Vereinsgeschichte zurückblickte und hier das erste Spiel gegen Ebing im Sommer 1947 und den damit verbundenen Widrigkeiten bei der Anreise kommentierte. In der Bilderpräsentation ist auch dokumentiert, dass an Pfingsten 1954 das erste der später legendären Pfingstpokalturniere des TSV ausgetragen wurde. Trotz der Freude über das Jubiläumsfest fand Barthelmann einige kritische Denkansätze: So sei es „beschämend, wie wenig Frauen im Verein aktiv sind“, und dass man sich langsam zu einem „Männerverein“ entwickle. Nach Barthelmanns Worten fehle es besonders am Interesse der Eltern, die den Verein unterstützten – und das „an allen Ecken und Enden“.

Drei Jahrgänge zusammengefasst

Zusammen mit seinem Sohn Philipp überreichte er anschließend die Urkunden und Nadeln an die Jubilare. Wie Emil Barthelmann sagte, habe man die vergangenen zwei Jahre wegen der Pandemie keine Mitglieder ehren können, deshalb seien jetzt drei Jahrgänge zu Ehrender zusammengefasst worden. Die Feier wurde musikalisch umrahmt vom Akkordeon-Duo Karin Meyer-Jungclaussen und Georg Müller.

Für 50 und 60 Jahre Mitgliedschaft sind diese Mitglieder geehrt worden (von links): obere Reihe: Elmar Heusinger, Rudi Rohleder, Wilhelm Kuhn, Adolf Mildenberger; mittlere Reihe: Josef Reinwand, Helga Heim, Richard Raithel, Thomas Jakob; untere Re...
Für 50 und 60 Jahre Mitgliedschaft sind diese Mitglieder geehrt worden (von links): obere Reihe: Elmar Heusinger, Rudi Rohleder, Wilhelm Kuhn, Adolf Mildenberger; mittlere Reihe: Josef Reinwand, Helga Heim, Richard Raithel, Thomas Jakob; untere Reihe: Adolf Schwarz, Günter Lipp und Harald Rügheimer.
Foto: Simon Albrecht

Neben den 23 zu Ehrenden überreichte der Kreisehrenamtsbeauftragte im Kreis Coburg-Kronach, Michael Deuerling, die Verbandsehrenzeichen in Gold des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) an Helmut Deringer, Richard Raithel und Georg Reinwald. Jeder von den Dreien hatte mindestens 20 Jahre eine oder mehrere Funktionen im Verein inne. Wie Deuerling sagte, seien Fußballvereine „eine unvorstellbare Kraft“ – das verdanke man auch den vielen Tausend Ehrenamtlichen im Lande. Neben der Gesundheit sei der Sport ein großer Förderer des Gemeinschaftsgeistes.

Heilmann: Eine unvorstellbare Zeit mit Höhen und Tiefen

Kein Unbekannter in Pfarrweisach ist Reinhold Heilmann, stellvertretender Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV), Kreis Haßberge. Schließlich habe dieser, so Barthelmann, vor 20 Jahren das Vereinsheim mit geplant. Heilmann meinte, 75 Jahre seien eine „unvorstellbare Zeit mit Höhen und Tiefen“. Wenn ein Verein eine so lange Zeit besteht, zeuge das von einer sehr guten Jugendarbeit.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft (von rechts): Philipp Braterschofsky, Markus Freund und Michael Rössner. Links Ehrenamtsbeauftragter Emil Barthelmann.
Für 25 Jahre Mitgliedschaft (von rechts): Philipp Braterschofsky, Markus Freund und Michael Rössner. Links Ehrenamtsbeauftragter Emil Barthelmann.
Foto: Simon Albrecht

Christoph Göttel, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Pfarrweisach und Sponsor des TSV, sagte zu den Jubilaren: „Ich bin stolz auf euch, macht weiter so!“ Der TSV, so Göttel, sei der größte Verein in der Gemeinde Pfarrweisach (253 Mitglieder, d. Red.) und stecke sehr viel Arbeit in die Jugend – „zur Freude der Eltern“. Aus seiner Privatschatulle überreichte er eine Spende in Höhe von 500 Euro an Barthelmann.

Die Verbandsehrenzeichen in Gold des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) erhielten (von links) Richard Raithel, Helmut Deringer und Georg Reinwald vom Kreisehrenamtsbeauftragten im Kreis Coburg-Kronach, Michael Deuerling (rechts).
Die Verbandsehrenzeichen in Gold des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) erhielten (von links) Richard Raithel, Helmut Deringer und Georg Reinwald vom Kreisehrenamtsbeauftragten im Kreis Coburg-Kronach, Michael Deuerling (rechts).
Foto: Simon Albrecht

Mit 70 Jahren Mitgliedschaft ist Andreas Ort der „Dienstälteste“; leider konnte er krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Günter Lipp, Harald Rügheimer und Adolf Schwarz geehrt, für 50 Jahre Winfried Barth, Willi Günther, Helga Heim, Elmar Heusinger, Thomas Jakob, Wilhelm Kuhn, Adolf Mildenberger, Adam Ort, Richard Raithel, Josef Reinwand, Rudi Rohleder, Margit Schorr und Otto Wiederroth, für 40 Jahre Stefan Wohlfromm sowie für 25 Jahre Philipp Braterschofsky, Markus Freund, Stefan Günther, Michael Rössner und Alexander von Rotenhan.

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