Geschnittene Ananas, geschnittene Wassermelone. Dieter Bartak kommt täglich in den Güni Supermarkt in der Nürnberger Straße.
Da der Innenstadtanwohner auf seinen Rollstuhl angewiesen ist, wüsste er gar nicht, was er ohne den kleinen Markt von Inhaber Mahsun Can Günerhan machen sollte.
Paradeplatz Forchheim: Rewe seit einem Jahr zu
Seit gut acht Monaten schließt der 24-Jährige die große Versorgungslücke, die der Weggang des Rewe-Marktes am Paradeplatz gerissen hatte. Dies ist nun ein Jahr her.
Letzter Tag: Leere Regale, leere Gänge
14. August 2021, ein Samstag. Der letzte Verkaufstag des Rewe-Marktes, den seit 2013 vor allem Senioren, Schüler und Anwohner rund um den Paradeplatz besuchten.
An jenem Tag sind die meisten Regale schon leer geräumt, in den Gängen verlieren sich nur einige wenige Kunden.
Rewe: „Zu wenig Kundenfrequenz“
Dies sei über die Jahre das Grundproblem und einer der Hauptgründe für die Schließung gewesen, wie eine Rewe-Sprecherin dem FT damals sagt: die „zu geringe Kundenfrequenz“.
Innenstadt Forchheim plötzlich ohne Supermarkt
Die Schließung war länger angekündigt, der Aufschrei in der Innenstadt groß. Einzig: Dagegen machen konnten sowohl Politik sowie Einwohner nichts. Und das, obwohl ein Kern der Innenstadt auf einen Schlag von jeglicher fußläufigen Nahversorgung abgeschnitten war.
Doch es gibt Hoffnung.
Wie Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) verrät, rechnet er noch im Herbst diesen Jahres mit einem Nachfolger für den Paradeplatz 13. „Wir sind nach wie vor mit drei Anbietern im Gespräch.
OB Uwe Kirschstein: „Gespräche weit fortgeschritten“
Mit einem davon konkretisieren sich die Verhandlungen. Die Verträge sind noch nicht unterschrieben, einen Namen kann ich daher nicht nennen. Aber die Gespräche sind weit fortgeschritten“, sagt er.
Also geht es scheinbar nicht mehr um das Ob, sondern nur noch um das Wer und Wann.
Güni Supermarkt hält Innenstadt über Wasser
Zeit wird es, seit einem Jahr warten die Forchheimer auf einen großen Nahversorger.
Denn bei allem Engagement Mahsun Can Günerhans, für die komplette Innenstadt ist seine Ladenfläche wohl nicht ausgelegt. Und die anderen Einkaufsmöglichkeiten sind vor allem für weniger Mobile nur schwerlich zu erreichen.
Seniorenbeauftragte Forchheim: Bürger wollen einkaufen
„Wir sind heilfroh, dass der Güni Supermarkt da ist“, sagt die Forchheimer Seniorenbeauftragte Lisa Hoffmann. „Aber der Rewe fehlt uns immer noch wesentlich. Die Bürger aus der Innenstadt können es kaum erwarten, bis sie wieder einen großen Laden haben.“
Voraussichtlich Discounter als Nachfolger
Aktuell ist Rewe noch immer Hauptmieter am Paradeplatz 13. Die Stadt aber tritt von Beginn an als Untermieterin auf und wird das Objekt dann vorübergehend selbst untervermieten – an den neuen Nahversorger.
Allem Anschein nach wird den Worten Kirschsteins zufolge „eher ein Discounter“ einziehen.
Kreisverkehr ist große Baustelle
Größte Baustelle ist im buchstäblichen Sinne noch die vor der Haustür. Ab Montag ist nun auch noch der Kreisverkehr gesperrt.
Ganz ausschließen kann Kirschstein daher nicht, dass der neue Markt eventuell erst nach dessen für Ende November geplanter Fertigstellung öffnen wird.
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