Klimaschutz
Sparkasse setzt auf Klimawälder
Bei der Präsentation (v.l.n.r. ): Alexander Tritthart, Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt; Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration; Johannes von Hebel, Vorsitzender des Vorstandes der Stadt- und K...
Bei der Präsentation (v.l.n.r. ): Alexander Tritthart, Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt; Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration; Johannes von Hebel, Vorsitzender des Vorstandes der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach; Reinhard Lugschi, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach; Walter Paulus-Rohmer, Vorstandsmitglied der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach; Dr. Christian Kölling, Bereichsleiter Forsten im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim; Dr. Ingo Krüger, Geschäftsführender Vorstand der Bayerischen Sparkassenstiftung
Kurt Fuchs / Sparkasse
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Erlangen – Der Höhepunkt des Nachhaltigkeitskonzepts der Sparkasse sind die Klimawälder in Stadt und Landkreis.

Die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach hat sich laut Pressemitteilung Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben. Im Beisein von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte sie ihr Nachhaltigkeitskonzept vor.

„Nachhaltigkeit liegt in der DNA der Sparkasse“, sagte Johannes von Hebel, Vorsitzender des Vorstands, bei dem Termin am Mittwoch, in der Geschäftsstelle der Sparkasse am Hugenottenplatz in Erlangen, „schließlich sind die Sparkassen vor über 200 Jahren aus einer zutiefst sozialen Idee heraus entstanden.“

Nachhaltigkeitsberichte werden seit 2018 erstellt

Schon seit 2018 erstelle die Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach jedes Jahr einen Nachhaltigkeitsbericht, betonte von Hebel: „Neu ist, dass wir jetzt ein umfassendes Konzept haben.“ Dieses umfasse alle Geschäftsbereiche der Sparkasse. Grundlage sei eine Selbstverpflichtung mit drei Zielen: 1. deutliche und kontinuierliche CO2-Reduktion; 2. Klimaneutralität im Geschäftsbetrieb bis spätestens 2035; 3. nachhaltigeres Wirtschaften im eigenen Haus, im Umgang mit der Kundschaft und im Geschäftsgebiet.

Seit 2017 hat die Stadt- und Kreissparkasse den Angaben zufolge die CO2-Emission in ihren Filialen bereits um 31 Prozent reduziert. 2022 wurde der verbleibende CO2Ausstoß erstmalig nach Goldstandard kompensiert. Damit sei die Sparkasse klimaneutral. In Zukunft soll der Ausstoß des Treibhausgases um mindestens 7,5 Prozent pro Jahr reduziert werden. Erreicht werden soll dies unter anderem durch Dämmungen und klimafreundlichere Heizsysteme. Viele Filialen haben außerdem Photovoltaikanlagen auf dem Dach. Alle weiteren relevanten Dächer sollen in den nächsten drei bis vier Jahren mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden.

Ab Mitte 2024 will die Sparkasse ganz ohne reine Benziner auskommen

Außerdem setze die Sparkasse auf Elektromobilität: Bis Mitte 2023 soll die Hälfte des Fuhrparks aus Fahrzeugen mit alternativen Antrieben bestehen. Ab Mitte 2024 will die Stadt- und Kreissparkasse ganz ohne reine Benziner auskommen. Zudem bietet sie ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Vergünstigungen bei ÖPNV, Job-Fahrrädern und fördert Mitfahrgemeinschaften durch die App „uRyde“.

Ein Höhepunkt des Nachhaltigkeitskonzepts sind laut Sparkasse die Klimawälder. Diese pflanzt die Sparkasse in Kooperation mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim (AELF) sowie der Waldbesitzervereinigung Erlangen-Höchstadt zunächst in Eckental, Herzogenaurach, Höchstadt, Großenseebach und Vestenbergsgreuth. Die Kooperation ist auf Dauer angelegt und soll in den nächsten Jahren auf weitere Wälder in Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt ausgeweitet werden.

Nach Prinzip des „Nelderrades“

Bei der Pflanzung der Bäume werde der Klimawandel bereits berücksichtigt, wie Christian Kölling, Bereichsleiter Forsten beim AELF, erklärt: „2060 wird in Erlangen ein ähnliches Klima herrschen wie heute im südlichen Burgund.“ Die Bäume würden nach dem Prinzip des „Nelderrades“ angepflanzt: Durch die radförmige Pflanzung beeinflussen sich die Bäume an der Innenseite des Rades gegenseitig positiv in ihrer Entwicklung und werden widerstandsfähig.

Auch die Geldanlageprodukte der Sparkasse berücksichtigen laut Mitteilung immer stärker Nachhaltigkeitsaspekte: Insgesamt haben über 50 Prozent der Angebote eine soziale und ökologische Komponente, im Bereich der offenen Immobilienfonds sind es bereits 100 Prozent.

Kredit für energetische Maßnahmen

Im Finanzierungsbereich bietet die Sparkasse seit Ende 2022 den S-Klimakredit an. Dieser finanziert energetische Maßnahmen bei privat genutzten Wohnimmobilien.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann war voll des Lobes über das Nachhaltigkeitskonzept der Stadt- und Kreissparkasse: „Mit diesem Konzept sind Sie sicher weit vorne dabei im Vergleich der bayerischen Sparkassen.“ Nur wenn Institutionen wie die Sparkasse mit gutem Beispiel vorangingen, seien auch die Bürgerinnen und Bürger bereit, sich stärker für Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu engagieren. Joachim Herrmann stammt aus Erlangen und ist als Staatsminister für Inneres, für Sport und Integration auch oberste Aufsicht der bayerischen Sparkassen.

Auch Ingo Krüger, geschäftsführendes Mitglied des Vorstandes der Bayerischen Sparkassenstiftung, zeigte sich begeistert von dem Erlanger Konzept: „Sie setzen sich nicht nur Ziele für die nächsten zehn Jahre, sondern sie haben klare Jahresziele. Damit ist sichergestellt, dass sie schon vor 2035 dort sein werden, wo sie hinwollen.“

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