„Da gibt es immer eine richtige Traubenbildung“, stellt Marion Schwarz von „Marga’s Kren“ mit Blick auf die Menschen vor ihrem Stand fest. Am ersten Sonntag der Messe ist die Consumenta in Nürnberg äußerst gut besucht. Um die Mittagszeit ist das in der Essenshalle besonders zu spüren.
„Marga’s Kren“ aus Höchstadt auf der Consumenta in Nürnberg
Marion Schwarz und ihre Familie kommen schon seit 30 Jahren mit ihrem Meerrettich auf die Consumenta; den landwirtschaftlichen Betrieb in Biengarten bei Höchstadt gibt es seit über 300 Jahren. Bei ihrem Tafelspitz setzt die Familie noch auf das traditionelle Rezept der Mutter Marga. Damit beliefern sie viele kleine Hofläden und Metzgereien. Auf der Consumenta wollen sie ebendiese Hofläden bewerben: „Man muss schon gesehen werden.“
Hier gibt es eine Bildergalerie von der Consumenta zum Durchklicken:
Consumenta Nürnberg: Fruchtsäfte aus Pretzfeld präsentieren sich
Nur etwa fünfzig Meter Luftlinie entfernt hat auch Helmut Steinbrecher am Stand der Pretzfelder Fruchtsaftkelterei alle Hände voll zu tun. Er schenkt die bekannten Säfte der Kelterei und auch Glühwein aus; zwischendrin deutet er auf eine andere Helferin am Stand: „meine Enkeltochter“. Auch seine Tochter arbeitet im Vertrieb, er selbst ist schon 30 Jahre im Aufsichtsrat der Kelterei dabei – eine Familienangelegenheit.
Ebenso mit von der Partie ist der Pretzfelder Keller samt Betreiber Nikl-Bräu – die vielleicht kleinste Brauerei in der Fränkischen Schweiz. Seit 2020 betreibt Nikl-Bräu den Bierkeller, und nutzt die Consumenta, um ihre Getränkeauswahl zu präsentieren. Dieses Jahr ist eine besonders gute Gelegenheit. „Man merkt schon den Feiertag“, meint Melanie Böhm, die Messeverantwortliche der Brauerei.
Whisky von Destillerie Haas und Nikl-Bräu aus Pretzfeld
Schräg gegenüber findet sich die Destillerie Haas aus Pretzfeld, die auch mit Nikl-Bräu kooperiert. ‚Longmile‘ heißt die gemeinsame Whiskyproduktion. Die Sorte ‚Dorfkirche‘ wird tatsächlich im Turm der Dorfkirche gelagert, erzählt Emely Haas, die Tochter von Inhaber Hannes Haas. Sie hat für die Consumenta noch mehr Leckerbissen dabei, neue Liköre und Fassgelagertes, das nun auf der Messe präsentiert wird. Darunter Aprikosenbrand aus dem Maulbeerfass, oder auch einen Wildkirsche-Chili-Likör, der gut im Abgang brennt – wegen der Chilis, versteht sich.
Weit weg vom Ess- und Trinkbaren stellt währenddessen Juniorchef Steve Seubert von der gleichnamigen Firma Betten Seubert aus Höchstadt an der Aisch seine Betten und Matratzen aus. Angefangen haben seine Eltern 1981 mit einer Bettfederreinigung, inzwischen sind auch Steve Seubert und seine Schwester Nadine lange dabei.
Er ist ein alter Hase, was Messen und spezifisch die Consumenta angeht. Seit Corona erlebt Seubert einen großen Informationsbedarf bei den Konsumenten. Vor Ort zu sein, ist also besonders wichtig. „Ins Gespräch kommen und das Produkt live sehen – darauf kommt es bei Messen an.“
Reisebüro Josef Klemm aus Ebermannstadt mit Reisebus-Sitzen vor Ort
Kreativ bei der Produktpräsentation ist das Reisebüro Josef Klemm aus Ebermannstadt. Sie haben zwei Reihen der Sitze aus ihren Reisebussen dabei, damit die Kunden Probe sitzen können. „Das ist ein Riesen-Act, die Sitze reinzutransportieren“, lacht Andrea Nittelmerz vom Reisebüro. Reisen ist dieser Tage dennoch kein einfaches Thema. Wohl auch aufgrund der Weltlage seien die Leute kritischer geworden. „Für manche Gäste kommen die USA inzwischen nicht mehr in Frage.“
Die unsteten Zeiten können allerdings auch gut fürs Geschäft sein. So zeigt auch die ProWert GmbH aus Neunkirchen am Brand Präsenz auf der Consumenta. Ihr Geschäftsmodell sind Edelmetalle, die auch als Altersabsicherung angeboten werden. Das Familienunternehmen ist noch recht jung – 2021 fand die Firma ihr Zuhause in Neunkirchen – aber das Geschäft floriert.
Dachboxen von Kamei und Uebler aus Forchheim
Im Gegensatz dazu sind die Unternehmen Kamei und Uebler aus Forchheim alteingesessen; seit 1952 stellen sie Dachboxen für PKWs und Fahrradträger her. Wichtig ist dabei Qualität und Nachhaltigkeit, so Mark Fohrer, der Vertriebs- und Marketingleiter von Uebler. Einen Online-Shop gibt es nicht. „Wir wollen den stationären Handel stärken.“ Dabei wird alles in Deutschland produziert, das meiste davon in der Region.
Regionaler als bei Irmi Krammer mit ihren Marmeladen, Trockenobst und Kräutermischungen wird es nicht. Die Großenseebacherin setzt bei ihren Produkten auf unbekanntere Zutaten und wilde Früchte aus der Umgebung. Etwa Feuerdorn oder auch schwarze Hagebutte verarbeitet sie. Sie lacht: „Es gibt kein Kraut und keine Frucht, die vor mir sicher sind.“
Charlemagner: besonderer Champagner aus der Fränkischen Schweiz
Ähnlich authentisch präsentiert sich Preuschens Edelbrennerei aus Hundsboden. Ludwig Erlwein und seine Frau betreiben die Brennerei allein; ihre Spezialität ist der ‚Charlemagner‘ – ein Champagner-inspirierter Sekt aus Streuobst-Äpfeln. „Den muss man zum richtigen Anlass trinken“, sagt Erlwein – und schenkt gleich am Messestand noch ein Glas zum Probieren aus.
Die Consumenta auf dem Messegelände Nürnberg geht noch bis 9.11., Karten gibt es online oder vor Ort.





























