Digitalprojekt
Virtuell durchs Reichenbacher Heimatmuseum
„Dieses Projekt ist wirklich eine tolle Sache“, finden Ilona und Raimund Sander. Am Tablet zeigte ihnen Brendan Radig aus der Projektgruppe, wie einfach es ist, sich auf den virtuellen Rundgang zu begeben.
„Dieses Projekt ist wirklich eine tolle Sache“, finden Ilona und Raimund Sander. Am Tablet zeigte ihnen Brendan Radig aus der Projektgruppe, wie einfach es ist, sich auf den virtuellen Rundgang zu begeben.
Foto: Alexandra Kemnitzer
F-Signet von Alexandra Kemnitzer Fränkischer Tag
Grub am Forst – Das „Reichenbach-Haus“ in Grub am Forst kann man nun auch von zu Hause aus besuchen. Möglich gemacht hat dies eine Kooperation des Fördervereins mit dem Arnold-Gymnasium in Neustadt.

„Hereinspaziert“ hieß es, als die Mitglieder des Fördervereins Heimatpflege Grub der Öffentlichkeit ihren virtuellen Museumsrundgang durchs Heimatmuseum „Reichenbach-Haus“ vorstellten. Die Anwesenden erhielten im Laufe der Veranstaltung einen Einblick, was für ein tolles Projekt herauskommt, wenn digitale Medien auf ein Haus ohne WC, Fernseher und Co treffen. Ab sofort steht nämlich Interessierten über die Internetseite: heimatpflege-grub.de rund um die Uhr der virtuelle Rundgang an 365 Tagen zur Verfügung.

Ein Besuch unabhängig von Ort und Zeit

Die Mitglieder des Fördervereins haben überlegt, wie sie Menschen den Zugang zum Heimatmuseum ermöglichen können, die beispielsweise erkrankt oder bewegungseingeschränkt sind und keine Möglichkeit haben, das Museum während der normalen Öffnungszeiten zu besuchen. Da die Mitglieder dieses rein ehrenamtlich betreiben, ist das Haus nur an bestimmten Tagen geöffnet.

Mit dem virtuellen Rundgang wurde nun eine tolle Lösung gefunden, sich unabhängig von den Öffnungszeiten mit dem Museum näher zu beschäftigen und sich bequem von zu Hause aus auf einen interessanten Streifzug zu begeben.

Drei Partner stemmten das Reichenbacher Digitalprojekt

Als einen wichtigen Vater der Idee bezeichnete Vorsitzender Dieter Pillmann Jochen Dotterweich. Durch ihn konnten das Arnold-Gymnasium (AG) Neustadt und nectv als wichtige Partner mit ins Boot geholt werden. Zur Finanzierung der Kosten wurde beim Verein Allianz B303+, ein interkommunaler Zusammenschluss von zehn Gemeinden aus den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels, erfolgreich ein Förderantrag gestellt. Somit war auch der dritte Partner gefunden. „Wir konnten dieses Projekt aus dem Regionalbudget mit insgesamt 6355 Euro unterstützen“, gab Miriam Mai bekannt. Sie ist die Managerin der interkommunalen Allianz B303+.

Eine 360-Grad-Panoramakamera musste angeschafft werden

Um den virtuellen Rundgang erstellen zu können, musste nämlich unter anderem eine 360-Grad-Panoramakamera und hochwertige Software angeschafft werden. „Der Projektleiter für digitale Medien am AG Neustadt, Jochen Kästner, hat mit seiner Gruppe viel für die Umsetzung geleistet“, lobte der Vorsitzende das herausragende Engagement des Teams. Zu diesem gehören neben dem Leiter auch Leon Koch, Brendan Radig, Dominik Schaffors, Linus Grau, Nele und Ella Fiedler, Joris zu Meyer-Höste und Jonas Wöhner. Sie stellten den Anwesenden die technischen Elemente vor.

Durch eine Sequenz aus dem Rundgang, die Franziska Ruppert zeigte, wurde deutlich, dass die Projektgruppe einiges zu tun hatte, um die einzelnen Räume des alten Gebäudes aufzunehmen. „Stück für Stück wurden in den letzten sieben Monaten die einzelnen Teile zu einem richtig coolen Projekt zusammengesetzt“, findet Christine Rebhan, die durch die Präsentation führte. Für die Umsetzung war viel Teamarbeit notwendig. Es wurden unter anderem Bilder in ein Programm geladen und neben der Komplettrundumblicke für die Räume Hotspots und Infopoints erstellt.

Damit stehen dem Nutzer weiter Informationen zur Verfügung. Etwa zu Johann Reichenbach, dem Erbauer des Hauses. Es befand sich über fünf Generationen im Eigentum der Familie. 1998 erwarb der Förderverein das Gebäude und kümmert sich seither um den Erhalt.

 

Exponate aus allen Blickwinkeln

Mit dem virtuellen Rundgang ist das Projekt aber nicht beendet. Vielmehr bildet der die Basis für weitere Ideen. Unter anderem sollen auch 3D-Objekte eingefügt werden. Hierfür werden Gegenstände, die üblicherweise im Museum nicht berührt werden dürfen, einmalig eingescannt. Im Rahmen des virtuellen Besuchs ist es möglich, diese Objekte aus allen Blickwinkeln zu betrachten, ohne sie in die Hand nehmen zu müssen.

Auf der Kindertour begegnet das Fabelwesen „Zwolb“

Zudem beschäftigen sich einige Projektmitglieder mit einer Kindertour. Für diese sollen spielerische Hotspots zum Einsatz kommen. Die jüngsten virtuellen Museumsbesucher werden auf dieser speziellen Tour pädagogisch in die Inhalte eingeführt und machen Bekanntschaft mit dem Fabelwesen „Zwolb“. Sie können versuchen, ihn zu fangen und damit Belohnungstaler sammeln.

Vorsitzender Dieter Pillmann und Nele Fiedler, die an der Kindertour mit arbeitet, präsentieren einen Entwurf für den „Zwolb“.
Vorsitzender Dieter Pillmann und Nele Fiedler, die an der Kindertour mit arbeitet, präsentieren einen Entwurf für den „Zwolb“.
Foto: Alexandra Kemnitzer

Erste Entwürfe zum Aussehen des „Zwolbs“ liegen bereits von Ella Fiedler vor. Auch hierfür ist ein finanzieller Grundstein gelegt. Walter Lehnert, der seit vielen Jahren in Bad Honnef lebt, ist immer noch seiner ehemaligen Heimat verbunden und ließ über seinen Sohn Joseph Aue einen Spendenscheck in Höhe von 1000 Euro an Dieter Pillmann für die Jugendarbeit im Verein überreichen. Im Anschluss an die Präsentation konnten sich die Anwesenden selbst auf einen virtuellen Erkundungsrundgang gehen.

Joseph Aue (rechts im Bild) überreichte namens seines Vaters 1000 Euro an den Fördervereinsvorsitzenden Dieter Pillmann.
Joseph Aue (rechts im Bild) überreichte namens seines Vaters 1000 Euro an den Fördervereinsvorsitzenden Dieter Pillmann.
Foto: Alexandra Kemnitzer

Musikalisch umrahmten Nele Fiedler (Saxophon) sowie Jochen Kästner (Piano) die Präsentation des Projekts.

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