Bürgerversammlung
Heute alles gut in Autenhausen - nächstes Jahr auch?
Die erste Saison im Autenhausener Bad war sehr gut, wie hier ein Foto vom 23. Juni dieses Jahres zeigt.
Die erste Saison im Autenhausener Bad war sehr gut, wie hier ein Foto vom 23. Juni dieses Jahres zeigt.
Michael Stelzner
F-Signet von Bettina Knauth Fränkischer Tag
Autenhausen – Die Probleme der Menschen im Seßlacher Stadtteil Autenhausen halten sich in Grenzen. Aber wirtschaftlich könnte es schwieriger werden.

Die wirtschaftlichen Rahmendaten, die Bürgermeister Maximilian Neeb (FW) bei den aktuellen Bürgerversammlungen im Seßlacher Stadtgebiet den versammelten Bürgern präsentiert, klingen nicht nach Krise: ein Gesamthaushalt von 13,7 Millionen Euro, prognostizierte Gewerbesteuereinnahmen von stabilen 1,8 Millionen Euro, dazu ein seit Jahren kontinuierlich sinkender Schuldenstand. Und doch: „Die guten Jahre sind mehr oder weniger vorbei“, warnte das Stadtoberhaupt in Autenhausen.

Die erste Saison im Autenhausener Naturschwimmbad „Autilus“ ist gut verlaufen

Beim „Autenhausener Thema schlechthin“, wie Neeb das neue Naturschwimmbad „Autilus“ nennt, konnte er auf ehrenamtliches Engagement zählen. „Die erste Badsaison ist gut verlaufen“, zog der Rathauschef eine positive Bilanz, „das Schwimmbad ist über die Stadtgrenzen hinaus ein absoluter Gewinn.“ Die Nettoinvestitionen der Stadt beliefen sich ihm zufolge auf 215.000 Euro. Die benachbarte Freizeitanlage konnte dank der vielen Helfer kostenneutral aufgewertet werden.

Pächterin des Kiosks im „Autilus“ steht im nächsten Jahr nicht mehr zur Verfügung

Ein Wermutstropfen: Für die neue Badesaison muss der Kiosk neu vergeben werden; die bisherige Pächterin steht nicht wieder zur Verfügung. „Rührt kräftig die Werbetrommel, denn ohne Essen und Trinken wäre es im Bad nur halb so schön“, appellierte Neeb an die rund 50 Anwesenden.

Bürgermeister Maximilian Neeb appelliert an die Bürger mitzutun

Neeb rechnet nach Gesprächen mit einheimischen Firmen mit einem drastischen Gewerbesteuereinbruch für 2023. Gleichzeitig werden wegen der aktuell noch guten Wirtschaftslage dann vermutlich die Schlüsselzuweisungen sinken, die Kreisumlage wegen Mammutaufgaben wie dem Coburger Klinikneubau aber steigen. Eigentlich zugesagte Fördergelder im Bereich (Ab-)Wasser von rund 600.000 Euro bleiben aktuell aus, die Förderquote für die Dorferneuerung ist wegen der guten Seßlacher Zahlen von 65 auf 45 Prozent gesunken.

Obendrein drohen 2023 für Strom Mehrkosten von rund 230.000 Euro. „Wir versuchen, das Beste aus der Situation zu machen und unseren Pflichtaufgaben gerecht zu werden“, versprach der Bürgermeister und appellierte gleichzeitig an die Mitarbeit der Einwohner Seßlachs.

Wer kann sich um die Pflege der Grünflächen im ganzen Stadtgebiet Seßlach kümmern?

Etwa bei der Pflege der Grünflächen: Gegen eine Aufwandsentschädigung werden engagierte Personen gesucht, die im 72 Quadratkilometer großen Stadtgebiet helfen, die städtischen Flächen pflegen. Interessenten an diesem Zuverdienst sollen sich bei der Verwaltung melden.

Die städtischen Liegenschaften liegen ihm nach eigenem Bekunden sehr am Herzen. Umso mehr freut sich Neeb über die gelungene Sanierung des Gemeindehauses in Autenhausen. Es habe eine schmucke Fassade bekommen.

Einschränkungen bei der Straßenbeleuchtung werden in Autenhausen allgemein abgelehnt

Einschränkungen bei der Straßenbeleuchtung werden in Seßlach skeptisch gesehen. Neeb äußerte Bedenken, „aus Haftungs- und Sicherheitsgründen“. Außerdem zahle die Stadt eine Pauschale an die SÜC und eine teilweise Abschaltung sei wegen veralteter Technik schwierig. Sukzessive sollen die Leuchtmittel auf LED-Technik umgerüstet werden.

Beim Stimmungsbild in Autenhausen sprachen sich einige der Anwesenden ebenfalls gegen kürzere Laufzeiten aus. „Ich möchte keine dunklen Gassen in meiner Gemeinde haben!“ Für diese Bemerkung erntete Sven Jahrsdörfer viel Applaus.

Neue Geschwindigkeitsmessanlagen gegen die Raserei in Autenhausen

Theo Hofmann monierte die Raserei im Ort. „Das war in jeder Bürgerversammlung ein Thema“, seufzte der Bürgermeister. Abhilfe sollen neue Messanlagen schaffen.

Katz-und-Maus-Spiel in Autenhausen um den Biber

Dass sie den Biber im Ort bald wieder loswerden, konnte Bürgermeister Maximilian  Neeb Christine  Tranziska nicht in Aussicht stellen. Die Stadt dürfte  –  nach Zustimmung des Landratsamts  –  höchstens den Damm entfernen.  Daniel Angermüller monierte das „Katz-und-Maus-Spiel“ um den Biber und forderte: „Eine politische Entscheidung auf höherer Ebene muss her!“

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