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Brauerei Eichhorn
Brau-Inventar unterm Hammer: Bierfans im Kaufrausch
Laster, Kästen, Braumaschinen und vieles mehr: Der neue Eichhorn-Inhaber David Hertl trennt sich von alten Beständen seines Brauer-Vorgängers.Forchheim & Fränkische Schweiz
Laster, Kästen, Braumaschinen und vieles mehr: Der neue Eichhorn-Inhaber David Hertl trennt sich von alten Beständen seines Brauer-Vorgängers. // Barbara Herbst
Forchheim – Auf einer Online-Auktion wird fast das gesamte Inventar der Brauerei Eichhorn verkauft. Inhaber David Hertl will Platz schaffen – denn er hat sich viel vorgenommen für die Zukunft der Traditionsmarke.

Fassausleuchter, Malzgebläse, Leuchtschilder, Getränkeautomaten, große Bierfässer und sogar ein 1978er Benz L 508 Pritschenlaster: Wer schon immer davon geträumt hat, ein Stück Forchheimer Brauerei-Geschichte sein Eigen zu nennen, für den wird der Nikolaustag zum Freudenfest.

Dann nämlich werden die Zuschläge erteilt – der Höhepunkt der großen Online-Auktion des alten Inventars der Eichhorn-Brauerei.

Eichhorn-Geist soll erhalten bleiben

Seit David Hertl die Forchheimer Traditionsbrauerei Konrad Greifs im April übernommen hatte, steckt er viel Energie in das Eichhorn-Bier. Großes hat sich der 32-Jährige laut eigener Aussage vorgenommen, um die Marke und den „Eichhorn-Geist“ zu erhalten, gleichzeitig aber sowohl wettbewerbsfähig zu bleiben als auch Neues zu wagen. Und um Neues zu wagen, muss man sich hin und wieder von Altem trennen.

Alle Hände voll zu tun: Bis David Hertl die Altbestände gesichtet und katalogisiert hatte, dauerte. Noch bis 6. Dezember läuft die Auktion.Forchheim & Fränkische Schweiz
Alle Hände voll zu tun: Bis David Hertl die Altbestände gesichtet und katalogisiert hatte, dauerte. Noch bis 6. Dezember läuft die Auktion. // Barbara Herbst

„Sehr gerne hätte ich das Eichhorn-Bier weiterhin direkt in Forchheim gebraut, aber das funktioniert nicht mehr“, sagt Hertl. Aus heutiger Sicht würde er am alten Standort in der Sackgasse keine Genehmigung mehr bekommen, zu wenig sei in den vergangenen Jahren investiert worden. Nicht einmal einen Lkw könne er direkt anfahren lassen.

Außerdem gebe es andere Pläne für den Standort, etwa den Bau neuer Wohnungen. „Deshalb verlagern wir den Standort aus Forchheim heraus und räumen die Lager leer.“

Hunderte Positionen finden sich im Online-Katalog der Auktion

(Fast) alles muss raus. Mehrere Hundert Positionen finden sich in dem akribisch und detailreichen Online-Katalog des Auktionshauses. Von leeren Bierkisten über allerlei Braubedarf bis zu hin schweren Maschinen ist alles dabei.

Unter den Hammer kommen unter anderem Getränkeautomaten …Forchheim & Fränkische Schweiz
Unter den Hammer kommen unter anderem Getränkeautomaten … // Barbara Herbst

Nicht alles davon stammt aus der Eichhorn’schen Dynastie, auch aus Hertls Braumanufaktur landen Gerätschaften unterm Hammer.

Die Auktion endet am 6. Dezember, pünktlich 9 Uhr. Aber schon jetzt überbieten sich viele Fans, Hobbybrauer und Sammler. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Auktion so einschlägt“, sagt Hertl. Er geht davon aus, beinahe alles aus dem Bestand verkaufen zu können.

… und als Herzstück dieser 1978er Benz L 508 Pritschenlaster.Forchheim & Fränkische Schweiz
… und als Herzstück dieser 1978er Benz L 508 Pritschenlaster. // Barbara Herbst

Alt-Inhaber Konrad Greif: „Habe abgeschlossen“

Hertls Vorgänger Konrad Greif unterstützt ihn dabei. Mehr noch: „Ich habe abgeschlossen mit dem Thema und brauche die Sachen auch nicht mehr“, sagt er auf FT-Anfrage. Und doch: „Das war ein schwerer Schritt für uns“, sagt Hertl.

„Doch das meiste davon wurde über viele Jahre nicht mehr benutzt. Und bevor wir sinnlose Lagerkosten haben, geben wir das Alt-Inventar lieber an Menschen ab, die damit was anfangen können.“

Am Nikolausvormittag wissen die Bieter dann, ob sie nun stolze Besitzer eines der beliebten Brauerei-Kleinode sind. Abholen können sie ihre Schätze noch bis Weihnachten. Nur ein paar Schmankerl möchte Hertl nicht herausrücken, für die lagern schon Pläne in der Ideen-Schublade.

Kommt Sudhaus in Braumanufaktur in Schlüsselfeld?

„Das Sudhaus behalten wir, auch das Kühlschiff.“ Voraussichtlich Ende 2023 wolle er es abbauen und wahrscheinlich in seinem Hauptsitz in Schlüsselfeld wieder aufbauen. Um damit zu brauen. „Der Eichhorn-Geist soll unbedingt erhalten bleiben.“

Hertl will Platz in den Lagern schaffen. Laut eigener Aussage hat er noch viel vor mit der Traditionsmarke Eichhorn.Forchheim & Fränkische Schweiz
Hertl will Platz in den Lagern schaffen. Laut eigener Aussage hat er noch viel vor mit der Traditionsmarke Eichhorn. // Barbara Herbst

Für den in der Brauwelt als umtriebiger Tausendsassa bekannten Hertl ist die Auktion nicht das einzige Eichhorn-Projekt im Moment. „Neben dem Eichhorn Hell und dem Winterfestbier wollen wir ab Januar bereits das neue Annafestbier in Flaschen füllen.“

Dann könnten sich die Forchheimer schon dran gewöhnen, sagt er. Und überhaupt habe er noch viel vor mit dem Forchheimer Traditionsbier: „Wir sind erst ganz am Anfang.“

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