Fernsehen
Von der Caféteria zum Fernsehstudio
Matteo Dohnalek demonstriert, wie die Technik im neuen  Aufnahmestudio von nectv  funktioniert.
Matteo Dohnalek demonstriert, wie die Technik im neuen Aufnahmestudio von nectv funktioniert.
Foto: Cindy Dötschel
Cindy Dötschel von Cindy Dötschel Coburger Tageblatt
Neustadt bei Coburg – Nach fast 26 Jahren ist nectv aus den umgebauten Klassenzimmern im Beta-Bau in ein neues Studio umgezogen. Auch technisch hat der Lokalsender aufgerüstet.

Den Begriff „Internet“ gab es schon als der Lokalsender nectv am Zweiten Weihnachtsfeiertag 1996 auf Sendung gegangen ist. „E-Mails schreiben konnte man auch, aber das haben die wenigsten gemacht, weil eine zehn Pfennig gekostet hat“, sagt Jochen Dotterweich in seiner Rede zur offiziellen Einweihung des neuen Studios. Vom digitalen Aufbruch sei noch nichts zu spüren gewesen, aber Neustadt war bereits vollständig mit einem Kabelnetz ausgestattet. Günter Dörr, der damalige Leier der Stadtwerke kam damals auf das Arnold-Gymnasium zu, denn dort gab es eine Videoarbeitsgruppe. „Er war der Visionär und Ideengeber für den Sender nectv.“

Vom Treppenhaus zum Fernsehstudio

Um das Projekt zu realisieren, wurde ein Trägerverein gegründet. In der Satzung ist festgelegt, dass der Sender medienpädagogisch aktiv sein muss. So war es naheliegend, das Fernsehstudio in der Schule unterzubringen. Nach 25 Jahren in zwei umgebauten Klassenzimmern im Beta-Bau, der momentan saniert wird, hat der Sender nun ein neues Studio direkt neben dem Haupteingang des Gymnasiums. „Früher war hier mal ein Treppenhaus, durch das man in den ersten Stock des Altbaus gelangt ist – die zweite Etage gab es noch gar nicht“, sagt Jochen Dotterweich.

Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums im Jahr 2004 wurde hier eine Caféteria eingerichtet, die durch den Neubau einer Mensa auf dem Pausenhof zwischenzeitlich nicht mehr genutzt wurde. „Der Raum wurde für unsere Bedürfnisse entsprechend umgestaltet und unterteilt – wir haben sogar zwei Eingänge, einen für Schüler und einen für externe Besucher.“

Technische Neuigkeiten

Mit dem Umzug ins neue Studio hat der Lokalsender auch technisch aufgerüstet. Damit die Schüler in Zukunft einfacher mitarbeiten können, gibt es neben den zwei professionellen Schnittplätzen jetzt auch einen Smart-Media-Desk. Hier können Schüler mit einem MacBook, einem iPad und einem passenden Stativ einfach filmen und schneiden. „Die Schüler können so ans Fernsehmachen herangeführt werden und sich auf das konzentrieren, was wichtig ist – also aus den Bildern einen vernünftigen Beitrag zu schneiden und die Informationen darin unterzukriegen.“

nas Heß war für den Umzug der Technik des Lokalsenders in das  neue Studio mitverantwortlich.
nas Heß war für den Umzug der Technik des Lokalsenders in das neue Studio mitverantwortlich.
Foto: Cindy Dötschel

Der Smart-Media-Desk ist nicht die einzige Neuanschaffung des Lokalsenders: Die 360-Grad-Kamera wird im Rahmen eines Schülerprojekts bereits dafür verwendet, das Reichenbach-Haus in Grub am Forst für einen virtuellen Rundgang zu erfassen.“ Außerdem hat nectv nun eine Ausrüstung für Liveübertragungen. „Es geht uns darum, das öffentliche Leben für Personen zu erschließen, die nicht mehr so rauskönnen“, sagt Jochen Dotterweich. Den Mitarbeitern des Senders ist es wichtig, vor allem um kulturelle Veranstaltungen oder politische Diskussionen zugänglich zu machen. „Wir können die Liveübertragungen entweder direkt in unsere Online-Mediathek übertragen oder über das Studio ins Kabelnetz einspeisen.“

Wenige Stunden offline

Neben den neu angeschafften technischen Geräten finden sich auch Elemente aus dem alten Studio in den neuen Räumen wieder. Wegen ihrer Größe und dem Gewicht wurde die Sprecherkabine mit Unterstützung des Bauhofs über das Schulgelände transportiert. Die Server haben Jonaß Heß und Patrick Dressel, ehemalige Schüler des Arnold-Gymnasiums, in die neuen Räume gebracht. Beide haben sich bereits in ihrer Schulzeit bei nectv engagiert und sich mittlerweile in der IT-Branche selbstständig gemacht. „Wir haben abends um 20 Uhr die ersten Server heruntergefahren und waren vier Stunden später wieder online“, sagt der 21-Jährige. Dass alles so reibungslos über die Bühne gegangen ist, sei nur mit einer mehrwöchigen Vorbereitung möglich gewesen.

 

Der Lokalsender nectv

Geschichte Am Zweiten Weihnachtsfeiertag 1996 ging nectv auf Sendung. Ideengeber war Günter Dörr, der damalige Leiter der Stadtwerke.

Studio 25 Jahre lang war der Sender in zwei umgebauten Klassenzimmern untergebracht. Nun ist das Studio in der ehemaligen Caféteria direkt neben dem Haupteingang.

Website Eine Übersicht über alle Projekte des Senders gibt es auf der Website nectv.de.

 

Lesen Sie auch:

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:
Inhalt teilen

Oder kopieren Sie den Link: