Getötetes Ärztepaar
Prozess wegen Mistelbacher Doppelmord beginnt
Das Familienwohnhaus in Mistelbach  war nach der Tat weiträumig abgesperrt.
Das Familienwohnhaus in Mistelbach war nach der Tat weiträumig abgesperrt.
Foto: Archiv/Matthias Hoch
F-Signet von Redaktion Fränkischer Tag
Neudrossenfeld – Der Mord am Kinderarzt und seiner Frau schockierte weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Tatverdächtig sind die 16-jährige Tochter und ihr Freund.

In dem Strafverfahren wegen Mordes an einem Arztehepaar im Januar 2022 hat die 1. Große Jugendkammer des Landgerichts Bayreuth mit Beschluss vom 2. September 2022 das Hauptverfahren gegen beide Angeklagte eröffnet und insgesamt 16 Hauptverhandlungstermine vom 19. Oktober bis 16. Dezember 2022 anberaumt. Das teilt die Pressestelle des Landgerichts mit.

Die Tat hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nachbarn hatten am Sonntag gegen 1 Uhr Hilferufe aus dem Haus gehört und die Polizei informiert. Als die Beamten kurze Zeit später eintrafen, fanden sie das Ehepaar im Keller des Anwesens tot vor.

Ärzteehepaar erstochen

Der 51-jährige Kinderarzt und seine 47 Jahre alte Frau waren erstochen worden. Das Paar hat vier minderjährige Kinder. Unter Tatverdacht standen der damals 18 Jahre alte Freund der Tochter, die seinerzeit 16 Jahre alt war. Der Freund hatte nach Ermittlungen der Polizei die Nacht in dem Haus verbracht. Er war geflüchtet, hatte sich wenige Stunden später aber selbst gestellt und widerstandslos festnehmen lassen.

Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten Mord in zwei tateinheitlichen Fällen zur Last. Die Angeklagten, die zur Tatzeit seit mehreren Monaten ein Paar waren, sollen die Eltern der zur Tatzeit 16-jährigen Angeklagten aufgrund eines gemeinsamen Tatplanes aus Hass in der Nacht von 8. auf 9. Januar 2022 in deren Schlafzimmer im Familienanwesen in Mistelbach durch Messerstiche getötet haben.

Beide Angeklagte sind in U-Haft

Beide Angeklagte befinden sich nach Angaben des Gerichts weiter in Untersuchungshaft. Weitergehende Informationen zu Einzelheiten der den Angeklagten vorgeworfenen Tat teilt das Gericht im Hinblick auf die schutzwürdigen Belange der Angeklagten und der Hinterbliebenen der Getöteten vor Verlesung der Anklageschrift nicht mit.

Die Hauptverhandlung findet – vorbehaltlich anderslautender Beschlussfassung der Jugendkammer – öffentlich statt. Vorgesehen sind 16 Verhandlungstage bis zum 16. Dezember.

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