Ratsbeschluss
Lautertals Signale für den Klimaschutz
Zeitnah beginnen kann die Errichtung der Freiflächen-Photovoltaikanlage durch die Energiegenossenschaft Coburger Land bei Unterlauter. Die Fertigstellung ist noch für dieses Jahr geplant.
Zeitnah beginnen kann die Errichtung der Freiflächen-Photovoltaikanlage durch die Energiegenossenschaft Coburger Land bei Unterlauter. Die Fertigstellung ist noch für dieses Jahr geplant.
Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa
F-Signet von Andreas Herzog Fränkischer Tag
Lautertal – Die Gemeinde Lautertal sieht sich als Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien und belegt dies mit drei Projekten, die angegangen werden sollen.

Der Gemeinderat Lautertal möchte das Repowering der bestehenden Windkrafträder in Tremersdorf und Rottenbach und er will die Agrovoltaikanlage in der Nähe der A73 hinter dem Wohnbaugebiet „Gärtnersleite“ und den Bürger-Solarpark durch die FFA Energiegenossenschaft Coburger Land bei Unterlauter. Mit den Beschlüssen in seiner Sitzung am Donnerstag setzte das Gremium weiter klare Signale für den Klimaschutz.

„Zusammen mit der bereits beschlossenen Erweiterung des Solarparks Rottenbach werden die Freiflächen für Photovoltaik von bisher 15 Hektar auf über 30 mehr als verdoppelt. Die Gemeinde ist damit Vorreiter beim Ausbau Erneuerbarer Energien. Sie ist zugleich darauf bedacht, die Einschnitte ins Landschaftsbild und die Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger so gering wie möglich zu halten“, betonte Bürgermeister Karl Kolb in einem kurzen Statement.

Zeitnah beginnen kann die Errichtung der Freiflächen-Photovoltaikanlage durch die Energiegenossenschaft Coburger Land. Die Fertigstellung ist noch für dieses Jahr geplant.

Antrag für Repowering im Landratsamt

Die Firma Uhl Windkraft Projektierung teilte mit, dass die Antragsunterlagen für das Windkraft-Repowering demnächst beim Landratsamt Coburg eingereicht werden.

Der Gemeinderat gab für die Gemeinde als Eigentümer der benachbarten Grundstücke die Zustimmung zu den Planungen. Unabhängig davon weist die Kommune ausdrücklich darauf hin, dass sie sich vorbehält, im Rahmen der Beteiligung am Antragsverfahren bei Vorliegen der vollständigen Unterlagen Einwendungen und Hinweise einzubringen.

Wesentlich effizientere Windräder ab 2025 in Betrieb

Wie informiert wurde, sollen die wesentlich effizienteren Windräder voraussichtlich Ende 2025 in Betrieb gehen.

Es erfolgte Würdigung von Stellungnahmen der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange zur Änderung des 4. Flächennutzungsplanes und Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Agrovoltaik bei Lautertal“. Auf einer Fläche von etwa sechs Hektar wollen private Investoren eines landwirtschaftlichen Betriebes aus Lautertal diese Anlage errichten.

Bürgerin bekommt kein Rederecht

Ein Schwerpunkt war die Behandlung von Einwendungen aus der Öffentlichkeit. Wegen der Nähe zum Neubauwohngebiet waren nach der Auslegung der Unterlagen bereits seit Anfang November mehrere Schreiben und Listen mit 110 Unterschriften bei der Gemeinde gegen das Bauvorhaben eingegangen.

Einige der Betroffenen waren bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstag anwesend. Eine Bürgerin bat, etwas zu diesem Thema sagen zu dürfen. Den Antrag auf Rederecht lehnte der Gemeinderat jedoch ab.

Gemeinsamer Ortstermin am 22. November 2022

Gemeindegeschäftsführer Cedric Lindner verwies auf einen gemeinsamen Ortstermin am 22. November 2022 zwischen der vom Vorhaben betroffenen Nachbarschaft, dem Planungsbüro, dem Vorhabensträger, der Gemeinde und Vertretern der Fachbehörden, insbesondere der Unteren Immissionsschutzbehörde.

Dazu wurden die Anwohner der obersten Reihe des Baugebietes „Gaisäcker“ eingeladen. Letztere brachten verschiedene Argumente vor, die am 8. Dezember als „2. Schreiben zur Ablehnung des geplanten Bauvorhabens der Agrarphotovoltaikanlage bei Lautertal“ der Gemeinde zusammengefasst mitgeteilt wurden.

Bürger befürchten Lärm durch das Trafohäuschen und die Hühnerhaltung

Die Bürger brachten folgende Hauptargumente vor: Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, erhöhtes Lärmaufkommen durch das benötigte Trafohäuschen in Richtung Wohngebiet. Weiterhin werde der Lärmpegel durch die geplante Haltung von 400 Hühnern verstärkt; zusätzliche Geruchsbelästigung durch die große Zahl der Hühner sei zu erwarten.

Sie befürchten außerdem Blendwirkung durch die Module sowie Überschreitung von Grenzwerten. Mindestabstände zwischen Anlage und Neubau-Bestandsgebiet würden nicht eingehalten und mögliche Wertminderung der Immobilien sei zu erwarten. Es wurde vorgeschlagen, Alternativlösungen zu suchen.

Bedenken sind den Gemeinderäten und der Verwaltung bekannt

Alle Bedenken, die gesetzlichen Vorschriften und Grenzwerte seien dem Gemeinderat und der Verwaltung bekannt und intensiv beraten worden, sagten Norbert Seitz, Bernd Wicklein und Bürgermeister Karl Kolb.

In der Beschlussvorlage zur Würdigung hieß es unter anderem, die geplante Eingrünung der Anlage werde als geeignetes Mittel gesehen, den Eingriff in die Landschaft so gering wie möglich zu halten. Das Trafohäuschen sei laut Umweltbericht in dieser Entfernung nicht mehr zu hören.

Lärm und Geruch durch Hühner seien in dem Abstand unwahrscheinlich und wären außerdem als ortsverträglich hinzunehmen. Die Geräuschentwicklung wird eingegrenzt, weil auf das Halten von Hähnen verzichtet wird.

Abstand zwischen Anlage und Wohnbebauung wird entsprechend der Vorgabe eingehalten

Der Abstand zwischen Anlage und Wohnbebauung wird entsprechend der Vorgabe eingehalten, Abstände von 100 Metern werden laut Fachbereich Bauwesen beim Landratsamt nach einer ungeschriebnen Regel als ausreichend angesehen.

Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

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