Gemeinsam haben Elmar Eisenmann und Michael Krug bis heute mehr als 80 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr verbracht. Krug ist seit 1994 Mitglied in Bad Brückenau und dort seit 2009 Kommandant. Elmar Eisenmann bringt sich seit 1975 in verschiedensten Funktionen im Hammelburger Raum für die Floriansjünger ein. Beide wurden im September mit dem Steckkreuz für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen in Unterfranken ausgezeichnet.
Die Feuerwehr ist unverzichtbar für die Gesellschaft. Und hat im Alltag mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen: Nachwuchsmangel, Ringen um Ausrüstung, rückläufiges ehrenamtliches Engagement in der Gesellschaft. Dazu kommen ganz praktische Situationen wie fehlende Führerscheine, verraten beide im Gespräch mit dieser Redaktion.
Mit 67 Jahren muss man bei der Feuerwehr den aktiven Dienst beenden
Warum also trotzdem für das Feuerwehrwesen aufopfern? „Irgendeiner muss es ja machen“, sagt Elmar Eisenmann schmunzelnd. Der Westheimer war über 20 Jahre lang Kreisbrandmeister im Raum Hammelburg und hat sich in vielen anderen Funktionen um die Nachwuchsförderung gekümmert. Bis heute ist er aktiver Feuerwehrmann. „Mit meinem 65. Geburtstag im Juni 2025 hatte ich die damalige Altersgrenze erreicht, bis sie im Juli auf 67 erhöht wurde. Seitdem bin ich wieder aktiv.“
Die Heraufsetzung sei ein sinnvoller Schritt, da viele Feuerwehrleute auch mit über 60 Jahren noch körperlich fit und mit Leib und Seele dabei wären. Allerdings sei man freilich dennoch auf Nachwuchs angewiesen, meint Eisenmann. „Wir stehen da im Kreis Bad Kissingen im bayernweiten Vergleich ganz gut da, sind aber sicherlich weniger als früher.“ Zu beobachten sei vor allem auch schwindende Verbindlichkeit: „In Bad Brückenau haben wir heute rund 90 Aktive, von denen kann ich bei den Einsätzen mit 25 bis 30 Leuten rechnen. Früher waren wir zwar vielleicht nur 60, davon waren aber 40 immer da“, sagt Michael Krug.
Der 45-Jährige ist in seiner Funktion als Kommandant nicht nur selbst aktiv im Einsatz, sondern kümmert sich auch um die Beschaffung von Ausrüstung. „Oft heißt es ja, die Feuerwehr sei der Gesellschaft und der Politik lieb und teuer. Wenn es um die Kosten geht, muss man aber schon sehr viel Arbeit und Nerven hineinstecken“, sagt Krug. Wenngleich er Verständnis zeigt: „Es hängt viel dran, wenn ein Stadtrat oder Kreistag Entscheidungen treffen muss und es geht natürlich immer auch um die vorhandenen finanziellen Mittel. Klar ist aber, dass wir keinen goldenen Tempel bauen wollen, sondern es für uns um notwendige technische Geräte für die Rettung von Menschen geht.“
Im Alltag fehlen der Feuerwehr Fahrerlaubnisse für ihre schweren Fahrzeuge
Dennoch sei die Kommunikation auf kommunaler Ebene gut. In Bad Brückenau übernimmt die Stadt zumindest ein- oder zweimal im Jahr die Kosten, will die Feuerwehr beispielsweise in einen Lkw-Führerschein für eines ihrer Mitglieder investieren. Das ist nicht überall so, wenngleich gewisse Fahrerlaubnisse im Einsatz-Alltag fehlen: „Früher haben viele Männer bei der Bundeswehr entsprechende Führerscheine gemacht und mitgebracht. Durch den Wegfall der Wehrpflicht fehlen uns diese qualifizierten Leute“, sagt Elmar Eisenmann, im Berufsleben bis Anfang 2025 als Kfz-Mechaniker bei der Bundeswehr aktiv. „Mit einem klassischen B-Führerschein dürfen die Leute bei uns die Hälfte der Autos gar nicht fahren.“
Das macht die Einsatzplanung oft kompliziert, weiß auch Michael Krug. „Es wäre schön, wenn die Preise für diese Führerscheine für Feuerwehrleute nicht so übertrieben hoch wären. Das müsste aber der Staat regeln. Es kann ja nicht auf Kosten der Fahrschulen gehen“, so der Kommandant.
Fehlendes Engagement ist für Michael Krug größtes gesellschaftliches Manko
„Man fragt sich oft, was einem das Ganze gibt“, ergänzt der Bad Brückenauer, der das ganz besondere Miteinander in der Gemeinschaft der Feuerwehrleute aber klar herausstreicht. „Das Schönste ist, wenn man jemandem helfen kann und derjenige vielleicht sogar später noch einmal auf einen zukommt. Das gibt einem den Gedanken, etwas Gutes für die Allgemeinheit zu tun. Wir verstecken uns nicht.“
Fehlendes Engagement, so Krug, sei „unser größtes gesellschaftliches Manko“. Argumente wie fehlende Zeit oder Lust lässt er, hauptberuflich für den Bauhof in Bad Brückenau verantwortlich, nicht gelten: „Jeder könnte mit anpacken. Dann wäre es viel einfacher.“













