Ausstattung
Die Nässe wird jetzt weggesaugt
Martin Höfs, Pascal Wöhner, Kreisbrandinspektor Stefan Zapf und Kreisbrandmeister Florian Gräbner (von links) mit einem Teil der Gerätschaften, die im Anhänger „Hochwasser“ verstaut sind.
Martin Höfs, Pascal Wöhner, Kreisbrandinspektor Stefan Zapf und Kreisbrandmeister Florian Gräbner (von links) mit einem Teil der Gerätschaften, die im Anhänger „Hochwasser“ verstaut sind.
Foto: Alexander Kemnitzer
F-Signet von Alexandra Kemnitzer Fränkischer Tag
Frohnlach – Spenden ermöglichten der Feuerwehr die Anschaffung des Geräts.

Als ein unwetterartiges Gewitter am 5. Juni 2021 im Gemeindebereich für viele vollgelaufene Keller und weiteren Einsätzen sorgten, wurde deutlich, dass die bisherige Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Frohnlach nicht optimal für derartige Überschwemmungen ist.

Kreisbrandinspektor Stefan Zapf, Martin Höfs und Pascal Wöhner (von links)
Kreisbrandinspektor Stefan Zapf, Martin Höfs und Pascal Wöhner (von links)
Foto: Alexandra Kemnitzer

Schon allein innerhalb von wenigen Minuten gingen 50 Hilfeanforderungen bei der Feuerwehr ein. Um diese abarbeiten zu können, wurden benachbarte Wehren zu Hilfe gezogen. Bei diesen Einsätzen sahen die Dienstleistenden nicht nur große Schäden und Zerstörung, sondern auch die Hilflosigkeit in der Bevölkerung, da mit einem solchen Ausmaß nicht gerechnet wurde. Besonders betroffen waren Friesendorf und Ebersdorf.

Schnellere Trocknung ermöglicht

Mit ihren bisherigen Gerätschaften gerieten die Frohnlacher Aktiven an ihre Grenzen, um die Massen zu bewältigen. Die Mitglieder der Frohnlacher Wehr machten sich deshalb Gedanken, wie eine Verbesserung herbeigeführt werden kann. Schließlich war die Idee geboren, einen speziellen „Feuerwehr-Nasssauger“ samt Pumpe anzuschaffen, um beim nächsten Starkregen oder Überflutungseinsatz Räume schnell trocken zu bekommen.

Da einsatztaugliche Gerätschaften ihren Preis haben, wurde innerhalb der Gemeinde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Dass es eine so große Resonanz geben würde, hätten wir nicht gedacht“, verrät Vorsitzender Bernd Hoffarth. Firmen und Institutionen erklärten sich spontan bereit, das sinnvolle Projekt der Frohnlacher Wehr finanziell zu unterstützen. So konnte dieses noch größer und effektiver in die Tat umgesetzt und für die Gerätschaften sogar ein Auto-Anhänger angeschafft werden. An Kosten für diesen „Anhänger für Hochwassereinsatz“ sind rund 6500 Euro aufgelaufen, die durch die eingegangenen Spenden abgedeckt sind.

500 Stunden investiert

„Von der Planung bis zur Fertigstellung haben wir fast 500 ehrenamtliche Stunden für die Realisierung unserer Idee investiert“, erklärt Martin Höfs. Gemeinsam mit Pascal Wöhner hat er federführend die notwendigen Arbeiten ausgeführt. Weil manche benötigten Materialien aufgrund der allgemeinen Entwicklungen nicht lieferbar waren, zogen sich die Arbeiten hin. Zur Ausstattung des „Hochwasser-Anhängers“ gehören neben verschiedenen Schläuchen und Kabeln auch Fluter samt Stativ.

Mobile Schmutzwasserpumpe

So ist es möglich, selbst bei Dunkelheit oder Stromausfall unter guter Ausleuchtung der Einsatzstelle Hilfe zu leisten. Außerdem gehört zur Ausstattung eine äußerst leistungsfähige und mobile Schmutzwasserpumpe. Diese kann beispielsweise Erdklumpen, die etwa Tennisball groß sind, ohne Probleme absaugen. So können Räume oder Bereiche, die verschlammt sind, schnell davon befreit werden. Da auch ein Stromerzeuger untergebracht ist, steht der Frohnlacher Wehr ein autarker Anhänger zur Verfügung, der sowohl an einen Pkw, als auch an einen Kleinbus passt. Damit wird bei Einsätzen kein großes Fahrzeug benötigt.

„Auf die Feuerwehren kommen viele neue Herausforderungen zu, unter anderem auch durch den Klimawandel“, führt Kreisbrandmeister Florian Gräbner aus. Künftig müsse damit gerechnet werden, dass Unwetterlagen oder Vegetationsbrände zunehmen. „Die Frohnlacher Wehr hat den Bedarf erkannt und ist mit dem Anhänger gewappnet“, findet der Kreisbrandmeister. Auch auf Landkreisebene werde sich Gedanken gemacht, wie solchen Schadensereignissen begegnet werden kann, führt Kreisbrandinspektor Stefan Zapf aus. Neben einer ins Leben gerufenen Task-Force wird derzeit daran gearbeitet ein gemeinsames Katastrophenschutzzentrum im Coburger Raum zu realisieren. „Aus den Ereignissen im Ahrtal wurden viele Lehren und Erkenntnisse gezogen“, erklärt der Kreisbrandinspektor weiter. Dies haben auch die Ministerien erkannt.

Zweiter Bürgermeister Joachim Hassel dankt allen Spendern und Ehrenamtlichen für die Umsetzung des Projektes. Dieses zeige, dass die Gemeinde zusammensteht und eine starke Gemeinschaft ist. Durch Pfarrer Walter Lingloth wurde der Anhänger am Sonntag feierlich geweiht und offiziell in den Dienst gestellt.

 

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